Franziska Sauter hat einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz im Kindergarten Kluftern

Gelungene Teilhabe am Arbeitsleben: Franziska Sauter mit Ulrike Schulta, Leiterin des Kindergartens Kluftern, Mentorin Katrin Hu
Gelungene Teilhabe am Arbeitsleben: Franziska Sauter mit Ulrike Schulta, Leiterin des Kindergartens Kluftern, Mentorin Katrin Huber und Fatma Tokalakoglu, Jobcoach der Liebenauer Arbeitswelten (von links). (Foto: Stiftung Liebenau)
Schwäbische Zeitung

Mit ihrer Arbeitsstelle im Kindergarten Kluftern ist für Franziska Sauter aus Fischbach ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Gelang ihr damit doch der Schritt aus der Werkstatt der Liebenauer Arbeitswelten auf den ersten Arbeitsmarkt und damit in Richtung Normalität.

Vor zwei Jahren kam Franziska Sauter in den Kindergarten. In erster Linie ist sie in der Hauswirtschaft beschäftigt. „Wir sind ein Ganztageskindergarten und da fällt viel Wäsche an. In diesem Bereich ist sie für uns eine sehr große Hilfe“, berichtet Kindergartenleiterin Ulrike Schulta.

Außerdem bereitet sie morgens die Vesperpause vor und richtet die Betten für die Mittagsruhe. Sie kümmert sich um Ordnung bei den Bastelmaterialien, an den Garderoben und im Gummistiefelregal. Besonders wichtig ist jetzt in der Corona-Zeit auch, dass Tische und Handläufe regelmäßig desinfiziert werden. „Seit Franziska da ist, ist auch unsere Glaseingangstür immer tipptopp sauber“, lobt Ulrike Schulta in der Pressemitteilung der Stiftung Liebenau. Auch von den Eltern sei die neue Mitarbeiterin sehr positiv aufgenommen worden. „Und von den Kindern sowieso.“

Rechtlich ist der betriebsintegrierte Arbeitsplatz einem in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) gleichgestellt. Aber die Tätigkeit fühlt sich für Franziska Sauter ganz anders an. „Zu Beginn war Franziska eher ängstlich und sehr aufgeregt“, erinnert sich Fatma Tokalakoglu, die die junge Frau als Jobcoach begleitet. „Mit der Zeit wurde sie aber immer sicherer. Sie ist sehr motiviert und möchte diesen Arbeitsplatz unbedingt." Ihr gefällt vor allem der persönliche Austausch. Sie kenne den Geburtstag jeder Erzieherin. „Jede bekommt dann eine Geburtstagskarte von mir“, erzählt Franziska Sauter.

Ein genauer Arbeitsplan mit klaren Regeln ist für sie wichtig. Sie ist zwar selbstständig, hat aber trotzdem einen hohen Unterstützungsbedarf, und die Ziele müssen immer wieder neu definiert und nachjustiert werden. Deshalb sind die regelmäßigen Besuche von Jobcoach Fatma Tokalakoglu wesentlich, sowohl für sie als auch für das Kindergartenteam.

Während des ersten Corona-Lockdowns hat sich für Franziska Sauter mit ihrer herzlichen Art einiges verändert, erklärt die Stiftung Liebenau in der Mitteilung. Während sie vorher den Kindern gern beim Anziehen der Jacken und Schuhe half, galt es nun, die Regeln im Zusammenhang mit Nähe und Distanz neu festzulegen. „Freitags haben wir uns beispielsweise zum Abschied immer umarmt. Das fällt jetzt leider weg“, schildert Katrin Huber, eine der beiden Mentorinnen im Kindergarten. Auch die spielerischen Begegnungen mit den Kindern – Fingerspiele, ein Vorspiel auf dem Tenorhorn oder ein gemeinsamer Tanz – sind gerade nicht möglich. „Im Moment bedauern wir, dass wegen Corona alles ein wenig anders aussieht“, sagt Ulrike Schulta. „Franziska ist und bleibt für unser Team aber auf jeden Fall eine Bereicherung“, ergänzt sie.

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