Feuerwehrleute bleiben es ein Leben lang

Lesedauer: 7 Min
Die Alterswehr steht im Mittelpunkt. (von links) Abteilungskommandant Herbert Wiechert, Hermann Rist, Vorsitzender der Altersweh
Die Alterswehr steht im Mittelpunkt. (von links) Abteilungskommandant Herbert Wiechert, Hermann Rist, Vorsitzender der Alterswehr, Kommandant Stefan Amann (Foto: Karin Schütrumpf)
scht

Vor 50 Jahren trafen sich acht ehemalige Feuerwehrleute im Café Kreuzer. Das kann es doch nicht gewesen sein, meinten die acht Ehrenmitglieder und gründeten die Alterswehr Meckenbeuren. „Diesen Acht haben wir es zu verdanken, dass wir heute hier sitzen“, findet Josef Rick. Der Ehrenkommandant blickte beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Altersfeuerwehr im Feuerwehrhaus auf ein halbes Jahrhundert guter Kameradschaft zurück.

„Feuerwehrmann ist man fürs ganze Leben“, betonte auch Pfarrer Josef Scherer, der mit einem Dankgottesdienst den Festakt zum Jubiläum der Alterswehr eröffnete. Er lobte die Kameradschaft, die in der Alterswehr gepflegt wird: „Man weiß voneinander und das tut gut.“ „Wir dürfen auch Dank sagen, dass wir von größerem Unglück verschont blieben“, hob Pfarrer Scherer außerdem hervor. Beim Florianslied sangen die Mitglieder der Alterswehr kräftig mit.

Heute gehören 19 ehemalige Feuerwehrleute zur Alterswehr, die seit 1973 auch in der Satzung der Feuerwehr Meckenbeuren festgeschrieben ist. Die Frauen und Witwen der Ehemaligen sind bei Ausflügen, Treffen und Geselligkeiten fast immer dabei. Davon wusste auch Ehrenkommandant Josef Rick im Rückblick auf 50 Jahre Alterswehr zu berichten. Er erinnerte an Gründung, Fahnenweihe zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr und viele Informationstage und Treffen, aber auch an so manchen schönen „Klonkerertag“ (Tag des Nichtstuns), wo die Kameradschaft gepflegt wurde. Dabei ließ Josef Rick schmunzelnd die eine oder andere Anekdote einfließen: „Seit 1982 machen wir einen eigenen Ausflug“, berichtete er. Die Lauferei beim gemeinsamen Ausflug zum Flughafen Zürich Kloten sei für viele in der Alterswehr dann doch zu viel gewesen. „Früher hatten wir Feuerwehrleute einen Kittel, und der hing zu Hause. Wenn ich heimgekommen bin, hat drei Tage die Hütte gestunken“, erzählte Rick von früher. „Dass wir heute unsere Uniform auch nach dem aktiven Dienst behalten können, ist eine gute Aktion“, findet Herman Rist, seit 2018 Leiter der Alterswehr. Er begrüßte nicht nur die Alterswehr sondern auch viele Ehrengäste, die zum Jubiläum gratulieren wollten.

Bürgermeisterin Elisabeth Kugel dankte für die gelungene Arbeit über viele Jahre und lobte, dass das Wirken in der Feuerwehr eine Tradition in vielen Familien sei: „Stets sind Söhne und Töchter in die Fußstapfen ihrer Väter getreten.“ Sie hält es für unerlässlich, dass „die Alterswehr mit ihren Erfahrungen der jungen Generation weiter den Rücken stärkt.“

Zupackende Art

Kurt Distel, Kreisobmann der Alterswehren im Bodenseekreis, erinnerte an den „Idealismus von der zupackenden Art“, mit dem die Feuerwehrleute schon vor 50 Jahren Hab und Gut, Leib und Leben ihrer Mitbürger geschützt hätten. „Heute haben wir die Aufgabe, viele kameradschaftliche Stunden miteinander zu verleben“, findet Distel. Auch Günther Laur, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, überbrachte Grüße und Geschenk der Feuerwehren aus dem Bodenseekreis.

Den Glückwünschen schlossen sich auch die Patenwehr aus Ravensburg und ein Vertreter der Alterswehr aus Tettnang an, der einen Gutschein für ein Spanferkel überreichte. Franz Assfalg, Leiter der Alterswehr in Kehlen, übergab mit einem Gruß seiner Kameraden einen Gutschein, der beim nächsten Adventskaffee der Alterswehr Meckenbeuren eingelöst werden kann.

„Heute sitzen die Kameraden von der Alterswehr im Mittelpunkt“, betonte Kommandant Stefan Amann in seinem Grußwort zum Fest. Er freue sich schon jetzt darauf, die Alterswehr auch zur Einweihung des neuen Hauses 2021 wieder vollzählig begrüßen zu dürfen. „Schön, dass es ein ,Weiter’ nach der aktiven Dienstzeit gibt“, sprach Abteilungskommandant Herbert Wiechert vielen Gästen aus dem Herzen. Nach dem Festessen bekamen Sandra Marschall und Thorsten Fahr von der Laienspielgruppe viel Beifall für ihren lustigen Einakter „Im Landratsamt“. Musikalisch wurden die Festgäste vom Spielmannszug der Feuerwehr unter der Leitung von Jürgen Rick gut versorgt. Bei vielen „Weißt du noch“-Gesprächen ließen die Alterswehrleute den Abend ausklingen.

Meist gelesen in der Umgebung
Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen