„Fest eins nach Otto“ ist in Kehlen ein Riesenerfolg

Lesedauer: 6 Min
 Zum Böhmischen Traum (oder ist’s der Kehlener?) gibt es noch ein schönes Schlussbild: Der Applaus ist riesengroß.
Zum Böhmischen Traum (oder ist’s der Kehlener?) gibt es noch ein schönes Schlussbild: Der Applaus ist riesengroß. (Foto: Helga Wiechert)
wie und Helga Wiechert

700 Gäste, ein lauschiger Sommerabend und Blasmusik, die von Herzen kommt. Das haben die Fans der Kehlener Musikkapelle am Samstag genossen, bis spät in die Nacht. Auch den alten Festplatz haben die Musikanten mitgebracht: Ein Stück Plane vom Zeltanbau, ausgestanzt, kreisrund mit dem Emblem der Musik obendrauf, für alle Gäste.

Die haben es sich gemütlich gemacht, rund um den Brunnen am Dorfgemeinschaftshaus, wurden bestens verpflegt, von den Musikanten, den fleißigen Helfern und Mitgliedern, die ihre Kapelle allzeit gerne unterstützen. Dafür gab’s gleich zu Beginn ein dickes Dankeschön vom neuen Vorsitzenden Daniel Schneider, der das Wort passiv bei seinen Mitgliedern gerne aus dem Wortschatz streichen würde. „Wir haben so viele Menschen, aus den Familien, der Verwandtschaft, der Mitgliederschaft und Fans, die immer dabei sind, wenn die Musikkapelle ruft. Da ist von passiv keine Spur.“

Die Jugendmusik Brochenzell/Ettenkirch/Kehlen/Meckenbeuren/Musikschule unter Leitung von Johanne Clavet stimmte zum Auftakt am „1. Kehlener XXL-Platzkonzert“ bestens ein auf die Kehlener selbst, die schon im Aufwärmprogramm mit Marsch und Polka und so manchem Stimmungskracher sich in die Herzen ihrer Gäste spielten und für beste Laune sorgten. „So schön ist Blasmusik“ erklang als Beweis zum Auftakt ihrer Show und „Wir sind wir“ für Polkabegeisterte. Dafür zog sich Daniel Schneider gern den feinen Anzug an und schritt voran mit dem Trompetensolo in Vico Torrianis „Silberfäden“. Beim „Candyman“ riefen Dirigent Wolfgang Schuler und Moderator Markus Maier alle Sängerinnen und Sänger gleichzeitig auf die Bühne, die immer wieder für herrliche Einlagen sorgten: Fabienne Bucher, die „Queen of Soul“ vom Musikverein, die auch mit „Proud Mary“ begeisterte und ihre fidelen Tänzer vom Musikverein beim „9 to 5“ durchs Publikum galoppieren ließ. Oder Carolin Riedl, die das Waldhorn gerne einmal zur Seite legt, die Jugend dirigiert und als Sängerin immer wieder für Stimmung sorgt.

Oder Martin Stocker, der Mann mit der sympathischen Stimme, der brillant die Posaune spielte und viel Applaus erntete beim „Matrimony“ von Gilbert O‘ Sullivan oder bei „Hey Jude“. Und natürlich Markus Maier, der wieder einmal ganz nah bei seinen Gästen war, als Moderator, Sänger und Saxofonist. Auch Nico Rueß, Phillip Wiechert, Sebastian Stützenberger, Hermann Stocker, Stefan Winter und Martin Sauter gehörten zur großen Schar der Solisten und Akteure, die in Kehlen wieder einmal für Riesenstimmung sorgten, beim „Fest eins nach Otto“, wie Markus Maier es formulierte, der sich freute, dass auch der Ehrenvorsitzende Otto Zehrer mit dabei war.

So war denn auch die vom zweiten Vorsitzenden Florian Assfalg verlesene Liste lang, beim Dankeschön: An die Musikanten und den Dirigenten „fürs souveräne Programm. An Phillip Wiechert und Yvonne Wirth und ihr ganzes Organisationsteam „für den Haufe Arbeit bei den Vorbereitungen zum Fest“, an alle Helfer, Gönner und Gäste.

Nun darf man gespannt sein, wie es weitergeht. Der Fundus an Ideen für ein neues Musikfest ist groß – es fehlt nur noch der richtige Platz.

Kommentar

Geeigneter Platz gesucht

Von Helga Wiechert

Einen Volltreffer haben die Kehlener mit ihrem XXL-Platzkonzert gelandet. Aber das Herz hängt schon noch an dem alten Festplatz an der Halle. Und das nicht nur bei den Musikanten, auch bei all den Gästen. Was kein Wunder ist, wurden dort doch so viele Jahre lang so viele herrliche Feste gefeiert, so viele Bekanntschaften und Freundschaften geknüpft und die Traditionen gelebt.

Das Kehlener Musikfest war ein Treffpunkt für Jung und Alt. Ein Vorbild für die Jugend, die hier Wurzeln finden konnte. Ein Stück Heimat einfach, das es zu erhalten gilt und einen festen und geeigneten Platz braucht. Das ist jede Unterstützung wert.

Meist gelesen in der Umgebung
Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen