Fahrräder gehen auf die Reise nach Temeswar

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Wolfgang Karcher (Mitte) und sein Helferteam vom Fahrrad- Reparatur- Treff Meckenbeuren bereiten die gespendeten Fahrräder für d
Wolfgang Karcher (Mitte) und sein Helferteam vom Fahrrad- Reparatur- Treff Meckenbeuren bereiten die gespendeten Fahrräder für den Transport nach Temeswar vor. Dort sind sie begehrte Tombolapreise. (Foto: kesc)

Auch nach dem Tod von Pater Berno im vergangenen Herbst ist die Bereitschaft der Meckenbeurer Bürger, sich für die Pater Berno-Stiftung zu engagieren, ungebrochen. Viele haben dessen Lebensmotto „Keiner wird vergessen“ inzwischen selbst verinnerlicht. Auch die Mitarbeiter des Fahrrad-Reparatur Treffs Meckenbeuren setzen ihr Engagement für die Stiftung und damit hilfsbedürftige Menschen im rumänischen Temeswar ungebrochen fort. So sammelten sie erneut alte, ausrangierte Fahrräder, um sie nach Rumänien zu schicken. Dort sind sie heiß begehrte Preise bei der jährlich stattfindenden Tombola an Pfingsten. Gestern wurden die zum größten Teil noch gut erhaltenen Fahrräder von den Mitarbeitern des Reparatur- Treffs in den Kleinlaster der Pater Berno-Stiftung verladen. Dieser fährt einmal monatlich, vollgepackt bis obenhin, nach Temeswar und bringt Hilfsgüter dorthin. „Wir leben hier so im Überfluss und die Menschen dort sind so dankbar für jede Kleinigkeit. Die sind dankbar für jedes Rädle“, weiß Wolfgang Karcher vom Fahrrad- Reparaturtreff. Gemeinsam mit seinem Helferteam bereitet er die Drahtesel für den Transport vor. „Lenker lösen, um 90 Grad drehen, Pedalen abschrauben und mit Kabelbinder auf dem Gepäckträger befestigen," lautet die Arbeitsanweisung, die auch gleich fachmännisch von allen ausgeführt wird. Auf diese Weise lassen sich die zwölf Räder besser im Transporter verstauen. Schließlich sollen am Abend noch etwa 20 weitere in Tettnang hinzukommen.

Räder werde in Rumänien wieder zusammengebaut

In Temeswar werden die Fahrräder dann in der Werkstatt der Pater Paulus-Farm wieder zusammengebaut und fahrtüchtig gemacht. Kaputte Exemplare dienen noch als Ersatzteillager, da Ersatzteile schwer zu bekommen sind und die finanziellen Mittel dazu fehlen. Kamen im letzten Jahr noch 40 Räder bei der Spendensammlung, bei der Pater Berno noch selbst mit Hand anlegte, zusammen, so sind es dieses Jahr nur zwölf. Grund hierfür ist der ersatzlose Wegfall der „Grünen Schiene“ als Lagerstätte für die alten Räder, wie Wolfgang Karcher berichtet. So mussten die dort gelagerten 50 Räder vor Abriss des Gebäudes im letzten Oktober kurzerhand verschrottet werden, da sich auf die Schnelle kein anderer Lagerraum finden ließ und bis heute nicht gefunden ist.

Für nächstes Jahr plant Karcher, rechtzeitig vor dem Hilfsgütertransport, einen Spendenaufruf in Presse und Gemeindenachrichten zu starten. „Das war dieses Mal etwas unglücklich. Wir haben keinen Vorlauf gehabt“, bedauert Wolfgang Karcher, ist aber gleichzeitig ganz zuversichtlich, dass beim nächsten Mal wieder mehr zusammenkommt.

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