Euphorischer Empfang für Timo Hildebrand in Liebenau

Lesedauer: 5 Min
Kerstin Schwier

Am liebsten hätten sie ihn am Dienstagmittag gar nicht mehr gehen lassen. So groß war die Freude und Begeisterung der Mitarbeiter und Bewohner der Stiftung Liebenau über den Besuch von Ex- Nationaltorwart Timo Hildebrand. Doch die Begeisterung war nicht nur auf der einen Seite zu spüren.

Auch der ehemalige Fußballprofi, der 2007 mit dem VfB Stuttgart Meister wurde, zeigte sich beeindruckt und bewegt von seinem Rundgang durch die Stiftung Liebenau. Seit Mai 2018 ist Hildebrand Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung und kam nun im Rahmen seiner neuen Tätigkeit zusammen mit Nico Kempf, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung, nach Liebenau. „Ich finde es ganz toll, was ihr hier alles macht. Das ist ja wie eine kleine, eigene Stadt. Ich wusste gar nicht so genau, was heute auf mich zukommt. Doch es hat mich total gefreut zu sehen, was ihr hier alles leistet“, bedankte sich Hildebrand am Ende für die Einblicke in die Liebenauer Arbeits- und Lebenswelt.

Gabriele Großpietsch, Leiterin des Berufsbildungsbereichs (BBB) bei der Stiftung Liebenau, hatte ihm und Nico Kempf zuvor die verschiedenen Werk- und Arbeitsstätten auf dem Gelände der Stiftung Liebenau vorgestellt. Erste Station war der BBB- Praxisraum, in dem die Mitarbeiter gerade damit beschäftig waren, das Experimentierset „Kosmos- Urzeitkrebse“ zusammenzupacken.

Von Berührungsängsten war auf beiden Seiten nichts zu spüren. „Hi Timo“, wurde der ehemalige Profikicker begeistert empfangen und natürlich sofort in Fachgespräche über den neuen Trainer des VfB Stuttgart verwickelt. Doch auch Timo Hildebrand zeigte sich sehr interessiert an den einzelnen Mitarbeitern und deren Tätigkeiten und stellte seinerseits Fragen. Besonderes Interesse weckten bei ihm die Holzspielzeuge „Wikingerschach" und „Hölzzy“, die in den Ravensburger Werkstätten produziert werden. „Das sind super Spiele. Das wäre auch was für meinen kleinen Sohn, der ist gerade in die Schule gekommen“, plauderte der Keeper locker aus seinem Privatleben. Im Praxistest zeigte sich allerdings später, dass er zwischen den beiden Pfosten deutlich geschickter ist als beim „Wikingerschach“.

Fußballclubs begrüßen Ex-Profi

Weitere Stationen der Besichtigungstour waren die Galluswerkstatt, in der LTS-Industrieleuchten montiert werden, und der landwirtschaftliche Bereich. Hier gab es eine kleine Kostprobe des neuen Apfelsaftes, Marke „Streuobstmischung“. „Sehr lecker“, befand Timo Hildebrand, bevor es hinüber zum Liebenauer Landleben ging. Hier wurde er bereits sehnsüchtig von den Mitgliedern der drei Liebenauer Fußballclubs –Dynamo Lukas, Lokomotive Hegenberg und FC Rosenharz – sowie von Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, erwartet. Die jungen Männer und Frauen, viele natürlich im VfB-Trikot, scheuten sich nicht, dem Fußballstar Fragen zu stellen, die dieser bereitwillig beantwortete. „Wie viele Deutschlandspiele hast du gemacht?“, lautete eine. „Sieben. Vor mir waren Kahn und Lehmann. Es war schwer, an denen vorbeizukommen“, erklärte Hildebrand und „ja, klar, die Nationalhymne habe ich immer mitgesungen"„. Auch bei der Frage nach seinem schönsten Fußballerlebnis musste er nicht lange überlegen. „Das war natürlich 2007, die Meisterschaft mit dem VfB. Und die Teilnahme bei der WM 2006 im eigenen Land. Das waren zwei Highlights.“ Für viele Menschen in Liebenau wird auf jeden Fall dieser Tag als besonderes Highlight in Erinnerung bleiben.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen