Erkundungs-und Genießertour zu zehn Erzeugern

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Eine der zehn Stationen beim ersten Hofladen Hopping: der Biohof Philip Mayer in Hechelfurt.
Eine der zehn Stationen beim ersten Hofladen Hopping: der Biohof Philip Mayer in Hechelfurt. (Foto: Fotos: Michael Tschek)
Michael Tschek

Die Apfel- und Hopfenernte live erleben, einen Rundgang durch einen Biohof machen, an der Vielfalt von frisch gepflückten Kräutern riechen und dann daraus selber ein Kräutersalz im Mörser herstellen oder aber auch frisch gepressten oder vergorenen Apfelsaft mit Zwiebelkuchen genießen, ein selbstgebranntes Schnäpsle probieren oder auf einem Pony reiten und vor dem Gehen noch etwas Gutes im Hofladen einkaufen : Das Angebot beim ersten Meckenbeurer Hofladen Hopping war vielfältig, informativ und vor allem genussvoll. Insgesamt zehn Obst- und Hopfenbauern hatten sich am Samstag beteiligt und ihre Betriebe zur gläsernen Produktion geöffnet. Die Resonanz war trotz des nicht gerade einladenden Wetters sehr gut.

Elisabeth Stecker, Leiterin des Reise- und Tourismusbüros im Bahnhof, hatte vor einem Jahr die Idee, mit einem Hofladen Hopping Touristen wie Einheimischen die Obst- und Hopfenbetriebe in der Meckenbeurer Region etwas näher zu bringen. „Zehn Obst- und Hopfenbetriebe haben sich spontan bereit erklärt mitzumachen“, sagt Stecker, die ein Fachstudium als Touristfachwirtin gemacht hat und mit ihrer Tochter Hanna-Lisa natürlich an den einzelnen Stationen präsent war. Durch das Event hat sie sich einen „Synergieeffekt“ erhofft – eine positive Wirkung nach außen durch den Zusammenschluss von Unternehmen –, der auch tatsächlich eintrat.

Dass Obst- und Hopfenernte voll angelaufen sind, konnten die Besucher dann auch feststellen. Stephan Amann vom gleichnamigen Obsthof fährt mit seinem Traktor und zwei Anhängern, voll beladen mit Äpfeln der Sorte Gala in den Hof ein und gibt seinen Mitarbeitern Anweisungen, wo die gelagert werden sollen. Er nämlich geht in der Zwischenzeit mit einer Gruppe Besuchern die Holzstiegen hoch ins Hopfenlager. Dort dürfen Kinder und Erwachsene nicht nur erleben, wie sich eine Hopfendolde anfühlt: Amann gibt ihnen auch fachmännische Informationen zu Anpflanzung, Verarbeitung und Verwendung von Hopfen.

Simone Kurz mit ihren Kindern Svea und Henry und Oma Eva aus Brochenzell sind begeistert, und nachdem der kleine Henry nach einigem Zögern doch noch aufs Pony steigt und eine Runde zusammen mit anderen Kindern dreht, erwarten sie Brigitte Amann und Schwiegermama Matha vor dem Hofladen, um nicht nur die vielen selbsthergestellten Produkte anzuschauen, sondern auch frisch gepressten Apfelsaft, leckere Apfelkuchen zu probieren. „Alle Kuchen sind selbstgemacht“, stellt Martha fest. Der Erlös des Tages gehe übrigens an die „Urmel Kinderkrebshilfe“ in Tettnang, sagt Brigitte Amann.

Nur ein paar Meter weiter können die Besucher bei der Seemostkellerei von Johann und Alfons Weishaupt unter anderem unter 15 verschiedenen Mostsorten jenen aussuchen, der für sie am besten schmeckt. Helga Philipp aus Ulm, die gerade bei Stefanie Teufel in Kressbronn Urlaub macht, hat sich für einen Apfel-Cidre zu probieren entschieden. „Der hat nur vier Prozent Alkohol“, stellen die beiden fest und nehmen jeweils einen Sechserpack mit.

Ein paar hundert Meter auf der Bundesstraße weiter geht es rechts ab nach Schwarzenbach zu Bieggers Hopfenstube. Und während Martina Biegger draußen mit der Hopfenernte beschäftigt ist, sind in der Gaststube und vor dem Haus die Plätze voll besetzt. „Heute gibt es Fleischküchle zum Essen“, meint Renate Biegger, während ihr Mann Josef mit dem Holen von Most- oder Apfelsaftkrügen schier nicht nachkommt.

Unterstützung für Läden vor Ort

Wunderschön gefertigte Hopfenkränze und –Igel, ein vielfältiges Angebot an Obst und Gemüse und natürlich das Prunkstück, der von der Familie als erste in der Region hergestellte Hopfengin, können die Besucher in der Auslage besichtigen und natürlich auch kaufen.

„Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, als Neubürgerin von Meckenbeuren mal zu erkunden, was die regionalen Erzeuger so anbieten und finde deshalb dieses Hofladen Hopping einfach toll“, sagt Martina Miahe. Zusammen mit ihrer Freundin Waltraut Rosswag aus Leutkirch haben sie mal den Kirsch-Apfel-Most probiert. „Der hat es aber in sich“, lacht Martina.

„Ich finde die Idee gut, und man sollte damit einfach die Erzeuger vor Ort unterstützen“, meint Sebastian Schenker aus Meckenbeuren. Zusammen mit seiner Frau Stephanie und den Kindern Jana und Laura wollen sie noch einige Hofläden im Laufe des Tages besichtigen.

Vielleicht haben sie dann auch noch beim Bio-Mayer Gemüsebau auf dem Hofgut Hechelfurt vorbeigeschaut. Beeindruckend, was dort Philip und Tanja Mayer sowie Tochter Julia Roth auf die Beine gestellt haben. In seinen riesigen Gewächshäusern erläutert Philip Mayer den staunenden Besuchern wie biologischer Abbau von Kräutern, Gurken, Tomaten, Kartoffeln, Pilzen oder auch Kräutern funktioniert.

Die Ideengeberin Elisabeth Stecker wurde durch die Resonanz für ihr Engagement sicherlich zum einen belohnt, zum anderen dürfte es ihr Antrieb sein, im kommenden Jahr, ein neuerliches Event in Angriff zu nehmen.

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