Elke Buchhorn sagt leise „Tschüss“

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Von Meckenbeurens Bürgermeisterin Elisabeth Kugel (links) gab es zum Dank einen riesigen Blumenstrauß „in Gemeindefarben für di
Von Meckenbeurens Bürgermeisterin Elisabeth Kugel (links) gab es zum Dank einen riesigen Blumenstrauß „in Gemeindefarben" für die scheidende Kindergartenleiterin Elke Buchhorn. (Foto: kerstin schwier)
Kerstin Schwier

Ihr ganz persönliches Erntedankfest wollte sie zu ihrem Abschied feiern. So hatte sie es auf ihrer Einladung geschrieben. Und die Ernte, die sie nach 44 Jahren als Erzieherin einfährt, ist wahrlich groß. Am Freitag verabschiedete sich Elke Buchhorn nach 44 Jahren im Kindergarten Brochenzell, davon 40 Jahre als Leiterin der Einrichtung, in den Ruhestand. Der Platz im Foyer des Brochenzeller Kindergartens reichte am Freitagnachmittag kaum aus, um alle Gäste aufzunehmen, die zu der Abschiedsfeier gekommen waren. Neben Mitarbeitern, Kollegen, Freunden und Weggefährten sowie sämtlichen Leiterinnen der übrigen Meckenbeurer Kindergärten waren auch Bürgermeisterin Elisabeth Kugel, mehrere Gemeinderäte sowie Mitarbeiter des Rathauses anwesend. Keiner wollte sich den letzten offiziellen Auftritt der in der Schussengemeinde überaus beliebten und ob ihrer profunden pädagogischen Fachkenntnisse hoch geschätzten Kindergartenleiterin entgehen lassen.

„Fräulein Elke Buchhorn hat ab September 1979 die Leitung des gemeindlichen Kindergartens Brochenzell übernommen. Durch ihre mehrjährige Erfahrung in der Kindergartenarbeit bringt Fräulein Buchhorn die notwendigen Voraussetzungen und Erfahrungen für die Aufgaben einer Leiterin mit.“ Mit diesem Zitat aus den Gemeindenachrichten, das gleich für einige Lacher sorgte, begrüßte Elke Buchhorn ihre Gäste. Was darauf folgte, war eine reichlich bebilderte, spannende Zeitreise durch vier Jahrzehnte Brochenzeller Heimatgeschichte. Dabei wurde deutlich, dass die „rege Bautätigkeit“ – angefangen in den 80er-Jahren beim Baugebiet „Waldsiedlung“, dann Baugebiet „Furtesch“ bis hin zum „Lausbüchel und Langenreute“ – immer wieder eine Erweiterung des Kindergartens bedeutete. Aus der anfänglich als Provisorium angedachten fünften Gruppe ist längst eine feste Gruppe geworden. Zu Spitzenzeiten besuchten 135 Kinder die Einrichtung, wie Elke Buchhorn in ihrem Rückblick berichtete.

Danach war der Zeitpunkt für die Danksagungen gekommen. „Das ist meine einzige Chance, mich mal bei allen zu bedanken und die will ich auch nutzen,“ erklärte Buchhorn und startete ihre lange Liste an Danksagungen, auch an jene, „die ab und zu mal meinen Unmut abgekriegt haben.“ Gemeint damit waren etwa Jeannette Peter und Tanja König, bei der Gemeinde Meckenbeuren zuständig für den Bereich Bildung und Betreuung.

Für ihre Nachfolgerin als Leiterin des Kindergartens Brochenzell, Andrea Steinacher, hatte Buchhorn einen originell gefüllten Präsentkorb dabei. Mit einem dicken Stück Draht („Du brauchst Nerven wie Stahl“), einer roten Schnur („Das ist die Hotline zu mir.“), Beruhigungstee und Schokolade („Nervenfutter“). „Liebe Andrea, ab jetzt übernimmst du ganz offiziell das Steuerrad. Oder wie ich bei deinem musikalischen Talent sagen sollte: den Taktstock. Ich wünsche dir ein glückliches Händchen,“ gab Buchhorn ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg.

Mit einer umgedichteten Version von DJ Ötzis „Anton aus Tirol“ in „Elke aus Brochenzell“ bereiteten die Mitarbeiterinnen des Kindergartens ihrer Leiterin einen temporeichen, witzigen Abschied. „Aus dem Fräulein von 1979 ist heute eine Grande Dame des neuen Jahrtausends geworden. Mit dir geht eine Ära zu Ende,“ eröffnete anschließend Bürgermeisterin Kugel ihre Lobeshymne. „Du bist auch eine sehr streitbare Natur, vertrittst immer deine Meinung, aber hältst dich dabei stets an die Regeln einer wertschätzenden Kommunikation. Für die Kinder da zu sein, das hast du gelebt mit Herz, Haut und Haaren. Die Liebe zu den Kindern hast du immer ausgestrahlt,“ so die Bürgermeisterin und überreichte neben einem großen Blumenstrauß in den Farben der Gemeinde noch einen Büchergutschein. „Wir haben viel von dir gelernt und durften von deinem großen Wissen profitieren,“ bedankte sich Yvonne Fleig, Leiterin des Kinderhauses in Buch, abschließend.

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