Elisabeth Kugel kandidiert für den Kreistag

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 Der Sprung ins Rathaus ist Elisabeth Kugel gelungen. Im Mai 2019 will sie auch ins Kreisparlament einziehen.
Der Sprung ins Rathaus ist Elisabeth Kugel gelungen. Im Mai 2019 will sie auch ins Kreisparlament einziehen. (Foto: Archiv: Büro Kugel)

Kein halbes Jahr mehr, und mit den Wahlen vom 26. Mai 2019 ändert sich die Zusammensetzung der Kommunalparlamente. Was für den Gemeinderat gilt, aber auch für den Kreistag: Für diesen stehen zwei für Meckenbeuren weitreichende Festlegungen jetzt schon fest – wird doch Elisabeth Kugel auf der Liste der Freien Wähler ihren Hut in den Ring werfen, während Ex-Bürgermeister Roland Karl Weiß nach 30 Jahren, die er für ebendiese Wählervereinigung im Kreisparlament saß, nicht mehr kandidiert.

„Ich lasse mich aufstellen“, blickt Meckenbeurens Bürgermeisterin im Gespräch mit der SZ voraus. Angedeutet hatte sie solches bereits im Sommerinterview, jetzt hat sie sich nach so manchem sondierenden Austausch (unter anderem mit der vormaligen Kreisrätin Antoinette Göggerle) dafür entschieden. „Weil im Rathaus alles gut gediehen ist“, habe sie dies in der Kandidatur bestärkt.

Dass Elisabeth Kugel das Vorhaben auf der Liste der Freien Wähler angeht, begründet sie damit, dass ihr die Wählervereinigung als „die neutralste Anlaufstelle“ erscheine. Will sie doch weiterhin für alle offen sein – und sich deshalb nicht auf örtlicher Ebene für die Freien Wähler engagieren.

Möglich sei dies dadurch, dass sie als Kandidatin zwar Mitglied sein muss. Dies aber eben nicht im lokalen Verbund, vielmehr sei dies auch auf Landesebene denkbar. „Ich engagiere mich nur auf der überörtlichen Ebene“, lautet Elisabeth Kugels Zielsetzung.

Als Kandidatin hebt sie hervor, dass sie über die Jahre den gesamten Bodenseekreis kennenlernen konnte - „es gibt kaum einen Flecken, den ich im Kreisgebiet nicht kenne“, sagt die 47-Jährige. Verweisen kann sie darauf, dass sie die Jahre 1992 bis 1995 in der Ausbildung im Kreisjugendamt verbrachte und dass sich weitere Jahre bis 2002 in Kreisdiensten anschlossen. Dazu gehörte sowohl die Arbeit im Kreisjugendamts-Bezirk Überlingen als auch jene für die Bezirkssozial-Arbeit, die Elisabeth Kugel nach Oberteuringen, Markdorf und ins Deggenhausertal führte.

Mit einem Mandat sieht sie viele Vorteile für den Bodenseekreis (“meine Erfahrungswerte einbringen zu können“) wie für Meckenbeuren verbunden. Der vertiefte Informationsfluss gehört ebenso dazu wie die Möglichkeit, kreisweit mitgestalten zu können - zumal die interkommunale Sicht und „der Blick über den Tellerrand“ immer wichtiger werden.

Dass die Schussengemeinde damit verstärkt vertreten wäre, ist durchaus ein Argument - derzeit sind es für die fünftgrößte Kreisgemeinde vier Sitze (Josef Sauter, Roland Weiß, Ingrid Sauter, Roberto Salerno) in dem 58 Köpfe starken Kreisparlament.

„Ich freue mich darauf“, blickt Elisabeth Kugel auf „Neuland“ und die Wahl am 26. Mai voraus.

Roland Weiß tritt nicht mehr an

Seitens der Freien Wähler freut sich Manfred Deutelmoser „natürlich, dass sich Elisabeth Kugel für die Liste der Freien Wähler entschieden hat“. Aber auch der Vorsitzende der Freien Wähler Meckenbeuren hebt hervor: „Es ist zu bemerken, dass Frau Kugel nicht Mitglied beim Ortsverein sein wird. Wir sind uns auch darüber einig, dass sie sich als Bürgermeisterin auf Gemeindeebene unabhängig verhalten wird, was uns sehr wichtig ist.“ Zudem weist Deutelmoser darauf hin, dass Elisabeth Kugel bei der Bürgermeisterwahl 2017 „als freie, parteilose Kandidatin angetreten war, was wir auch gerne respektieren“.

Unabhängig von Elisabeth Kugels Kandidatur für den Kreistag hatte sich Roland Karl Weiß schon länger entschlossen, sich nicht mehr für das Gremium zu bewerben. „30 Jahre sind eine stattliche Zahl“, nennt der Noch-69-Jährige die lange Zeit, die er für die Freien Wähler im Kreistag war, als einen der Beweggründe hierfür. Mit dann 70 habe man das Recht, „die ehrenamtlichen Funktionen zu minimieren“, weist der Ex-Bürgermeister auf noch deren zwölf hin. „Es ist irgendwann sinnvoll abzutreten“, zeigt er sich überzeugt – auch wenn er „gerne“ mitgeschafft habe.

Erfreut zeigt sich Weiß über die Kandidatur von Elisabeth Kugel (“wünsche ihr ein gutes Ergebnis“) wie auch darüber, dass sie vor Ort im Gemeinderat ihre Neutralität beibehalten will. Wichtig sei es, dass die Gemeinde Meckenbeuren im Kreistag stark vertreten sei - was auch 2019 über den gemeinsamen Wahlbezirk mit Tettnang und Neukirch geschieht.

Auf die 30 Jahre, die Roland Karl Weiß dem Kreistag angehört(e), wird die SZ gesondert zurückblicken. „Wir haben viel erreicht“, kann der Kreisrat summarisch feststellen.

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