Einst Bäckerei, dann Pflegeheim – nun Beherbergung

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Das Stop-Zeichen fürs Vorhaben im EVS-Weg ist hinfällig: Ein Beherber gungsbetrieb soll es sein.
Das Stop-Zeichen fürs Vorhaben im EVS-Weg ist hinfällig: Ein Beherber gungsbetrieb soll es sein. (Foto: RWe)

Ein Beherbergungsbetrieb mit acht Zimmern darf im EVS-Weg gebaut werden. Das hat der Technische Ausschuss (TA) am Mittwoch befürwortet. Allerdings geht man davon aus, dass die Baurechtsbehörde im Landratsamt noch Angaben einfordert, welche Form von Beherbergung mit welchen Betriebszeiten vorgesehen ist.

Der nun genehmigte Antrag (sechs Ja-Stimmen, drei Enthaltungen, einmal Nein) hat eine Vorgeschichte: Im Mai war ein Antrag für die gleiche Fläche abgelehnt worden, die im Geltungsbereich des Bebauungsplans Ginsterweg liegt. Er hatte den Bau eines Sechs-Familienwohnhauses zum Inhalt und kein Einvernehmen erhalten, da er die Grundzüge der Planung berühre, hieß es im TA. Was sich darauf bezog, dass die Geschossflächenzahl das laut Bebauungsplan zulässige Maß etwa um ein Drittel überschritten hätte. Die Sorge dabei: dass sich in dem relativ homogenen Wohngebiet dann auch andere Vorhaben an dem neuen Maß orientieren dürften.

Nun also eine Wendung, die von einer noch weiter zurückreichenden Vorgeschichte profitierte. War doch hier früher bereits einmal ein Beherbergungsbetrieb beheimatet – was zwischen der Nutzung als Bäckerei und dem jüngsten Standort für ein Pflegeheim gewesen sei, woran Elmar Skurka erinnerte.

Der Bauamtsleiter verwies darauf, dass eine Befreiung in diese Richtung also bereits einmal erteilt worden und die Gemeinde damit rechtlich gebunden sei.

Wie Ortsbaumeister Axel Beutner darstellte, handelt es sich um einen Umbau im Bestand, bei dem unter anderem mit dem Einbau von Wänden die neuen Räumlichkeiten entstehen. Angebracht werden soll ein Außenkamin.

Nicht verhehlt wurde, dass Nachbareinwendungen vorliegen, die inhaltlich von der Baurechtsbehörde zu beurteilen sind. In ihnen sei, so Beutner, die Frage gestellt worden: Was für eine Art von Beherbergungsbetrieb soll es sein?

Ein Ball, den Elmar Skurka aufnahm: Nach der klassischen Definition des Beherbergungsbetrieb sei von „Wohnen auf Zeit“ im Sinne eines Hotel garni auszugehen. Nicht erlaubt sind dem Amtsleiter zufolge Nutzungen, die in Richtung Gewerbe gehen. Skurka ist zuversichtlich, dass vom Landratsamt Angaben angefordert werden, aus denen sich die genaue Nutzung samt den beabsichtigten Betriebszeiten erkennen lässt.

Mit beantragt und gebilligt sind fünf Stellplätze. Sie liegen zwischen dem künftigen Gebäude und der Straße. Wenngleich auch sie in der Nachbareinwendung angesprochen werden, befinden sie sich laut Gemeinde im Einklang mit den Festsetzungen des Bebauungsplans. Auch vom Landratsamt habe man die Auskunft bekommen, so Elmar Skurka, dass keine Befreiung vonnöten sei.

„Ärgerlich“ für die Gemeinde sei der „Sinneswandel“ des Bauherrn, so die Kritik von Annette Mayer (BUS). Womit sie darauf abhob, dass Meckenbeuren mehr Wohnnraum benötigte als Beherbergungsbetriebe.

In ein und demselben Aufwasch hatte der Technische Ausschuss über einen Antrag des gleichen Bauherrns zu entscheiden, der sich auf das benachbarte Wohnhaus bezog. Sein Inhalt: „Anbau von zwei Dachgaupen und Einbau einer dritten Wohnung im Dachgeschoss.“

Hier erging das Einvernehmen einstimmig: Zwar brauchte es Befreiungen, da die Gaupen breiter sind, als es der Bebauungsplan vorsieht. Doch da ähnliche Ausnahmen an anderer Stelle im Wohngebiet bereits erteilt wurden, gab es keinen Anlass zur Diskussion.

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