Ein „Wir“-Tag für Azubis: Gemeinsam geht es leichter

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Schwäbische Zeitung

19 Auszubildende der St. Lukas-Klinik Liebenau sind im Grünen unterwegs gewesen. Angeleitet vom Team „Kompass Bodensee“ stellten sie sich den Teamherausforderungen in freier Natur, balancierten im Niederseilparcours mutig über Slacklines von Baum zu Baum oder kochten über dem offenen Lagerfeuer. Es war ein Sich-Kennenlernen, ein Begegnungstag weit über die Stationen der St. Lukas-Klinik hinaus.

Die Auszubildenden arbeiten in Wohngruppen in Berg und Weingarten, auf dem Weilerhof in Meckenbeuren und in verschiedenen Stationen in der Stiftung Liebenau. Sie begegnen sich selten. Umso wichtiger findet die Nachwuchsbeauftragte Laura Decker das persönliche Kennenlernen und den Kontakt untereinander. Eigens dafür trafen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Kompass-Gelände nahe Neukirch. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, führten die Erlebnispädagoginnen Annett Gundlach und Veronika Stützle die Teilnehmer auf die Grüne Wiese und ermutigten zum Springen durch das lange Seil. Die Azubis stellten schnell fest: „Gemeinsam geht es leichter und macht außerdem Riesenspaß.“

Abheben ist gar nicht so einfach

Die nächste Herausforderung wartete im Wald in Form eines Niederseilparcours. Slacklines knapp einen halben Meter über dem Boden führten von Baum zu Baum. Spontan bildeten die Azubis zwei Teams, die sich auf halber Strecke begegnen sollten, um gemeinsam im Reißverschlussverfahren das Ende des Parcours zu meistern. Doch aller Anfang war schwer. Auf den Slacklines war einfach kein Halten. Die Erdanziehungskraft war stärker und jeder Bodenkontakt bedeutete, das Team musste zurück zum Anfang.

Mut tut gut

Doch auch davon ließen sich die jungen Leute nicht entmutigen. Unverdrossen stiegen sie immer und immer wieder auf die Slacklines, wechselten die Positionen im Kletterteam, nahmen sich an der Hand, stützten sich gegenseitig den Rücken und umarmten stolz den erreichten Baum, während es weiter hinten schon wieder bröselte und der Parcours von vorne begann. Annett Grundlach bot Seilunterstützung „für eine adäquate Gegenleistung“ an: „Ihr müsst ein Lied singen.“ Es brauchte dann doch noch mehrere Abstürze von der Slackline, bis sich das Team durchringen konnte, vor versammelter Mannschaft ein Lied vorzutragen. Mit Erfolg. Mit dem zusätzlichen Halteseil und durch Anfeuern, balancierten sie in die Zielgerade.

Eine kalte Lagerfeuer-Stelle, Holz zum Hacken und Gemüse zum Schneiden erwarteten die Azubis. Einige kümmerten sich um die Tischdekoration, andere schokolierten den Nachtisch. Das Gemüse, von vielen Händen geschält und geschnitten, köchelte über dem Feuer. Das Kennenlernen dadurch fiel leicht. Die Azubis haben erfahren: „Es ist es wie im Alltag: Miteinander sind wir ein starkes Team.“

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