Ehrenamtliche bereichern das Leben im Pflegeheim

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Karl Gälle

„Uns geht’s drum, dass die Leut e bissle rauskommet und auf em Markt ischt immer was los“, sagt Werner Ackermann auf die Frage, warum er sich im Meckenbeurer Pflegeheim St. Georg als Marktbegleiter engagiert. Zusammen mit Brigitte Keckeisen, Hannelore Mayr und jeweils einer Pflegefachkraft begleitet die Gruppe mittwochs Pflegeheimbewohner auf den Wochenmarkt und auf eine eine Erkundungstour durch den Ort.

Parallel zu dieser ehrenamtlichen Gruppe gibt es im Pflegeheim der St. Elisabeth Stiftung die „Gottesdienstbegleiter“. Diese bringen die Bewohner zum Gottesdienst in der Hauskapelle und entlasten so das Pflegepersonal.

Die Idee zu diesem Engagement hatten Rita Thesing und Werner Ackermann, als ihre Tätigkeit im Krankenhausbesuchsdienst aufgrund der im Juni vergangenen Jahres erlassenen neuen Datenschutzverordnung nicht mehr zu bewerkstelligen war. „Wir waren ein eingespieltes Team, aber die Krankenhausseelsorger dürfen uns die Namen der Patienten aus unserer Gemeinde nicht mehr mitteilen“, bedauern sie das Aus des Besuchsdienstes. Gerne habe man diesen Dienst getan und dabei immer wieder erfahren dürfen, wie sich die Patienten über den Besuch gefreut hätten.

Grundsätzlich sei ein Besuch durch Ehrenamtliche nach wie vor möglich, doch müssten sich die Angehörigen oder die Patienten selbst im Pfarramt melden, betont Rita Thesing. Doch auch bei ihrer neuen Aufgabe dürfen die Ehrenamtlichen immer wieder erfahren, welche Freude sie den Heimbewohnern mit den Ausflügen zum Markt und durch den Ort machen.

„Es ist einfach nett, dass man dabei sein darf und ins Dorf kommt“, freut sich Heimbewohner Josef Welte über die Aktion und ist voll des Lobes für die Begleiter. Auch Betreuerin Regina Hirscher von der St. Elisabeth Stiftung sieht die Sache sehr positiv: „Toll ist für unsere Bewohner, dass die Marktbegleiter sehr viel über Meckenbeuren erzählen können und dass es auf dem Markt immer etwas Besonderes gibt. So beispielsweise frische Fischbrötchen, mit denen man selbst den Bettlägerigen im Heim Freude machen kann.“

Neben den Marktbegleitern und dem Gottesdienstteam engagieren sich im Pflegeheim St. Georg weitere Ehrenamtliche, sei es im Vorlesekreis oder im Hospizdienst und der Sterbebegleitung, wofür Sibil Morgenstern verantwortlich zeichnet. „Gott sei Dank laufen die Ehrenamtsdienste inzwischen an – und dies sehr gut“, freut sich auch Betreuer Joachim Dangel, der in St. Georg für deren Koordinierung zuständig ist. Es gelte, die Heimbewohner mit Hilfe der Ehrenamtlichen wieder ein Stück in den Alltag hineinzunehmen. Dadurch würden die alten Menschen ausgeglichener und ihre Lebensqualität erheblich verbessert. Joachim Dangel verweist zudem auf den sehr guten Kontakt zu den beiden Kirchen und deren Pfarrer, Josef Scherer und Peter Steinle. Dadurch und auch durch die große Unterstützung durch Heimleiter Sven Kühl werde der „christlich franziskanische Geist im Haus“ bewahrt und gestärkt, was für die Bewohner und auch für die Mitarbeiter angenehm und bereichernd sei.

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