„Click and Collect“: Besser als nichts

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Auch die Waren der Firma Restle können bestellt und abgeholt werden.
Auch die Waren der Firma Restle können bestellt und abgeholt werden. (Foto: Karin Schütrumpf)
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Wenn eine ganz bestimmte Schraube fehlt oder ein Küchengerät den Dienst versagt – in solchen oder ähnlichen Fällen darf Simone Restle ihren Kunden jetzt telefonisch helfen. Mit der Verlängerung des Lockdowns kam ein Lichtblick für den Einzelhandel: Telefonisch, per E-mail oder im Internet bestellte Ware darf jetzt wieder vor der Ladentür zur Abholung bereitgestellt werden. Die Kunden nehmen das gut an, stellten die Einzelhändler in Meckenbeuren fest.

„Ich bin jeden Vormittag am Telefon“, erzählt Simone Restle vom Haushaltswarengeschäft. Was immer es sein soll, sie stellt es vor die Tür und nimmt auch dort das Geld in Empfang. „Etwas umständlicher wird es, wenn es dann doch nicht genau das ist, was die Leute haben wollen, weil ich dann nochmal umtauschen muss“, schildert die Einzelhändlerin. Insgesamt freut sie sich aber, dass „Bestellen und Abholen“ das sogenannte „Click and Collect“ jetzt wieder erlaubt ist. „Das ist besser als nichts“, findet Simone Restle.

Auch Ursula Sulger von der Firma Spielwaren Gresser berät und verkauft jetzt viel am Telefon. „Ich habe nicht verstanden, warum das vor Weihnachten verboten war. Bei uns hat es nie eine to-go-Schlange gegeben“, sagt Sulger.

Mit allen Bestellern macht sie fürs Abholen einen Termin aus. Zur vereinbarten Zeit wird die Ware hinten im Hof aufs „Bänkle“ gestellt. Der Kunde wirft den Kaufpreis in den Briefkasten. „Das wird halbstündlich eingeteilt. Dann haben die Leute sich gegenseitig gar nicht gesehen“, beschreibt sie ihr System. Auch mit der Zahlungsmoral ihrer Abholkundschaft ist die Händlerin mehr als zufrieden. „Da hat noch nie etwas gefehlt“, lobt sie.

Im Gegenteil oft sei auch noch ein nettes Briefchen mit im Umschlag gewesen. Eines ihrer Schaufenster hat sie jetzt mit Gesellschaftsspielen dekoriert – Anregungen für Kaufinteressenten. Der Markt für Spiele und Puzzles boomt.

Auch Blumen gibt es seit dieser Woche wieder to-go in Meckenbeuren. Die Gärtnerei Weißhaupt in Brochenzell hat im Lockdown nach Weihnachten erst mal Betriebsferien gemacht. In dieser Zeit arbeitete der Bagger auf dem Außengelände.

Pflanzen waren vor der Tür des Ladengeschäfts ausgestellt. Jetzt sind die Mitarbeiter wieder im Werkstattmodus und beraten am Telefon. Der Käufer bekommt am Telefon auch eine persönliche Abholzeit für die bestellten Sträuße, Töpfe oder Gestecke. „Bitte kommen Sie nicht ohne Termin vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Anruf“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Auf Information via Internet setzen auch die anderen Meckenbeurer Einzelhändler. Bei fast allen ist auf den Internetseiten nachzulesen, wie der Bestell- und Abholservice im Einzelfall funktioniert.

Sehr froh, dass die Kunden Ware jetzt wieder selbst abholen dürfen, ist auch Sabine Stibi von der Firma Elektro Veeser. Nachgefragt werden vorrangig Gebrauchsartikel wie Batterien oder Leuchtmittel, auch mal eine kleine Lampe. „Das haben wir vor Weihnachten alles ausgefahren. Das war Service. Da ist nichts verdient“, räumt sie angesichts solcher Kleinlieferungen ein. „Aber wir wollten auch niemand ohne die passenden Glühbirnen für die Christbaumbeleuchtung Weihnachten feiern lassen“, schildert sie.

Sabine Stibi ist froh, dass die Kunden Kleinlieferungen nun wieder selbst vor dem Eingang in Empfang nehmen dürfen. Theoretisch können die Kunden auch bei Veeser jedes Teil aus der Ausstellung im Schaufenster bestellen und abholen. Aber wer einen ganzen Raum neu ausleuchten will, braucht nach Ansicht von Sabine Stibi Beratung im Geschäft.

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