Brochenzeller gehen auf feuchte, aber fröhliche Reise ins Mittelalter

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In den Regenpausen ist Stockbrot der Renner bei den kleinen Weihnachtsmarktbesuchern gewsen.
In den Regenpausen ist Stockbrot der Renner bei den kleinen Weihnachtsmarktbesuchern gewesen. (Foto: Schwier)
Kerstin Schwier

Dass nach monatelanger Dürre der Himmel ausgerechnet am ersten Adventswochenende seine Schleusen geöffnet hat, hat den Veranstaltern des mittelalterlichen Weihnachtsmarktes in Brochenzell wohl wenig gefallen.

Zum 24. Mal fand am Wochenende der weit über die Grenzen der Schussengemeinde bekannte und beliebte Weihnachtsmarkt statt. Inzwischen ist der eine zweigeteilte Veranstaltung. Während am Samstagabend schier kein Durchkommen auf den Plätzen vor dem Brochenzeller Schloss und dem angrenzenden Parkplatz war, fiel der Sonntag zunächst buchstäblich ins Wasser. Gegen die gefrorene Variante des Niederschlages hätten die Besucher wahrscheinlich weniger einzuwenden gehabt.

Doch nach gemütlichem Schlendern war den wenigsten zumute. Eine überschaubare Zahl an Besuchern, tief geduckt unter ihren Regenschirmen, lief über den Marktplatz. Erst gegen Nachmittag, als der Regen langsam in ein monotones Nieseln übergegangen war, füllte sich der Platz zusehends. Und auch die ganz besondere Atmosphäre des Brochenzeller Weihnachtsmarktes stellte sich an diesem trüben Tag doch noch ein. Keine bunt blinkenden Karussells mit lauter Discomusik oder „Jingle Bells“ in Endlosschleife, sondern stimmungsvolle Klänge und jede Menge Feuerkörbe sorgten für das einzigartige Ambiente.

Zahlreiche Händler, historisch gewandet in mittelalterlichen Kostümen, boten ihre meist selbst gefertigten Waren feil. Angefangen bei Adventskränzen, bis hin zu diversem Christbaumschmuck und Engeln aus unterschiedlichsten Materialien. Besonders kreativ und bastelfreudig waren die Schülerinnen der Klasse 8d der Realschule St. Elisabeth. An deren Stand gab es Treibholzengel, Bienenwachstücher, „die natürliche Alternative zur Alufolie“, oder aber auch „Silvester to go“, eine prall gefüllte Papiertüte mit Wunderkerzen, Konfettibomben und Glückskeksen für den perfekten Jahreswechsel. Mit dem Erlös soll die Klassenfahrt nach England im nächsten Jahr mitfinanziert werden. Angesichts der Fülle der Speiseangebote fiel manch einem die Entscheidung schwer. Der Duft von Ochs am Spieß, Dinnete, und Krautspätzle vermischte sich mit den süßen Gerüchen von Apfelküchle und Crȇpes. Am Samstagnachmittag war der Markt mit dem beliebten Fackelumzug der Kinder vom Vereinsheim des VfL Brochenzell zum Schloss gestartet. Etwa 150 Jungen und Mädchen marschierten, ausgestattet mit Fackeln und Laternen, unter Geleitschutz der Lands-knechte vom Seehaufen und mit musikalischer Begleitung des Fanfarenzugs Brochenzell in Richtung Schloss.

Die Organisatoren des Marktes, der Förderverein Humpisschloss und der Fanfarenzug Brochenzell, hatten in diesem Jahr ein buntes, abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, um den Gästen eine vergnügliche Reise in vergangene Jahrhunderte zu bieten. So ernteten die Auftritte der „Sueben“ (Spielleute aus Aulendorf), der Zirkus-Akademie und der Ritterbrüder der „Welfen“ aus Weingarten reichlich Applaus. Musikalische Unterhaltung gab es von den Fanfarenzügen Brochenzell, Obermarchtal, Graf Zeppelin, Oberzell und Montfort.

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