Brochenzell wird zur Narrenhochburg

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 Ganz Brochenzell ist am Fasnetssonntag in Narrenhand.
Ganz Brochenzell ist am Fasnetssonntag in Narrenhand. (Foto: Fotos: Kerstin Schwier)
Kerstin Schwier

Narren so weit das Auge reicht: Das gab es am Sonntag in Brochenzell zu sehen. Bei herrlichstem Frühlingswetter waren Tausende nach Humpishausen, wie der Meckenbeurer Ortsteil während der Fasnet heißt, zum traditionellen Narrensprung der Narrenzunft Brochenzell gekommen. Zum großen Finale nach einer ausgedehnten Fasnetsaison in diesem Jahr wurden noch einmal alle Kräfte mobilisiert.

Über 3000 Hästräger, Musikkapellen, Fanfarenzüge, Lumpenkapellen und Tanzgruppen juckten durch die Gassen und ließen sich von den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand feiern. (Fast) pünktlich um 14 Uhr startete der närrische Lindwurm am Meckenbeurer Bahnhof, zog die Eselsbrücke hinauf, marschierte weiter über die Schussenbrücke hinein nach Brochenzell, um letztlich an der Eugen- Bolz-Grundschule zu enden. Vorneweg, hinter dem Sprecherwagen, führten wie immer die Reiter der Reitergruppe Brugg die Karawane an. „Ross- Bolla“ hieß es da und es erstaunte wieder einmal, wie ruhig und gelassen die Vierbeiner angesichts des lauten Trubels blieben.

Kurze Nacht für Brochenzeller

Gleich danach folgte mit „Humpis- Ahoi!“ die gastgebende Zunft, wobei sich niemand beim Anblick des zahlreichen Narrensamens Sorgen um deren Fortbestand machen muss. So ging es Schlag auf Schlag weiter. Ob aus Ettenkirch, Lottenweiler, Oberteuringen, Zußdorf oder Immenstaad – von überall her waren die Hästräger und Musiker nach Brochenzell gekommen, um die Zuschauer am schönen Schussenstrand ordentlich aufzumischen.

Für einige Brochenzeller Narren war es eine kurze Nacht gewesen. Nach dem legendären Humpisball am Samstagabend folgte für sie gleich am frühen Sonntagmorgen die Narrenmesse in der St. Jakobuskirche. Beim anschließenden Zunftmeisterempfang im Kulturschuppen am Gleis 1 gab es für Brochenzells Zunftmeister Ralf Müller und Moderatorin Andrea Smigoc neben kleinen Gastgeschenken auch jede Menge guter Sprüche. Auch Meckenbeurens Bürgermeisterin Elisabeth Kugel, seit dem gumpigen Donnerstag entmachtet und als Zirkusdirektorin unterwegs, wünschte allen einen tollen Tag.

Zu dem unendlichen Thema eigene Brochenzeller Zunftstube – Zunftmeister Müller hatte Kugel am Gumpigen einen symbolischen Grundstein überreicht – konnte sie nur ausweichend vermelden: „Wir werden sehen, was die nächste Zeit bringt.“ Für die Ehrungen verdienter Zunftmitglieder waren August Reichle und Josef Gommeringer vom ANR zuständig.

Oberschwabens schönster Büttel Edwin Lanz, der aus gesundheitlichen Gründen verhindert war, bekam eine der höchsten Auszeichnungen des ANR, den Ehrenhäsorden Goldschliff, verliehen. „Seit 56 Jahren ist er in seiner Paraderolle für die Zunft unterwegs. Er ist immer gut gelaunt, hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Er ist ein wirkliches Original, eine Persönlichkeit. Ich ziehe meinen Hut vor ihm,“ erklärte Reichle. Den Hästrägerorden bekamen: Edith Franke- Lämmerhirt, Sandra Bojanic und Patrick Ferderle. Den Hästrägerorden Silberkranz gab es für Rosi Glatz und Sabine Jung-Baß.

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