Besuchsdienst und DSGVO: Wie geht es weiter an Kliniken?

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Nicht nur für die Klinik Tettnang, sondern auch für die Häuser in Friedrichshafen und Weingarten strebt der Medizin Campus Bode
Nicht nur für die Klinik Tettnang, sondern auch für die Häuser in Friedrichshafen und Weingarten strebt der Medizin Campus Bodensee eine einheitliche Lösung an. (Foto: rwe)

Zu erwarten sei, so Ganzert, dass Ende Juli bei einer Sitzung des MCB-Direktoriums ein Beschluss dazu falle.

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Einen unschönen Effekt haben die neuen Datenschutzbestimmungen der EU, die ja ab 25. Mai in Kraft getreten sind. Eine Konsequenz aus ihnen ist, dass die Klinik Tettnang die Namen von Patienten aus der Gemeinde Meckenbeuren (und anderen Kommunen) nicht mehr weitergibt beziehungsweise nicht mehr weitergeben darf. Deshalb können die Krankenhausbesucherinnen Patienten im Krankenhaus nicht mehr besuchen. „Das tut uns Mitarbeitern sehr leid. Wir haben diesen Dienst für die Kranken unserer Seelsorgeeinheit sehr gerne gemacht und durften immer wieder erleben, wie sich Patienten über unsere Besuche gefreut haben“, sagt Rita Thesing über das Angebot, das seit fast acht Jahren besteht.

In Trägerschaft der katholischen Seelsorgeeinheit Meckenbeuren hatten Ehrenamtliche seit dem Herbst 2010 Kranke in den Krankenhäusern in Tettnang und Friedrichshafen besucht. Was sich der Patient selber wünschen, was aber auch von der Familie erbeten werden konnte. Ein relativ großes Team mit rund 20 Leuten hatte dahinter gestanden, sodass die Einsätze für den Einzelnen nicht zu gehäuft kamen.

Doch wie kann es jetzt weitergehen? „Wenn Sie selbst oder Angehörige von Ihnen im Krankenhaus sind und besucht werden möchten, können Sie gerne im Pfarrbüro St. Maria, Telefon 07542 / 46 63, anrufen. Der Besuchsdienst steht auch weiterhin zur Verfügung“, macht Rita Thesing Mut.

Den hat auch Krankenhaus-Seelsorger Michael Hagelstein nicht sinken lassen: Tatsächlich sei es so, dass man im Moment keine Daten erhalte. Doch hat er auch zur Auskunft bekommen, dass intern in den Kliniken Klärungsprozesse laufen, wie dem Datenschutz Genüge getan werden kann, ohne den Besuchsdienst „kippen“ zu müssen.

Was Susann Ganzert auf SZ-Anfrage bestätigt: Die Pressesprecherin am Medizin Campus Bodensee (MCB mit Standorten in Friedrichshafen, Weingarten, Tettnang) verweist darauf, dass die neue Situation genutzt werde, um zu vereinheitlichen, was bisher in den drei Häusern mit Blick auf die Besuchsdienste unterschiedlich gehandhabt wurde.

„Wir wollen es MCB-weit einheitlich haben“, so Susann Ganzert mit Blick auf eine Lösung, die den Vorgaben entspricht.

Zu erwarten sei, so Ganzert, dass Ende Juli bei einer Sitzung des MCB-Direktoriums ein Beschluss dazu falle.

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