Bei Amalfi und Bala sind Schweißfüße ganz normal

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Ein erlebnisreicher Nachmittag für alle Hundefans.
Ein erlebnisreicher Nachmittag für alle Hundefans. (Foto: Karin Schütrumpf)
Karin Schütrumpf

„Wer von euch würde gern einen Hund haben“, fragt Carmen Mutscheller vom Schäferhundeverein, die Teilnehmer, die zur Erlebnisrallye mit dem Hund gekommen sind. Da melden sich viele. In sechs Gruppen geht es dann mit Hundeführer und einem Hund an der Leine ins Gelände. Heute begleiten die Schäferhunde Amalfi, Astina, Bala, Chief, Juna und der Boxer Desperados die Kinder.

Zusammen mit vier Mädchen hebt Hundeführerin Melanie vorsichtig den erst fünf Monate alten Schäferhund Amalfi aus seiner Box im Auto. Amalfi hat noch ein plusteriges, weiches Welpenfell und die vier Mädchen wollen ihn natürlich sofort streicheln. „Er ist noch jung, Knochen, Bänder und Sehnen sind noch nicht so belastbar. Der Sprung aus dem Auto würde ihm schaden“, erklärt Melanie den Kindern. Erst mal am Boden ist Amalfi eifrig bei der Sache und legt ordentlich Tempo vor. Schon bei der ersten Rate-Station hat er die Gruppe vor ihm eingeholt, die von Maike mit dem langhaarigen schwarzen „Chief“ begleitet wird. An jeder Station müssen die Kinder Fragen zum Thema Hund beantworten. Sie lernen, dass Hunde auch eine Privatsphäre haben. „Fremden Hunden solltet ihr nicht einfach um den Hals fallen und sie von allen Seiten umringen“, erklärt Melanie: „Fragt erst, ob ihr den Hund streicheln dürft. Und nähert euch einzeln und vorn vorne.“ Warum das so ist dürfen die Kinder selbst ausprobieren. Ein Mädchen hockt sich auf den Boden und spielt den Hund. Die Anderen kommen von allen Seiten und streichen ihr übers Haar. „Das war gar nicht gut“, findet die Kleine: „Da kriegt man ja Angst.“

Die Kinder lernen, dass sie nicht weglaufen sollten, wenn ein Hund bellend auf sie zukommt, und dass Mensch sich besser abwendet, wenn ein Hund einen Garten, das „Revier seines Menschenrudels“, verteidigt.

Können Hunde schwitzen? Wie kühlen sie sich ab, wenn ihnen heiß ist? Diese Fragen bringen auch eingefleischte Hundefans wie die kleine Emma erst mal in Erklärungsnot. Eine Methode macht Amalfi den Kindern gerade vor. Weil inzwischen die Sonne herausgekommen ist, hechelt der junge Schäferhund, um sich abzukühlen. Beim Hecheln bewundern die Kinder besonders die riesige Zunge von Boxer Desperados. „Hunde können aber auch über die Fußballen schwitzen und sich so abkühlen erklären die Hundeführer ihren kleinen Begleitern.“ Aha – Amalfi und seine Freunde haben also Schweißfüße und die brauchen sie bei warmen Wetter auch.

Auf dem Rallyeweg muss ein Tunnel durchkrochen und unter einem Stangenhindernis durchgeschlüft werden. Schäferhund, Boxer und Dackel kennen fast alle, als Hunderassen geraten werden sollen. Berner Sennenhunde und Rottweiler kennen nur wenige Kinder.

Zurück auf dem Hundeplatz gibt es erst einmal ein Eis zum Abkühlen für die Kinder, und dann zeigen die Vierbeiner aus dem Schäferhundeverein, was sie alles können.

Schäferhund Cello folgt mit sicherer Nase einer Fährte. Seine feinen Geruchssinne nehmen auf, wie sich Mikroorganismen im Boden durch das Betreten verändern. „Gute Hunde können so einer Fährte noch nach drei Stunden folgen“, erklärt Stefan Mutscheller den Kindern.

Der schwarze „Chief“ zeigt, wie toll er apportieren kann und Juna stellt einen Einbrecher (gespielt von Stefan Mutscheller). Erst auf Kommando lässt sie von ihm ab. Wer möchte kann sich einen Kampfhund anschauen und zusehen wie Boxer Desperados mit seiner großen Zunge Wasser aus einer Schüssel schlabbert. Mit dem gemeinsamen Grillen endet ein erlebnisreicher Nachmittag. Die kleine Mia verlässt den Platz mit traurigem Gesicht. „Hat es dir nicht gefallen?“, will Carmen Mutscheller wissen. „Doch, aber es ist blöd, dass ich schon gehen muss.“

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