Bauliche Nachverdichtung ist in Senglingen möglich

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Bauwillige müssen Senglingen keineswegs den Rücken zukehren: Die neuen Beurteilungsmaßstäbe nach Innenbereich erleichtern vielme
Bauwillige müssen Senglingen keineswegs den Rücken zukehren: Die neuen Beurteilungsmaßstäbe nach Innenbereich erleichtern vielmehr die Nachverdichtung. (Foto: roland weiss)

Senglingen wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1300 erwähnt. Von 1529 bis 1802 war der Großteil der dortigen Güter im Besitz des Klosters Weißenau. Zu Württemberg gehört es seit 1805 – dies bis 1937 als Teil der Gemeinde Liebenau und danach zur Gemeinde Meckenbeuren gehörig. Die Einwohnerzahl war von 1838 bis 1910 leicht gesunken (von 47 auf 38) und dürfte sich heute noch in diesem Bereich bewegen – zumindest was die Anzahl der Erwachsenen anbelangt.

Mit einer Bauvoranfrage aus Senglingen hat sich jüngst im Technischen Ausschuss der Blick auf eine grundsätzliche Problematik für den nördlichsten Ortsteil der Gemeinde geöffnet. Nämlich rund um die Frage, was dort künftig an nachverdichtender Bebauung möglich ist. Dies wiederum hängt von der baurechtlichen Einordnung des Siedlungsbereichs ab. Zugespitzt: Innenbereich oder Außenbereich?

In der Vergangenheit hatte die Gemeindeverwaltung stets die restriktiveren Vorgaben für Außenbereich als Maßstab angelegt, wie Patrick Gohl (Leiter Bauordnungsrecht) erklärte. Das aber hat sich geändert – und liegt an einem Gerichtsverfahren, das freilich nichts mit dem jetzigen Baugesuch zu tun hatte.

In dessen Verlauf hatte offenbar der zuständige Richter Senglingen als Ortsteil und damit als Innenbereich eingestuft. Das tat er freilich nicht in einem schriftlichen Urteil, weil ein solches aufgrund eines Vergleichs für das damalige Verfahren nicht notwendig wurde. Doch auch wenn es nicht niedergeschrieben ist, „würde es wohl so kommen“, lautete Patrick Gohls Schlussfolgerung. Mit der Folge, dass auch die jetzige Anfrage nach den Innenbereichs-kriterien beurteilt wird (die offenbar auch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde so akzeptiert). Zugespitzt: Das Beantragte muss sich in die Umgebungsbebauung einfügen. Zum Ziel hat die Voranfrage die „Bebauung einer Teilfläche mit zwei Wohngebäuden“, so der Wortlaut.

Die entscheidende Frage: „Fügt es sich ein?“

An Angaben konnte Ortsbaumeister Axel Beutner mitteilen, dass der Grundriss zwölf auf zehn Meter beträgt, dass es sich um zwei Geschosse und ein Satteldach handelt und dass mit dem Haus eine Baulücke zwischen zwei Gebäuden geschlossen wird. Das Einvernehmen des Ausschusses erhält die Voranfrage unter der Bedingung, dass sich das Haus von der Höhe her einfügt - was sich im Lauf des Genehmigungsverfahrens (auf die Voranfrage folgt noch der konkrete Antrag) zeigt.

Ein Beschluss, der bei zwei Neinstimmen erging, die von Annette Mayer (BUS) und Anita Scheibitz (CDU) stammten. Letztere pochte auf eine Grundsatzentscheidung des Gemeinderats, was in Senglingen an Bebauung möglich sein solle.

„Unglücklich“ und „unpassend“ nannte Annette Mayer ein Mehr an Bebauung, da sie Senglingen als Splittersiedlung betrachtet.

„Ich habe den Eindruck, dass wir da nicht viel zu sagen haben“, war die Einschätzung von Josef Sauter (CDU) mit Blick auf die Entscheidungen an übergeordneter Stelle. Verbleibt nur: „Die Gebäude sollen sich in das Dorf einfügen“, konstatierte Sauter.

Senglingen wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1300 erwähnt. Von 1529 bis 1802 war der Großteil der dortigen Güter im Besitz des Klosters Weißenau. Zu Württemberg gehört es seit 1805 – dies bis 1937 als Teil der Gemeinde Liebenau und danach zur Gemeinde Meckenbeuren gehörig. Die Einwohnerzahl war von 1838 bis 1910 leicht gesunken (von 47 auf 38) und dürfte sich heute noch in diesem Bereich bewegen – zumindest was die Anzahl der Erwachsenen anbelangt.

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