Autonomes Fahren muss absolut fehlerfrei funktionieren

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Schwäbische Zeitung

Der SPD Ortsverein Meckenbeuren hatte am vergangenen Donnerstag ins Schloss Brochenzell eingeladen um über das Thema Digitalisierung zu sprechen. Roland Rasch vom SPD Ortsverein Meckenbeuren ging im Rahmen seines interaktiven Vortrags auf die gesamte Bandbreite dieses Themas ein, heißt es in einem Bericht des Ortsvereins.

Mit anschaulichen Bildern und Beispielen beschrieb er die Anfänge der Digitalisierung im 18. Jahrhundert, erklärte was es mit dem „mechanischen Türken“ als scheinbar ersten Roboter der Menschheitsgeschichte auf sich hatte, und was die Erfindung des binären Zahlensystems bedeutete. Er leitete über zur Geschichte der ersten Computer in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, bis zu den Smartphones und Tablets der heutigen Generation.

Die rasante Verbesserung der Rechenleistung führte zu immer leitungsfähigeren Programmen. Dabei wurde an das Jahr 1996 erinnert, als der damalige Schachweltmeister zum ersten Mal gegen ein Computerprogramm verlor, dass noch auf einem Großrechner betrieben werden musste. Bereits zehn Jahre später hatten Schachgroßmeister keine Chance mehr gegen Programme, die jetzt auf herkömmlichen PCs installiert waren.

Das Thema Netzausbau und Künstliche Intelligenz (KI) sind wichtige Grundlagen für das autonome Fahren, das uns in der Zukunft beschäftigen wird. Roland Rasch erinnerte an die Vielzahl von tödlichen Unfällen, die von teilautonomen Fahrzeugen in den USA verursacht wurden. Das autonome Fahren wird sich nur dann durchsetzen, wenn es absolut fehlerfrei und zu 100 Prozent zuverlässig funktioniert.

Wenn ein Computer selbständige Entscheidungen trifft, müssen auch die ethischen Voraussetzungen geschaffen werden, nach denen das Programm seine Entscheidungen trifft, um zum Beispiel Unfälle zu vermeiden. Das konnte anschaulich am sogenannten Weichenstellerproblem gezeigt werden, bei dem ein Computer die Entscheidung treffen muss, ob Fahrgäste in einem Zug verletzt werden, oder ein Unfall mit auf den Gleisen stehenden Personen vermieden werden soll, heißt es im Bericht weiter. Die Veränderungen durch die Digitalisierung betreffen viele Berufsgruppen, deren Jobs durch Computer oder Roboter ersetzt werden können. Es müsse Aufgabe unserer Gesellschaft sein, sich um diese von der Digitalisierung abgehängten Menschen zu kümmern, und Lösungen zu finden. Auf der anderen Seite bestünden durch die Digitalisierung riesige Chancen, neue Geschäftsmodelle aufzubauen, um weiterhin am Weltmarkt erfolgreich zu sein, und dadurch neue Arbeitsplätze zu schaffen.

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