Auszeichnung: „Sie waren ein Team“

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Das Ehrenzeichen der Stiftung Liebenau wurde in diesem Jahr an zwei verdiente Personen verliehen: Edgar Kessler (Mitte links) un
Das Ehrenzeichen der Stiftung Liebenau wurde in diesem Jahr an zwei verdiente Personen verliehen: Edgar Kessler (Mitte links) und Wolfgang Oppolzer (Mitte rechts), umrahmt vom Vorstand der Stiftung Liebenau (von links) Markus Nachbaur, Prälat Michael H. F. Brock und Berthold Broll. (Foto: : Felix Kaestle)
Schwäbische Zeitung

Mit ihrem Ehrenzeichen hat die Stiftung Liebenau zwei Männer geehrt, die für die fachliche Entwicklung im Aufgabenfeld Gesundheit Beeindruckendes geleistet haben. „Über viele Jahre haben Dr. Edgar Kessler und Wolfgang Oppolzer gemeinsam die Geschicke der St. Lukas-Klinik verantwortet, sie haben Bestehendes gesichert und Innovatives geschaffen“, wie es bei der Verleihung des Ehrenzeichens hieß.

Das Ehrenzeichen wird seit 2002 an Menschen verliehen, die sich in herausragender Weise um das Wohl der Stiftung Liebenau und ihre Aufgaben im Sozial- und Bildungsbereich verdient gemacht haben. Erstmals wurde es jetzt an zwei Personen vergeben: Edgar Kessler und Wolfgang Oppolzer. „Sie waren ein Team. Der eine hätte ohne den anderen nicht so erfolgreich sein können“, erläuterte Markus Nachbaur, Vorstand Stiftung Liebenau. Dabei sei das eine Partnerschaft zweier höchst unterschiedlicher Menschen gewesen: Wolfgang Oppolzer nach außen orientiert, mit viel Freude an Neuentdeckungen, immer rührig. Edgar Kessler mit dem Blick aufs Innere, eher bedacht auf Konsolidierung des Bestehenden und Halten des Qualitätsanspruchs. „Die Spannung, die aus dieser Unterschiedlichkeit resultierte, haben Sie auf bewundernswerte Weise konstruktiv genutzt – immer mit Blick nach vorn, in die Zukunft Ihrer Klinik“, so Nachbaur.

Kessler war 1992 in die St. Lukas-Klinik gekommen, zunächst als Arzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dann als Chefarzt und von 2007 bis 2015 als Geschäftsführer. Als Meilensteine seiner Tätigkeit bezeichnete Nachbaur die – in der Region einzigartige – Eltern-Kind-Station sowie die kinder- und jugendpsychiatrische Institutsambulanz in Liebenau und die Tagesklinik Bernsteinstraße in Stuttgart. „Dadurch ist es möglich, junge Patienten angemessen zu diagnostizieren und zu therapieren, ohne sie aus ihren Familien nehmen zu müssen. Das ist ein großer Schritt zu einer besseren psychiatrischen Versorgungsstruktur.“ Besonders dankbar, so Nachbaur, sei die Stiftung Liebenau ihm dafür, dass er auch nach Eintritt in den Ruhestand in Notsituationen immer wieder eingesprungen sei in der Klinik. „In der Stiftung Liebenau wusste man stets: Auf Kessler kann man bauen.“

Wolfgang Oppolzer kam 1988 als Pflegedienstleiter in die St. Lukas-Klinik, er übernahm 2002 die Geschäftsführung. Und bis heute verantwortet der 70-Jährige als Geschäftsführer die Liebenau Therapeutischen Einrichtungen in Stuttgart. „Sie waren und sind der Antreiber mit einem scharfen Blick für Entwicklungschancen“, sagte Nachbaur. Als Beispiele für fachliche Neuerungen nannte er die sozialtherapeutischen Gruppen, etwa für Jugendliche und für Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen, sowie das Haus St. Damiano in Stuttgart Bad Cannstatt, das eine sozialtherapeutische Betreuung in Wohnortnähe ermöglichte. „Um Neues aufzubauen, braucht es Mut, Kreativität und Pragmatismus. Davon haben Sie viele weitere Projekte im Stiftungsverbund profitieren lassen“, so Nachbaur.

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