Auch Filzinger scheitert in Meckenbeuren

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 Ist nicht mehr Trainer in Meckenbeuren: Bernd Filzinger.
Ist nicht mehr Trainer in Meckenbeuren: Bernd Filzinger. (Foto: AlHO)
Sportredakteur
Klaus Eichler

Ein Hotel in Immenstaad am Bodensee für das Trainingslager des Fußball-Bezirksligisten TSV Meckenbeuren war schon gebucht. Aus gut unterrichteten Kreisen hieß es aber, dass gerade einmal acht Spieler angereist sein sollen, um sich mit Bernd Filzinger auf den Start nach der Winterpause vorzubereiten. Mittlerweile ist durchgesickert: Seit Dienstagabend gehen der Fußballlehrer und der Verein getrennte Wege. Nach der erfolgreichen Ära von Klaus Gimple, die bis 2017 dauerte, kommt der Fußballclub auf der Trainerposition der ersten Mannschaft in kein ruhigeres Fahrwasser.

Binnen zwölf Monaten ereilte Bernd Filzinger das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger Daniel Schmid. Der war, in der Vorsaison 2017/18, bis Mitte April in Meckenbeuren für den Bezirksligisten verantwortlich, musste jedoch nach einer kleinen Niederlagenserie, nach der sich Meckenbeuren auf dem elften Tabellenrang wiederfand, den Hut nehmen. Für kurze Zeit übernahm TSV-Abteilungsleiter Björn Fisch den Posten, bevor Filzinger zum TSV Meckenbeuren stieß. Der trainierte zuvor für dreieinhalb Jahre den SC Markdorf, mit dem er in die Landesliga Südbaden aufstieg. Nun ist auch Filzinger beim TSV schon wieder Geschichte.

Vorbei sind somit die Zeiten, in denen Kontinuität an der Seitenlinie der Grün-Weißen waltete. Hier hatte über Jahre hinweg Klaus Gimple das Sagen. Er führte den Fußballclub zunächst in die Kreisliga A2 und später in die Bezirksliga Bodensee. Dann genehmigte sich Gimple eine Pause und heuerte zur Winterpause 2017/18 beim Ligakonkurrenten SV Kressbronn an. Erst am letzten Spieltag der Vorsaison entging Meckenbeu-ren – unter der Führung von Bernd Filzinger – dank eines 6:0-Siegs gegen Meister Kißlegg gerade so der Abstiegsrelegation.

In der laufenden Spielzeit konnte Filzinger die Abwärtsspirale des TSV Meckenbeuren, der aktuell auf Tabellenplatz zwölf und damit dicht vor den Abstiegsrängen steht, nicht stoppen. Nach einem vielversprechenden Start mit zwölf Punkten aus den ersten sieben Spielen gab es bis zur Winterpause lediglich einen weiteren Sieg und nur sechs Punkte. Als Grund nennt der Coach, der sich „in gegenseitigem Einvernehmen“ mit dem TSV getrennt hat, die schwache Beteiligung zum Trainingsauftakt im neuen Jahr – und eben auch das schlecht besuchte Trainingslager am Bodensee.

Unterschiedliche Vorstellungen

„Ich wollte in einem Gespräch klären, wie wir den weiteren Weg gestalten wollen. Wir lagen aber, was das Sportliche angeht, weit auseinander“, sagt der Ex-Coach. Mit der Qualität des Kaders dürfte es laut Filzinger schwer für den TSV werden, die Klasse zu halten. „So manchem Spieler mangelt es an der Einstellung“, legt er nach. Er habe die eine oder andere Verstärkung in der Winterpause gefordert, die ihm aber verwehrt worden sei. Letztlich hätten unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft des TSV zur vorzeitigen Trennung geführt.

Dies bestätigt der stellvertretende Abteilungsleiter Kevin Blaser, der mit dem am Kreuzband verletzten Spieler Jan Mathis die Mannschaft übernommen hat und bis zum Saisonende am Ziel Klassenerhalt festhält. „Gegen den Abstieg zu spielen ist nicht mein Anspruch“, betont wiederum Filzinger. Daher habe es „unter diesen Umständen“ für ihn keinen Sinn mehr gemacht, hier weiterzuarbeiten.

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