Angesichts von Corona: Tarifverhandlung ist ausgesetzt

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 Vertagt sind die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Stiftung Liebenau.
Vertagt sind die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Stiftung Liebenau. (Foto: rwe)
Schwäbische Zeitung

Angesichts der Entwicklung rund um das Coronavirus findet die für den 24. März in Stuttgart geplante Verhandlungsrunde in der Tarifauseinandersetzung zwischen Liebenau Leben im Alter und der Gewerkschaft ver.di nicht statt. Das ist einer Pressemitteilung der Stiftung zu entnehmen.

Diese Entscheidung haben demnach beide Verhandlungspartner, Geschäftsführung Liebenau Leben im Alter und Gewerkschaft ver.di, getroffen. Das bedeutet, dass die Verhandlungen vorübergehend ausgesetzt sind. Präventiv gilt das Aussetzen bis zum 30. April und somit auch für den bereits folgenden Verhandlungstermin am 23. April.

In Anbetracht der Bedeutung dieser Tarifverhandlungen ist den Beteiligten diese Entscheidung nicht leichtgefallen. Das Coronavirus, dessen Auswirkung mit Geschwindigkeit zunimmt, bringt schon jetzt immer mehr Einschränkungen für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben mit sich.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen halten es beide Seiten jedoch für unverantwortlich, den Beteiligten die zahlreichen Besprechungen und Reisen zuzumuten, die mit einer Verhandlung verbunden wären. Der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat in dieser Situation absoluten Vorrang, ebenso wie die Verantwortung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser der Pflege.

Die Verhandlungsführer der Liebenau Leben im Alter wollen damit keinesfalls Tarifvertragsverhandlungen hinauszögern, heißt es weiter in dem Pressebericht. Sie wüssten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele Erwartungen an einen zeitnahen Abschluss eines Tarifvertrages haben. Deshalb kündigt das Unternehmen die freiwillige Vorabzahlung eines Einmalbetrages an alle Mitarbeitenden an. Dieser Einmalbetrag soll dann in das Gesamtvolumen einfließen, das abschließend verhandelt wird. Mit diesem Schritt leiste die Liebenau Leben im Alter einen Beitrag zu einem fairen Verhandlungsergebnis, das den Erwartungen der Arbeitnehmer entgegenkommt, aber natürlich auch für das Unternehmen leistbar, marktgerecht und zukunftsfähig sei, so der Pressetext.

Die verhandlungsfreie Zeit wollen beide Seiten nutzen, um vereinbarte Berechnungen fertigzustellen und auszutauschen. Auch wird geprüft, inwieweit über Telefon- oder Videokonferenzen weitere Verhandlungstermine vorbereitet werden können.

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