Andy Häussler spielt mit dem sechsten Sinn

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Andy Häussler spielt mit dem sechsten Sinn
Andy Häussler spielt mit dem sechsten Sinn (Foto: sarah Rist)
sar und Sarah Rist

Andy Häussler, zweifacher deutscher Meister der Mentalmagie, war am Samstagabend zu Gast im Kulturschuppen „Gleis 1“. Mit seinem zweiten Soloprogramm „Der sechste Sinn“ hat er die zahlreichen Zuschauer zum Staunen gebracht.

Häussler, der sich selbst als der „Enterbrainer“ (englisches Wortspiel) bezeichnet, begrüßt das Publikum: „Heute dreht sich alles um unsere fünf Sinne und um das, was wir den sechsten Sinn nennen. Kennen Sie das, wenn Sie an jemanden denken und kurz darauf klingelt das Telefon und die Person ist am Apparat? Zufall? Oder sechster Sinn?“ Und dann nimmt er das Publikum mit in die Welt der Magie. Ob eine Entscheidungsfrage nach Bauchgefühl, die im Zweifel wortwörtlich mit einem Griff ins Messer geendet hätte, Erraten von Würfelaugenzahlen oder ein erwachsener Mann, der nach einer Reise in seine Kindheit plötzlich nicht mehr lesen kann – Häussler bringt seine magischen Fähigkeiten zum Einsatz und lässt die Besucher spüren, was es mit dem sechsten Sinn auf sich hat. Die Zeit zwischen den Tricks nutzt der Künstler, um dem Publikum allerlei verblüffendes Wissen über die menschliche Wahrnehmung, die fünf Sinnesorgane, die innere Stimme und (un-)erklärliche Phänomene zu vermitteln. Der Zauberkünstler bezeichnet das als „Infotainment“. „Die Theorie sagt, dass sich ein Gedanke auch über weite Entfernungen verbreiten kann, wenn mehrere Individuen das Gleiche denken“, so Häussler. Anschließend können die Zuschauer, die alle an eine bestimmte Geste denken sollten, beobachten, wie Murielle auf der Bühne mit verbundenen Augen genau diese Bewegung ausführt. Ein besonderes Highlight der Show ist, wie Häussler die, zuvor notierten, größten Wünsche der Zuschauer erraten kann. Ein ungläubiges Kopfschütteln geht durch die Reihen, das Publikum ist beeindruckt. „Wie kann es sein, dass ich Dinge weiß, die ich eigentlich gar nicht wissen kann?“, spricht Andy Häussler aus, was sich ein jeder Besucher fragt und deutet an, dass es darauf ankäme, sich in sein gegenüber hineinversetzen zu können. Und so wählt er Claudia aus dem Publikum aus, von der überzeugt ist, dass sie auch einen guten sechsten Sinn hat und auch sie kann den Wunsch einer Besucherin erraten. Trotzdem bleibt vieles ein Rätsel: Wie hat der Magier die Lottozahlen erraten, die Personen aus dem Publikum notiert haben? Wie kann es sein, dass eine Zuschauerin aus einer Speisekarte genau die Speisen ausgewählt hat, die Häussler zuvor in diesem Restaurant gegessen hatte und dies über eine Rechnung nachweisen konnte? Und wie wusste er im Voraus, welches Wort das Publikum aus einem dicken Buch auswählen würde? Nach einem verzaubernden Abend, der auf jeden Fall ein gutes Alternativprogramm zum Seehasenfest war, verabschiedet sich der Mentalmagier: „In diesem Sinne: Nutzen Sie Ihre fünf Sinne gut und vertrauen Sie aber auch gelegentlich Ihrem sechsten Sinn!“

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