Stefan Mutscheller mit Cello vom Zettelbach.
Stefan Mutscheller mit Cello vom Zettelbach. (Foto: verein)
Schwäbische Zeitung

Zum ersten Mal richtet die Ortsgruppe Tettnang-Meckenbeuren des Vereins für Deutsche Schäferhunde eine württembergische Landesmeisterschaft für Fährtenhunde (LG-FH) aus. Was das für die Ortsgruppe bedeutet, welche Rolle dabei Felder und Äcker der Landwirte spielen und welche Herausforderungen – und auch Kilometer – dabei gemeistert werden müssen, weiß Stefan Mutscheller. Von Beginn an hat sich der Ausbildungswart für die Übernahme der Meisterschaft eingesetzt und die Organisation in die Hand genommen.

In wenigen Tagen werden sich die besten Fährtenhunde der Region hier messen. Ihre Ortsgruppe ist mit für den reibungslosen Ablauf verantwortlich. Sind Sie aufgeregt?

Ja, natürlich bin ich aufgeregt. Zum Einen ist es die erste große Veranstaltung, die wir organisiert haben. Zum Anderen fiebere ich als Fährtenbegeisterter mit allen Teilnehmern mit.

Wie kam es denn überhaupt zur Übernahme der Landesmeisterschaft?

Zum 50-jährigen Bestehen richtete unsere Ortsgruppe eine Landesgruppen-Zuchtschau mit sehr vielen Teilnehmern auf unserem Vereinsgelände aus. Diese Veranstaltung wurde so leider nie wieder wiederholt. In diesem Jahr stand zum 70-jährigen die Frage im Raum wie wir dieses Jubiläum begehen könnten. Eine Idee war im Frühjahr die Ausrichtung der diesjährigen LG-FH.

Die OG besteht seit 70 Jahren, warum jetzt erst eine Landesmeisterschaft? Flächen gibt es hier doch genug…

Eine Meisterschaft für Fährtenhunde stellt sehr hohe Anforderungen an das Fährtengelände: Es muss großflächig sein, muss zwei Hektar je Teilnehmer bieten und sollte möglichst gleichmäßig bearbeitetet sein. Nur so herrschen die gleichen Voraussetzungen für alle Teilnehmer. Schließlich macht die Art und Weise der Ackerbodenbearbeitung hier schon große Unterschiede. Leider konnten wir im Umfeld unseres Vereinsheims keine entsprechend großen Flächen ausmachen.

Das heißt, die Ortsgruppe musste über örtliche Grenzen schauen?

Ja genau. Nach Rücksprache mit Landwirten und der Landesgruppe, der wir ja die Übernahme angeboten hatten, war es aber absolut kein Problem, dass wir die Veranstaltung im 20 Minuten entfernten Schussental abhalten, wo sehr gleichmäßige schöne große Ackerflächen vorhanden sind.

Bedauern Sie, dass die Meisterschaft nicht in unmittelbarer Nähe stattfinden kann?

Natürlich wäre es schön die LG-FH in Vereinsheimnähe auf dort befindlichen Äckern auszurichten. Das zweitgrößtes Hopfenanbaugebiet Deutschlands und gleichzeitig größtes Apfelanbaugebiet Baden-Württembergs mit der Alpensilhouette wäre eine wunderbare Kulisse mit regionalem Bezug gewesen. Doch die vorhandenen Hopfengärten stellten aufgrund ihrer Größe, der fehlenden Bodenbearbeitung nach der Ernte sowie der nicht zu unterschätzenden Verletzungsgefahr durch die im Erdreich befindlichen Drähte leider keine Alternative dar. Es fehlte einfach an den großen zusammenhängenden Ackerflächen.

Vor wenigen Wochen haben sie bereits mit der ersten Ausrichtung einer „Wesensbeurteilung“ für Schäferhunde Neuland betreten und machen mit der Landesmeisterschaft nun einen weiteren Schritt ins bisher Unbekannte. Warum?

Nachdem wir im vergangenen Jahr von unserem Hauptverein zertifiziert wurden, erfreuen wir uns großer Nachfrage von Hundehaltern, die sich im Hundesport üben möchten. Gepaart mit unserem 70-jährigen Bestehen wollen wir als Ortsgruppe zeigen, dass wir aktiv und zukunftsgestaltend an einer modernen Hundeausbildung mitwirken. In diesem Zusammenhang laden wir natürlich alle Hundesportinteressierten, als auch deren Kritiker, stets zu unseren Veranstaltungen ein, um mit diesen so ins Gespräch zu kommen. Zudem kann sich jeder in unserem regulären Training ein Bild von der Art und Weise der Ausbildung machen.

Gibt es dann noch eine Überraschung im Jubiläumsjahr?

Wir wollen den Bogen des Machbaren nicht überspannen. Ich denke, dass wir mit zwei Prüfungen, zwei Erste-Hilfe-Kursen für Hundebesitzer, einer Wesensbeurteilung, sowie der nun organisierten LG-FH genügend Veranstaltungen für dieses Jahr durchgeführt haben. Zudem steht in fünf Jahren ja schon das 75-jährige Bestehen an.

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