Als Ersatz für Kastanien werden 13 Bäume gepflanzt

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Der Bebauungsplan Altmannstraße: in Blau eingezeichnet die vier Baufel der in zwei Bauabschnitten. Nördlich der Straße ist der B
Der Bebauungsplan Altmannstraße: in Blau eingezeichnet die vier Baufel der in zwei Bauabschnitten. Nördlich der Straße ist der Bachverlauf zu er kennen, an dem fünf Stileichen neu gepflanzt werden sollen. (Foto: gemeinde)

Konkreter geworden ist der Bebauungsplan Altmannstraße. Der Gemeinderat hat jüngst beschlossen, dass die Kastanienreihe entfallen soll, die inmitten der beabsichtigten Wohnbebauung stehen würde. Als Ausgleich soll es verpflichtende Ersatzanpflanzungen innerhalb sowie freiwillige Ersatzanpflanzungen außerhalb des Plangebiets geben.

Im Sachvortrag lenkte Judith Biegert vom Amt für Bauwesen und Gemeindeentwicklung den Blick auf den November 2018. Damals hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt zu prüfen, wie es um Ersatzpflanzungen bestellt sei.

Für jene im Plangebiet schlägt das Büro 365 Grad freiraum und umwelt die Pflanzung von fünf großkronigen Bäumen in Form von Stileichen vor, die hier dem Verlust der vier quartierprägenden Kastanien entgegenstehen. Sie sollen entlang des Meckenbeurer Baches ihren Platz finden.

Von einem Gutachter wurde hervorgehoben, dass der damit entstehende naturnahe Randstreifen dem Lebensraumangebot für jagende Tiere dient und im Sinne des Fledermausschutzes empfehlenswert sei.

Wo weitergehend Ersatz für die wegfallenden Kastanien geschaffen werden kann, darum kümmerte sich das Büro Hornstein (Überlingen). Sein Vorschlag: Eine Reihe aus acht Laubbäumen soll auf gemeindeeigenen Grundstücken gepflanzt werden – dies in Verlängerung der Altmannstraße entlang der Fischtreppe am Meckenbeurer Bach.

Die Vorteile dieser Bepflanzung: Sie erfolgt in unmittelbarer Nähe zum Plangebiet. Und: Mit ihr wird der Bach im Bereich der Fischtreppe beschattet, was Mensch wie Tieren (vor allem Vögel) im Sommer vor Überhitzung schützt.

„Zementieren den Bachlauf auf 100 Jahre“

Bei einer Enthaltung von Josef Sauter stimmte das Gremium all dem zu. Der CDU-Rat hatte – wie zuvor auch Jonathan Wolf (SPD) – nach der Renaturierung des Baches gefragt. Während Wolf annahm, dass eine Renaturierung durch ihre Biegungen zu viel Platz im Baugebiet verbrauchen würde, sah dies Sauter kategorischer: Seit 30 Jahren sei die Rede davon, dass der Bach renaturiert werden solle. Mit der Pflanzung der Eichen „nehmen wir uns diese Möglichkeit“. Vielmehr werde dann „an dem geraden Kanal“ der Bachverlauf auf 100 Jahre zementiert.

„Dieser Zug ist abgefahren“, lenkte Karl Gälle als Sitzungsleiter (Bürgermeisterin Elisabeth Kugel ist bekanntlich nach einem Skiunfall krankgeschrieben) den Blick darauf, dass solche Veränderungen, so gewollt, im Bebauungsplanverfahren festzulegen gewesen wären.

Judith Biegert und Bauamtsleiter Elmar Skurka wiesen darauf hin, dass entlang des Baches die Böschung flacher werde und der Gewässerrandstreifen mehr Raum erhalte. Zu der Anmerkung aus Ratsreihen, dass mit dem Wegfall der Kastanien kein Grün mehr innerhalb der Bebauung vorgesehen sei, hieß die Entgegnung: Wären Pflanzgebote vorgeschrieben worden, wäre auf den eh schon kleinen Grundstücken kein Platz mehr für einen Garten gewesen.

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