530 Unterschriften für „weniger Verkehr in Kehlen“

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530 Unterschriften gibt es für Landrat Lothar Wölfle und einen Brief für Bürgermeisterin Elisabeth Kugel (links), dies von Simon
530 Unterschriften gibt es für Landrat Lothar Wölfle und einen Brief für Bürgermeisterin Elisabeth Kugel (links), dies von Simone Schmid (rechts), daneben Anja Badent, beide von der Aktion „Weniger Verkehr bei uns in Kehlen". (Foto: kesc)
Kerstin Schwier/Roland Weiß

Die Berufsbildungsbörse vom Wochenende haben die Initiatoren der Aktion „Weniger Verkehr bei uns in Kehlen“ genutzt, um vor der Humpishalle 530 Unterschriften an Landrat Wölfle zu überreichen. Damit verbunden war ein Begleitschreiben, in dem sie ihre Sicht, Sorgen und Hoffnungen zum Ausdruck bringen. Bis Mitte August hatte ein freier Zusammenschluss von Anwohnern Unterschriften in und um Kehlen gesammelt. Mehr als 530 Ortsansässige und „auswärtige Nutzer“ unterstützten den Ansatz, der auf eine Verbesserung der Verkehrssituation im Ort abzielt.

Anja Badent und Simone Schmid überreichten nun am Samstag die gesammelten Unterschriften zusammen mit einem Begleitschreiben an Lothar Wölfle. Der Landrat ist deshalb erster Ansprechpartner, weil bei möglichen Maßnahmen das Landratsamt Bodenseekreis und die Polizei mit ihrem Votum (derzeit noch abschlägig) entscheidend sind.

„Nach knapp einem Jahr Südumfahrung Kehlen hat sich die Situation in Kehlen leider nicht verbessert. Die erhoffte Entlastung ist leider nicht eingetreten. Auch konnten wir weder eine Tempo 30 Reduzierung noch eine Tonnagebeschränkung durchsetzen“, berichtete Anja Badent bei der Übergabe. „Für uns ist es widersprüchlich, einerseits eine ,wesentliche Entlastung’ für Kehlen zu versprechen – unterlegt mit einem Bezug auf die Verkehrssicherheit im Ort – der andererseits mit der Ablehnung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen wiederum nun entgegengewirkt wird“, so heißt es im Schreiben als Anlass für die Aktion.

„Versprechen kann ich ihnen heute noch gar nichts, nur so viel, dass die Verkehrsschau möglichst bald stattfinden soll“, erklärte Landrat Wölfle. Dieser klärende Termin, auf dem viele Hoffnungen ruhen, musste bislang coronabedingt verschoben werden.

Durch die Herabstufung der Ortsdurchfahrt Kehlen zur Gemeindestraße müsse zudem die Gemeinde „mit ins Boot genommen werden“, so der Landrat weiter. Angesprochen wurden auch die vielfältigen Möglichkeiten, die der Kommune damit offen stehen, wie beispielsweise Fahrbahnverengungen.

Für Bürgermeisterin Elisabeth Kugel, die bei der Unterschriftenübergabe ebenfalls anwesend war, gab es von den Initiatorinnen daher auch ein Informationsschreiben. Im Wortlaut zu finden ist dieses übrigens auf der Facebook-Seite von „Ortsteil Kehlen – eure Perspektiven und Aktuelles“.

Die Befürchtung der Initiatoren von „Weniger Verkehr bei uns in Kehlen“: Nach einer kurzzeitigen Entlastung durch aktuell anstehende Baumaßnahmen würden weitere Prognosen andeuten, dass sich die derzeitige Situation zusätzlich verschlechtern wird. Nahe legten dies der Betrieb der neuen Kindertagesstätte in der Hügelstraße, das Baugebiet Mittelesch sowie das Gewerbegebiet Oberesch. Zumal: „Durch den Wegfall der Tonnagebeschränkung an der Schussenbrücke wird der Weg künftig auch für den Schwerlastverkehr wieder attraktiv sein“, heißt es.

Und weiter: Gehandelt werden soll vor allen Dingen im Sinne der vielen Kinder, „die hier zusammentreffen und tagtäglich brenzligen Situationen ausgesetzt sind. Die Behörden haben durchaus einen Ermessensspielraum. Und in diesem Ermessen steckt es nun, verantwortungsvoll zu handeln“.

Sieben Forderungen sind für die Initiatorinnen vorrangig: die Verringerung des Verkehrsaufkommens im Ort – eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 – wirksame Maßnahmen zur Entschleunigung des Verkehrs – Entschärfung der Gefahrenstellen, darunter der häufig überfahrene Zebrastreifen am Kindergarten – eine Sanierung der maroden Gehwege und Schaffung barrierefreier Übergänge – die Verbesserung der Situation für Radfahrer und Fußgänger – der Erhalt des Fahrverbots für Schwerlastverkehr mit Ausnahme von Anliegerverkehr.

INFO

Klargestellt hat die Initiative einmal mehr, dass eine Lösung angestrebt wird, „die den Durchgang weiterhin ermöglicht, jedoch für reinen Durchgangsverkehr wesentlich unbequemer macht“.

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