25 Jahre alt, aber noch immer topaktuell

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Die Ehrengäste der Jubiläumsfeier loben das gute Miteinander (von links): Vogts Bürgermeister Peter Smigoc, Jörg Urbaniak vom La
Die Ehrengäste der Jubiläumsfeier loben das gute Miteinander (von links): Vogts Bürgermeister Peter Smigoc, Jörg Urbaniak vom Landratsamt Ravensburg, Heidi Maier (Regionalleiterin in der Stiftung Liebenau), Stefanie Locher (Geschäftsführerin der Unternehmen im Aufgabenfeld Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume), Dr. Berthold Broll (Vorstand Stiftung Liebenau), Christine Krieger (Gemeinwesenarbeiterin), Sozialminister Manfred Lucha und Dr. Alexander Lahl (Geschäftsführer der Unternehmen im Aufgabenfeld Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume). (Foto: Stiftung Liebenau)
Schwäbische Zeitung

Als die Stiftung Liebenau vor 25 Jahren das Konzept der Lebensräume für Jung und Alt entwickelte und erstmals in der Gemeinde Vogt umsetzte, galt dies als zukunftsweisend. Dies ist bis heute so geblieben, teilt die Stiftung in einem Pressetext mit. Den wesentlichen Grund dafür nannte Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, bei der Jubiläumsfeier in Vogt: „Ein gutes generationenübergreifendes Miteinander ist die Grundlage eines gelingenden Lebens für alle Menschen, unabhängig vom Alter.“

Die Lebensräume für Jung und Alt sind eine Wohnanlage mitten in Vogt für Senioren, Alleinstehende, Paare und Familien. Sie leben hier selbstbestimmt und profitieren vom lebendigen Miteinander. Eine Gemeinwesenarbeiterin fördert das Vernetzen in der Wohnanlage und dem ganzen Ort. „Obwohl das Konzept 25 Jahre alt ist, ist es immer noch topaktuell“, bekräftigte Alexander Lahl, Geschäftsführer der Unternehmen im Aufgabenfeld Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume. Die Stiftung Liebenau betreibt inzwischen 29 Wohnanlagen dieser Art.

Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, dankte für diese „grandiose Pionierleistung“, wie er sagte. Mehr denn je gehe es heute um die Frage: „Wie wollen wir zusammenleben?“. Seine Antwort: „Achtsam und respektvoll.“ Keiner dürfe darauf reduziert werden, dass er Unterstützungsbedarf hat. „Jeder hat eine Biografie und Lebensleistung. Sie in der Gesamtheit der Persönlichkeit zu sehen, ist unsere gesellschaftliche Aufgabe“, sagte Lucha. Dazu brauche es Rahmenbedingungen. „Entscheidend ist aber auch, in welcher Geisteshaltung wir uns bewegen.“

„Diese Lebensform lässt einerseits größtmögliche Autonomie und Freiheit zu. Andererseits garantiert sie Fürsorge und Gemeinschaft“, anerkannte Jörg Urbaniak, Co-Dezernent Soziales am Landratsamt Ravensburg. Begeistert berichtete auch Bürgermeister Peter Smigoc von der Entwicklung der Wohnanlage. Er lobte das gute Miteinander von Gemeinde Vogt, Stiftung Liebenau und allen Beteiligten. „In den 25 Jahren ist ein soziales Netzwerk entstanden, das auch in die Gemeinde hineinstrahlt“, sagte er.

Autonomie und Fürsorge

Dies war bei der Jubiläumsfeier unmittelbar zu erleben: Sie wurde vom Singkreis mitgestaltet, dem Bewohner der Lebensräume und weitere Gemeindemitglieder angehören. Auch eine Abordnung des Musikvereins Vogt wirkte am Festakt mit. Zudem schilderten zwei Bewohnerinnen, wie wohl sie sich in den Lebensräumen fühlen: Die 85-jährige Gertrud Wendler fasste ihre Gedanken dazu in Reimform, die 29-Jährige Alisa Kurz stellte sich einem Interview mit Dr. Lahl. Die Gemeinwesenarbeiterin Christine Krieger ermutigte die Festgäste, sich weiter zu vernetzen. Denn dies sei die beste Möglichkeit, um gesund und fit zu bleiben, schließt die Pressemitteilung der Stiftung.

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