Zahlreiche Menschen gedenken zum Volkstrauertag den Kriegsopfern

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Zum Gedenken der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft werden am Ehrenmal für die Kriegsopfer Kränze niedergelegt.
Zum Gedenken der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft werden am Ehrenmal für die Kriegsopfer Kränze niedergelegt. (Foto: bw)
Brigitte Walters

Den Frieden zu erhalten, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe für unser Land und genauso für jeden Einzelnen: Diese Aussage stand im Mittelpunkt der Ansprache von Ida Knecht. Die Ittendorfer Gymnasiastin vom BZM sprach am Sonntag bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Markdorfer Friedhof. Im Anschluss an die Feierstunde wurden Kränze an den Ehrenmalen für die Kriegsopfer und die Opfer von Flucht und Vertreibung niedergelegt.

Die Forderung der Pazifisten vor einhundert Jahren „Nie wieder Krieg“ gelte heute noch, und sollte Aufgabe gesellschaftlichen Strebens sein, stellte Bürgermeister Georg Riedmann in der Feierstunde fest. Dies sei derzeit nicht einfach, da „tumbe Lautsprecher“ nur die Interessen des eigenen Staates in den Mittelpunkt stellen. Auch in Deutschland gebe es Stimmen, die nur das eigene Selbstbewusstsein propagieren.

Dadurch werde die internationale Zusammenarbeit erschwert. Der heutige Gedenktag solle Mahnung für die Gegenwart und Zukunft sein: Nie wieder Krieg. Das sei Verpflichtung und Aufgabe für uns alle, damit ehren wir die Toten von Krieg und Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart am besten, so das Fazit von Riedmann.

Jeder könne zum Frieden beitragen, auch ohne ihn erlebt zu haben, sagte Ida Knecht. Jeder habe die Chance, jeden Tag den Frieden mitzugestalten, denn wo Miteinander und Teamgeist herrschen, in der Schule, am Arbeitsplatz, privat oder in der Politik, dort entstehe Frieden. Wo Menschen akzeptiert werden ohne Vorurteile über ihre Herkunft, ihren Glauben, wo Toleranz herrsche, dort entstehe Frieden.

Für eine friedlichere Welt

Aus der Geschichte lernen und im Frieden leben, damit haben wir eine Vorbildfunktion für Krisenländer, ebenso auch Verantwortung, lautete ihr Credo. Alle seien für den Erhalt von Demokratie und Freiheit verantwortlich, Krisenländer könnten durch Diplomatie und Vorbild auf dem Weg zum Frieden unterstützt werden. Doch wie sieht die Verantwortung aus, wenn wir Rüstungsgüter in Länder wie Saudi-Arabien und die Türkei liefern, fragte die Gymnasiastin. Als Land haben wir eine große Verantwortung für den Frieden in der Welt. Dies gelte ebenso für jeden Einzelnen, durch das eigene Handeln ein besseres, glücklicheres Leben mit den Mitmenschen zu schaffen und die Welt ein Stück friedlicher machen.

Erfreulich viele Bürger waren zur Gedenkstunde gekommen, zudem waren Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr, des DRK-Ortsverbandes Markdorf vertreten, beide Organisationen waren auch mit jeweils einer großen Jugendgruppe gekommen, ebenso der Sozialverband VdK und die Reservistenkameradschaft der Bundeswehr.

Die musikalische Gestaltung der Feierstunde und der Kranzniederlegungen hatten eine Abordnung der Stadtkapelle Markdorf, unter der Leitung von Reiner Hobe, und erstmals der Frauenchor Ton in Ton, unter der Leitung von Silke Wietmann, übernommen.

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