Winterdienst muss Prioritäten setzen

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 Sie haben an schneereichen Tagen mit dem Winterdienst viel Arbeit: Herbert Haas, Stefan Mutter und Philipp Großhardt vom Bauhof
Sie haben an schneereichen Tagen mit dem Winterdienst viel Arbeit: Herbert Haas, Stefan Mutter und Philipp Großhardt vom Bauhof der Stadt Markdorf. (Foto: Barbara Baur)

Schnee und Eis haben am Donnerstag zu glatten Straßen und Verkehrsbehinderungen geführt. Dafür, dass Markdorf an solchen Wintertagen nicht komplett einschneit, ist auch der Bauhof verantwortlich. Während die Straßenmeisterei des Bodenseekreises für die Bundesstraßen und die Landesstraßen zuständig ist, kümmert sich der Bauhof um die innerörtlichen Straßen auf der Gemarkung Markdorf. Und die reicht vom Weiler Breitenbach bis nach Gangenweiler hinter Stadel.

Damit die Mitarbeiter wissen, ob sie ausrücken müssen, steht in den Wintermonaten einer von ihnen früh auf. Der Kontrolldienst prüft um 4 Uhr, ob es in der Nacht geschneit hat. „Wenn es schneit, alarmiert er die Kollegen, die für den Frühdienst eingeteilt sind“, sagt Stefan Mutter, des Leiter des städtischen Bauhofs. Ihr Dienst beginnt dann um 4.30 Uhr. Denn werktags sollen die Straßen bis um 7 Uhr und am Wochenende um 8 Uhr geräumt sein.

Drei Dringlichkeitsstufen

„Die Straßen sind nach drei Dringlichkeitsstufen eingeteilt“, sagt Mutter. Zur Stufe eins gehören Steilstrecken und verkehrswichtige Straßen. „Auch Schulwege zählen dazu“, sagt er. Zur Stufe zwei gehören innerörtliche Straßen, die viel befahren sind. Stufe drei sind dann Wohngebiete mit reinen Anwohnerstraßen. „Die werden ganz am Schluss geräumt“, sagt er.

An schneereichen Tagen wird das zwölfköpfige Team von drei Mitarbeitern der Stadtgärtnerei und zwei externen Fahrern unterstützt. Sie sind in zwei Schichten eingeteilt und lösen sich im Lauf des Tages gegenseitig ab. Der Bauhof verfügt über einem Lastwagen und einen Unimog für die Straßen sowie über zwei kleinere Fahrzeuge, die für die Räumung von Gehwegen eingesetzt werden. Zusätzlich gibt es Fußtrupps, die von Hand schippen und streuen.

Steile und zugeparkte Straßen

Am frühen Donnerstagmorgen habe es zunächst so ausgesehen, als würde es nicht besonders viel Schnee fallen, berichten Stefan Mutter und Bauhofmitarbeiter Herbert Haas. Zwischen 4 und 4.30 Uhr habe es dann aber angefangen, richtig zu schneien. „An Tagen wie heute schaffen wir nur die Straßen der Stufe eins“, sagt Mutter. „Wenn es so kräftig schneit, müssen wir, wenn wir eine Runde geschafft haben, gleich wieder von vorne anfangen.“

Für die Fahrer sind einerseits die steilen Straßen am Gehrenberg eine Herausforderung, etwa die Bussenstraße, die Kreuzgasse oder der Weg Zum Burgstall. „Unangenehm wird es, wenn du keinen Platz hast und selbst zu rutschen anfängst“, berichtet Philipp Großhardt, der am Donnerstag mit dem Unimog in Markdorf unterwegs war. „Ein Problem sind aber auch zugeparkte Straßen oder Wendehammer.“

Das Salz wird dem Bauhof wohl nicht so schnell ausgehen. Er hat circa 700 Tonnen auf Lager. „In den vergangenen beiden Jahren haben wir pro Winter etwa 250 bis 300 Tonnen Salz gebraucht“, berichtet der Bauhofleiter.

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