Wie Frauen sich in der Männerdomäne behaupten

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 Zur Diskussion über Kommunalpolitik nehmen auf dem Sofa Platz: Martina Koners-Kannegießer, Sandra Steffelin, Cornelia Achilles
Zur Diskussion über Kommunalpolitik nehmen auf dem Sofa Platz: Martina Koners-Kannegießer, Sandra Steffelin, Cornelia Achilles und Susanne Deiters Wälischmiller. Die Moderation hat Irmgard Teske und Renate Hold (beide stehend hinten) übernommen. (Foto: bw)
Brigitte Walters

„Frauen wählen – Frauen zählen“. Unter dieser Überschrift hat es einen lebhaften Informationsaustausch beim Sofagespräch im Mehrgenerationenhaus (MGH) gegeben. Über 20 Frauen waren am Montag ins Wohnzimmer des MGH gekommen, um mehr über die Arbeit im Gemeinderat zu erfahren und ihre Probleme und Anliegen vorzutragen. Vier Kandidatinnen zur Gemeinderatswahl waren gekommen, um von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen zu berichten.

In einer kurzen Vorstellungsrunde berichteten Martina Koners-Kannegießer (CDU), Sandra Steffelin (Freie Wähler), Cornelia Achilles (SPD) und Susanne Deiters-Wälischmiller (Umweltgruppe), wie sie zur Kommunalpolitik gekommen sind. Als sie vor 20 Jahren erstmals gewählt wurde, sei der Gemeinderat noch eine Männerdomäne gewesen und sie habe sich erst in der Fraktion behaupten müssen, stellte Martina Koners-Kannegießer fest. Inzwischen habe sich dies deutlich geändert: Drei Frauen gehören zur siebenköpfigen Fraktion. Noch besser sei das Verhältnis bei der Umweltgruppe, stellte Susanne Deiters Wälischmiller fest. Hier sind es vier Frauen und nur drei Männer. Sie habe sich erst ihre Position in der Fraktion erkämpfen müssen, stellte Sandra Steffelin fest. Sie ist die einzige Frau in der FW-Fraktion. Für die SPD sei derzeit keine Frau im Gemeinderat. Mit ihrer Kandidatur wolle sie ihre soziale Kompetenz einbringen, erklärte Cornelia Achilles. Für Frauen sei es nicht einfach, Familie, Beruf und Tätigkeit im Gemeinderat unter einen Hut zu bringen, erklärte die CDU-Frau Martina Koners-Kannegießer. Inzwischen würde Kinderbetreuung während der Sitzungen bezahlt.

Bei den Fragen der Zuhörerinnen stellte sich heraus, dass derzeit alle Kindergarten-Plätze besetzt sind. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Plätze vergeben werden.

In Markdorf-Süd soll im Herbst nächsten Jahres ein Kindergarten mit sechs Gruppen eröffnet werden, danach ist die Erweiterung des St. Elisabeth-Kindergartens geplant, berichteten die Gemeinderätinnen. Zudem gibt es seit einem Monat einen Waldkindergarten. Alle vier waren sich einig, dass sie entsprechenden Hinweisen und Fragen der Kindergarten-Eltern im Gemeinderat nachgehen wollen.

Ein weiteres Thema war die Altersarmut von Seniorinnen, was allerdings kein städtisches Thema sei. Die Stadt unterstütze finanziell soziale Einrichtungen wie Tafel und Kleiderladen. Zudem erfolgte die Anregung, eine Interessen-Vertretung für die Senioren in Markdorf zu schaffen.

Die Stadt möge motivierend auf Wohnungseigentümer einwirken, dass sie ihre leerstehenden Wohnungen vermieten, regte eine Zuhörerin an. Die Stadt habe einmal solch einen Versuch gestartet. Der sei gar nicht gut angekommen, berichtete Susanne Deiters-Wälischmiller. Derzeit gebe es im Gemeinderat Überlegungen, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft zur gründen, mit dem Ziel, günstigen Wohnraum zu schaffen. Das Problem dabei: es fehlen geeignete Flächen und die Finanzierung.

Abschließend dankten die vier Kandidatinnen für die lebhafte Diskussion; sie hätten einiges mitnehmen können. Zudem appellierten sie an die Frauen, sich bei der nächsten Gemeinderatswahl für eine Kandidatur zu engagieren. Sie waren sich einig: Es sollen mehr Frauen in den Gemeinderat.

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