Wie bezahlbarer Wohnraum entsteht

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Moderiert von Ernst Arnegger sprechen Michael Lissner, Stefan Andelfinger, Dietmar Bitzenhofer und Andreas Kiefer (von links) üb
Moderiert von Ernst Arnegger sprechen Michael Lissner, Stefan Andelfinger, Dietmar Bitzenhofer und Andreas Kiefer (von links) über die Schaffung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft in Markdorf. (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Fehlender, bezahlbarer Wohnraum, ein Thema das auch im Kommunalwahlkampf im Frühjahr in Markdorf diskutiert wurde. Die Freien Wähler hatten im Dezember dazu im Gemeinderat den Antrag gestellt, die Gründung einer Städtischen Wohnungsbaugesellschaft zu prüfen. Was lag also für Ernst Arnegger näher, als dieses Thema ebenfalls in seiner Gesprächsrunde „I mein halt“ aufzugreifen und zu diskutieren.

Unter der Überschrift „Bauen und Wohnen, braucht Markdorf eine Städtische Wohnungsbaugesellschaft oder Genossenschaft?“ diskutierten Stadtkämmerer Michael Lissner, Stefan Andelfinger, Vorstand der Baugenossenschaft Familienheim Bodensee, Andreas Kiefer, Vorsitzender von Haus und Grund in Markdorf, und Fraktionssprecher Dietmar Bitzenhofer von den Freien Wählern. Derzeit bereiten die Städte Ravensburg und Biberach die Gründung eines Eigenbetriebs für den Bereich Wohnungsbau vor, in Isny wurde bereits der Gründungsbeschluss gefasst.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum gehöre zu kommunaler Daseinsvorsorge, stellte Dietmar Bitzenhofer fest. Die Stadt sei dahingehend nicht schlecht aufgestellt, könne aber noch besser werden. Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft solle Wohnraum schaffen und durch entsprechende Handlungsoffensiven vorhandene leerstehende Wohnungen einer Vermietung zuführen. Diese Gesellschaft biete der Stadt mehr Handlungsspielraum, außerhalb des Haushalts und des kommunalen Vergaberechts, es verbinde sich wirtschaftliche Effizienz mit sozialer Kompetenz. Sie könne in mehreren Bereichen tätig werden, auch eine Zusammenarbeit mit Bauträgern sei möglich.

„Nur gemeinsam“

Die Schaffung neuen Wohnraums, könne nur gemeinsam geschafft werden, Bund, Land, Kommunen und Investoren müssten dabei zusammenarbeiten, erklärte Michael Lissner. Zudem gelte es für den zukünftigen Flächenverbrauch intelligente Lösungen zu finden, ein Verbrauch wie in den vergangenen Jahren sei nicht möglich. Derzeit verfüge die Stadt und die Stiftung über 91 eigene Wohnungen, hinzu kommen noch angemietete Wohnungen.

Andreas Kiefer macht bei den Beratungen der Mitglieder von Haus und Grund immer wieder die Erfahrung, dass diese vor einer Vermietung ihrer Wohnung zurückschrecken, aufgrund schlechter Erfahrungen und Unkenntnis der gesetzlichen Möglichkeiten. In diesem Bereich könne die Städtische Wohnbau aktiv werden, Wohnungen anmieten und weitervermieten.

Die Baugenossenschaft Familienheim Bodensee verfügt in Markdorf über 220 Mietwohnungen, der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter betrage 6,75 Euro, berichtete Stefan Andelfinger. Er beklagte, dass durch immer neue Vorschriften und Normen, die Baukosten nach oben getrieben werden. Unter 3000 Euro könne derzeit kein Quadratmeter Mietwohnung gebaut werden, dadurch ergebe sich ein Mietpreis von zehn Euro. In der anschließenden Diskussion stellte Kiefer fest, dass eine Städtische Wohnbaugesellschaft nicht günstiger bauen kann, als ein privater Investor.

Dem stimmte Lissner zu, diese werde aber andere Kriterien zu Vergabe der Mietwohnungen aufstellen. Zudem wolle sie keine Konkurrenz zu privaten Investoren sein. Der Kämmerer verwies darauf, dass die Stadt eine solide Grundstückspolitik betreiben müsse, um die notwendige Infrastruktur, wie Kindergärten und Schulen, bauen zu können.

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