Weber Motor hat Markdorf verlassen

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Zeitenwende: Weber Motor ist jetzt nur noch mit einer Abteilung für Versuche und Entwicklung in Markdorf vertreten. (Foto: sxd)
Schwäbische Zeitung
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Es ist vollbracht: Weber Motor hat noch kurz vor dem Weihnachtsfest offiziell den Standort in Bernau bei Berlin feierlich eröffnet. Das jedenfalls meldete unter anderem die Märkische Oderzeitung groß in ihrer Weihnachtsausgabe.

Weber Motor stellt Motoren für Motorboote, Jet-Ski und Schneemobile her. Im Juni dieses Jahres erteilte der Sportboote-Hersteller Sea-Ray einen Großauftrag. Dieser könnte für eine Verdreifachung der Auslastung von Weber Motor sorgen. Die schrittweise Inbetriebnahme des neuen Werks bei Berlin ist für das erste Quartal des kommenden Jahres geplant.

Während sich die Verantwortlichen in der Gehrenbergstadt in Schweigen übten und der Presse keine Informationen über die feierliche Eröffnung zukommen ließen, gab es auf dem ehemaligen Gelände der Großbäckerei Lieken in Brandenburg ein großes Hallo – unter anderem mit dem dortigen Vize-Landrat Carsten Bockhardt.

„Die Ansiedlung stärkt den Industriestandort Brandenburg. Besonders erfreulich ist es, dass die Ansiedlung von Weber in Brandenburg die dynamisch wachsende Branche Automotive als kräftiges Segment des Clusters Verkehr, Mobilität und Logistik stärkt und das ehemalige Lieken-Gelände am Standort Bernau eine Perspektive bekommt“, erklärte Brandenburgs Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers (Die Linke) in einer Pressemitteilung, die die Schwäbische Zeitung gestern aus seinem Haus übermittelt bekommen hat.

Im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung Anfang Oktober betonte Wolf Hawlitschek, der in Bernau die Standortleitung übernimmt, dass keinem Mitarbeiter von Weber Motor in Markdorf durch den Umzug nach Bernau gekündigt werde. Außerdem würde etwa ein Viertel der 85 Arbeitsplätze von Weber Motor in der Gehrenbergstadt erhalten bleiben, da die Abteilungen Versuch und Entwicklung hier bleiben würden. Auf der Homepage von Weber Motor ist Markdorf jedenfalls schon gestrichen. Im Impressum steht als Stammsitz nun „Zepernicker Chaussee 23-37, 16321 Bernau“.

Kurzfristig ist bei Weber Motor laut einer Pressemitteilung des Unternehmens, die auf der Homepage der Stadt Bernau einzusehen ist, geplant, „auf hundert Mitarbeiter zu erweitern“ – und weiter heißt es: „Mittelfristig beziehungsweise langfristig ist es sowohl geplant als auch von den Baulichkeiten möglich, auf 275 Mitarbeiter zu erhöhen.“ Hawlitschek hatte im Oktober im Gespräch mit der SZ von 300 Mitarbeitern gesprochen. 65 neue Kollegen seien laut Pressemitteilung bereits eingestellt worden. Der überwiegende Anteil käme aus der Region um Bernau.

Weber Motor will laut eigener Darstellung rund 30 Millionen Euro am neuen Standort investieren. Möglich machen diese laut des Wirtschaftsministeriums Zusagen der Investitionsbank des Landes Brandenburg in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro. Ein Großteil der Mittel sei als sogenanntes Nachrangdarlehen vorgesehen.

Laut Weber-Pressemitteilung sei mit dem Aufbau der Montageanlage bereits begonnen worden, ebenso sollen die ersten Bearbeitungs- und Messmaschinen nach Bernau überführt worden sein. „Die Firma Lieken hat mittlerweile sämtliche Backanlagen zurückgebaut und somit steht die gesamte Fläche zur Verfügung“, heißt es dort weiter. Laut Informationen der Märkischen Oderzeitung soll auch schon der überwiegende Teil des Materiallagers nach Bernau gebracht worden sein.

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