Von der Melancholie verlorener Helden

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Bernhard Oßwald und Ingrid Friedel-Neumann vom Kunstverein freuen sich auf die Ausstellung „Peyote & Rebel“ von Justine Otto (vo
Bernhard Oßwald und Ingrid Friedel-Neumann vom Kunstverein freuen sich auf die Ausstellung „Peyote & Rebel“ von Justine Otto (von links). (Foto: bw)
bw und Brigitte Walters

Wie sich eine Künstlerin verändert, ist in der neuen Ausstellung des Kunstvereins Markdorf ab Samstag, 14. September, in der Stadtgalerie zu beobachten. Standen bei der Gruppenausstellung 2011 „Ausgeträumt“ in den Arbeiten von Justine Otto junge Frauen im Mittelpunkt, hat sie inzwischen zu männlichen, verlorenen Heldentypen gewechselt. „Peyote & Rebel“ lautet der Titel ihrer Bilderausstellung in der Stadtgalerie, dabei sind auch einige ihrer Skulpturen zu sehen. Die Vernissage ist am Freitag, 13. September, um 20 Uhr.

Es habe sich in den vergangenen acht Jahren viel geändert, gesteht Justine Otte. Während im Erdgeschoss Bilder aus ihr letzten Phase von Frauen zu sehen sind, allerdings auch abstrakter und verwobener, sind es im Obergeschoss die verlorenen Helden, mit einem Gefühl von Melancholie, in wunderschönen Landschaften. Dabei habe sie sich unter anderem von einer Reise in die USA vor zwei Jahren inspirieren lassen. Abseits von den üblichen Bildern habe sie dort im Hinterland Armut und Melancholie beobachtet, dieses in einer tollen Landschaft.

Inzwischen spiele sie auch gern mit der Frage: Was sind Helden? Dabei habe sie sich von Bildern aus dem alten Wilden Westen beeinflussen lassen, von Cowboys als verlorene Helden, als einstige Rebellen in einer Landschaft mit Kakteen. Damit ist auch der Bogen zum Titel der Ausstellung geschlagen: Peyot, der Kaktus aus dem die Droge Meskalin erzeugt wird, und der Rebell, der außerhalb der Gesellschaft lebt. Justine Ottos Bilder sind großformatig, intensive Farben, der Cowboy als Held, oder der Soldat in Uniform stark abstrakt dargestellt, beherrschen das Bild. Es ist eine harte und kalte Farbwiedergabe, die etwas an alte Dias erinnert. Bei ihren Arbeiten starte sie mit groben Collagen als Grundskizze, erläutert Otto. Diese werde dann auf Leinwand übertragen, die zuvor mit grellen Farben grundiert wurde. Ein Teil werde mit Tapes überklebt, dann male sie. Die Tapes werden am Ende entfernt. So vermische sich Intellekt und Intuition.

Neben den Bildern: eine Reihe Skulpturen. Deutlich erkennbar sind auch hier Soldatenfiguren, allerdings aus Porzellan. Es handelt sich um sogenannte Nippes-Figuren, die zerstört und willkürlich wieder zusammengefügt werden. Sie habe sich schon immer für das dreidimensionale Gestalten interessiert, erklärt die Künstlerin. Am Samstag, 14. September, 11 Uhr, führt sie selbst durch die Ausstellung. Der Eintritt ist frei.

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