Von „Apollo 11“ bis Rolf Zuckowski

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Reiner Hobe dirigiert mal lächelnd, mal tänzelnd das Orchester durch die emotionalen Passagen der ausgewählten Werke.
Reiner Hobe dirigiert mal lächelnd, mal tänzelnd das Orchester durch die emotionalen Passagen der ausgewählten Werke. (Foto: Fotos: Lena Reiner)
Schwäbische Zeitung
Lena Reiner

Festliche Stimmung am ersten Adventswochenende in Markdorf: Am Samstagabend hat in der Stadthalle das festliche Konzert der Stadtkapelle stattgefunden. Die jungen Musiker der Gesamtjugendkapelle Markdorf-Riedheim-Ittendorf-Bermatingen-Ahausen haben traditionell den Konzertabend eröffnet.

Mit Schwung und Präzision spielten die jungen Musiker bekannte Melodien aus großen Werken der Filmmusik. Mit „Apollo 11“ ging es hinauf auf den Mond – die Zuschauer tauchten ein in eine kleine Mondreise vom Raketenstart bis hin zur Schrecksekunde vor der Landung. Martin Schmid dirigierte die „jungen Damen und jungen Herren“, bei denen er sich vor der zweiten Zugabe herzlich bedankte und zwar allem voran für ihr Durchhaltevermögen. „Ich will eigentlich gar nicht, dass ihr älter werdet“, ergänzte der Dirigent dann. Gerne würde er nämlich mit den motivierten Jungmusikern noch ganz lange zusammenarbeiten. 48 junge Musikanten zählt das Orchester derzeit. Sieben von ihnen standen zum ersten Mal beim Jahreskonzert mit auf der Bühne.

Dennoch blieb das Spiel ohne Patzer und begeisterte die Anwesenden in der Stadthalle. Ein zauberhafter Höhepunkt war Anna Heigles Gesangssolo mit „Let it go“ aus dem Film „Frozen“, das die Elfjährige gefühlvoll zum Besten gab.

Neu gegründeter Kinderchor für das Konzert

Auch das Stadtorchester der Erwachsenen verstand zu begeistern. Mal lächelnd und im Rhythmus wiegend, mal zornig und mit zur Faust geballter Hand dirigierte Reiner Hobe seine Musiker durch das anspruchsvolle Programm. Den Auftakt machte der eigens für den Termin gegründete Kinderchor, bestehend aus acht Sprösslingen aus dem Hause der Stadtkapelle, gemeinsam mit dem Solistenquartett von Kathrin Szerdahelyi, Daniela Weiss, Thomas Fehrenbach und Martin Weiss. A cappella sangen sie „An Irish Blessing“ und sorgten so für eine besinnliche Atmosphäre im weihnachtlich dekorierten Saal.

Mit der Suite „Lord of the Dance“ in fünf Sätzen spielte sich anschließend die Stadtkapelle durch alle menschlichen großen Emotionen – getragen, fröhlich, tanzend, klagend erklang die Musik und begeisterte das Publikum so sehr, dass es Zwischenapplaus zwischen den einzelnen Sätzen gab.

Daniela Weiss trat daraufhin in Audrey Hepburns Fußstapfen und stimmte „Moon River“ an, das den meisten aus „Frühstück bei Tiffany“ bekannt sein dürfte. Und dann hatten die Markdorfer Musiker noch einen weiteren Überraschungsgast für die zahlreich erschienenen Zuschauer dabei. Zum Stück „Der alte Zimmermann“ betrat Fritz Beck die Bühne und werkelte live mit echtem traditionellen Handwerkszeug, während die Kapelle hinter ihm spielte. Der 93-Jährige verriet im Anschluss, dass er bereits häufiger auf der Bühne gestanden habe: „Beim Heimattheater war ich ein paar Mal der Bürgermeister, das ist aber schon lange her.“

Rolf Zuckowskis „Es schneit“ und Ludwig van Beethovens „An die Freude“ rundeten den vielseitigen Konzertabend in Markdorf stimmungsvoll ab.

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