Vom Ehrenamt zum Hauptberuf

Lesedauer: 5 Min
Susanne Schwaderer ist im Wahlkampf auch mit ihrem eigenen Mobil unterwegs.
Susanne Schwaderer ist im Wahlkampf auch mit ihrem eigenen Mobil unterwegs. (Foto: Julia Freyda)

Seit 64 Jahren holt die CDU im Wahlkreis 67 Bodensee das Direktmandat. Die Kandidatin der Christdemokraten, Susanne Schwaderer, weiß einerseits zwar um ihre Favoritenrolle, aber andererseits auch: „Gewählt bin ich deswegen noch lange nicht.“

Die 38-Jährige hat schon mit 16 Jahren über Freunde den Weg zur Jungen Union gefunden. „Es machte mir auf Anhieb Spaß, mich dort sinnvoll einzubringen und nicht einfach nur zu motzen“, sagt Schwaderer. Solch ein ehrenamtliches Engagement – in Politik wie auch in der Gesellschaft – sehe sie als Kitt für das Zusammenleben. Daher ist auch die Liste ihrer Vereinsaktivitäten lang: Kirchenchor Markdorf, Rotary Club Markdorf und die Zeppelin Universitätsgesellschaft gehören hinzu, ebenso ist sie Mitglied bei den Landfrauen, in der Europa Union, im Kunstverein Markdorf und im Sportverein. Aber eine andere Partei als die CDU? „Nein, der Gedanke kam gar nicht auf. Ich war schon durch mein katholisches Elternhaus geprägt und so war auch die CDU bei uns immer ein Thema.“

Chance für einen Generationenwechsel

Beruflich folgte nach einer kaufmännischen Lehre das Studium der Internationalen Betriebswirtschaft mit Auslandsaufenthalt in Südkorea und der Einstieg in das familieneigene Metzgereiunternehmen. Doch 2007 orientierte sich Schwaderer um und so kam zum ehrenamtlichen Engagement in der Partei schließlich das hauptberufliche. Seit 2007 ist sie Bezirks- und Kreisgeschäftsführerin der CDU Württemberg-Hohenzollern und der CDU Bodenseekreis. Bereits von 2005 bis 2011 war sie Zweitkandidatin, wäre also bei einem Rücktritt von Ulrich Müller in den Landtag gezogen. Die Motivation zur Kandidatur begründet die 38-Jährige durch den Rückzug von Müller aus der Landespolitik auch mit der Chance für einen Generationenwechsel. „Außerdem finde ich es wichtig, dass Frauen sich politisch engagieren. Ich bin zwar keine Feministin, aber in den politischen Gremien sind zu wenig Frauen vertreten“, sagt Schwaderer. Hinzu komme, dass sie durch ihren Lebenslauf Erfahrungen aus Handwerk und Mittelstand mitbringe. „Auch dies ist zu Politikern mit einem Hintergrund aus Verwaltung oder Juristerei eine gute Ergänzung.“

Im Falle eines Wahlerfolgs will Schwaderer die Region stärken, indem sie sich für die Mischung aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus einsetzt. „Aber auch beim Gesamtkomplex Infrastruktur gibt es Handlungsbedarf. Infrastruktur sehe ich dabei nicht reduziert auf Straßen, sondern auch Schule, öffentlicher Nahverkehr und Energiewende gehören für mich dazu“, berichtet Schwaderer. Dass sie nicht in allen Bereichen gleichzeitig aktiv und erfolgreich sein könne, sei ihr bewusst. „Man darf auch keine Wunder erwarten. Aber ich will immer wieder beim zuständigen Minister nachhaken und Themen auf die Tagesordnung im Landtag einbringen. So eine Hartnäckigkeit liegt mir“, sagt die 38-Jährige. Eine Stärke sieht sie zudem im Netzwerk der Partei. „Die CDU ist in allen Parlamenten – auch bis in die EU – mit Abgeordneten aus der Region vertreten. Das ist wertvoll, wenn man etwas erreichen möchte. Durch mein langjähriges Engagement und meinen Beruf kenne ich auch viele schon gut“, sagt Schwaderer. Und wenn es läuft wie bei den bisherigen Landtagswahlen, dann dürfte die Markdorferin sich in diesem Jahr in die Schar der Abgeordneten einreihen. Denn Schwaderers Ziel: „Ich habe nicht vor, die Erfolgsserie der CDU zu brechen.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen