Vier Mädchen bauen ein Fluggerät

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 Pauline, Marleen und Sina erledigen letzte Arbeiten an der Fernsteuerung für den ersten Flug des selbstgebauten Copters, Philip
Pauline, Marleen und Sina erledigen letzte Arbeiten an der Fernsteuerung für den ersten Flug des selbstgebauten Copters, Philipp Schönberger und Alexander Binzberger von der Toolbox unterstützen sie dabei. (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Der Copter fliegt – ein tolles Erfolgserlebnis für die vier Mädchen vom Technik Lab des Mehrgenerationenhauses Markdorf (MGH). Seit November haben sie daran gebaut und nun war es dann endlich so weit: die kleine Drohne schwebte durch die Werkstatt des Vereins Toolbox in der Bergheimer Straße.

Das Technik Lab gehört zum Projekt „Zukunft, Werkstatt, Gestalten“ des MGH bei dem Mädchen und Jungen in unterschiedlichen Modulen handwerkliche Fähigkeiten ausprobieren können, um so ihr Selbstbewusstsein zu stärken und neue eigene Talente und Interessen zu entdecken. Finanziell wird das Projekt von der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg unterstützt.

Im Rahmen des Technik Lab haben vier Mädchen zwischen elf und 16 Jahren in einer kleinen Gruppe, erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Motoren und Steuerungstechnik sammeln können. Dazu stellte die Toolbox, ein Kooperationspartner des MGH, ihre Werkstatt zur Verfügung und zwei Informatiker übernahmen ehrenamtlich die Betreuung und den Unterricht der Gruppe.

Technik Schritt für Schritt erfasst

Im November starteten die Mädchen mit den ersten Lötversuchen, was aufgrund der geringen Größe der Kabel und Verbindungen nicht einfach war. Als erstes bauten sie einen Roboter, der in der Lage ist, Linien zu erkennen und der dann strikt dem Klebeband auf dem Tisch folgte. Im zweiten Arbeitsgang wurde ein LED-Tannenbaum gebaut, der zu Weihnachten stolz zu Hause präsentiert wurde.

Danach starteten sie mit dem Zusammenbau des Copters. Das Kunststoffgerüst, das etwa zehn auf zehn Zentimeter groß ist, wurde auf dem 3D-Drucker erstellt. Vier Motoren und Rotoren sollen es in die Luft erheben. Die Platinen zur Steuerung wurden eingebaut, der Sender und das Lademodul für den Akku. Da der Copter gesteuert werden muss, war die Erstellung der Funkfernsteuerung die nächste Aufgabe. Auch dafür wurden wieder kleine Platinen und Kabel benötigt, dazu Joy-Sticks und Schalter, um das kleine Fluggerät zu steuern. Zwischendurch wurde mit dem Flugsimulator das richtige Steuern trainiert. Dies ist nicht einfach, da die Flugeigenschaften des Copters denen eines Hubschraubers ähnlich sind und das Gerät entsprechend gesteuert werden muss.

Betreuer geben Hilfestellung

Alexander Binzberger und Philipp Schönberger, Mitglieder der Toolbox, haben die Betreuung der Gruppe übernommen, dabei ging es nicht nur darum, die richtigen handwerklichen Fähigkeiten zu vermitteln. Sie mussten auch eine Menge Vorarbeit leisten, den Schaltplan erstellen, das Material bestellen und die Software für die Fernsteuerung schreiben. „Es gehört zum Vereinsziel, Mädchen an Technik heranzuführen“, sagte Alexander Binzberger. Dabei gehe es auch darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. „Es macht Spaß, den Mädchen den Umgang mit der Technik beizubringen“, fügte Philipp Schönberger hinzu.

Mit großer Begeisterung gehe ihre Tochter wöchentlich zur Toolbox, erzählte eine Mutter. Sie wundert sich über das Durchhaltevermögen ihrer Tochter und der anderen drei Mädchen. Pauline und Marleen sind ganz begeistert. Sie hätten viel gelernt, die Arbeit sei interessant und habe viel Spaß gemacht, sind sich die beiden Mädchen einig.

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