VCD fordert Verkehrswende auch am Bodensee

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Bernhard Glatthaar (links) und Frieder Staerke vom VCD plädieren für die Bodensee-Gürtelbahn.
Bernhard Glatthaar (links) und Frieder Staerke vom VCD plädieren für die Bodensee-Gürtelbahn. (Foto: Lydia Schäfer)
Schwäbische Zeitung

Eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität ist das Ziel des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Bei der Mitgliederversammlung hat die Kreisgruppe Bodensee laut Pressemitteilung auf ihre Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren zurückgeblickt. Frieder Staerke wurde als Sprecher wiedergewählt, ebenso bestätigt wurde Bernhard Glatthaar als Landesdelegierter und als Ansprechpartner für Friedrichshafen.

Für die Zukunft fordert der VCD eine konsequente Neuausrichtung der Verkehrspolitik auch im Bodenseekreis, um möglichst viele Menschen für umwelt- und klimaverträgliche Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bahn und Bus zu gewinnen. Mit den bisherigen zaghaften Ansätzen der Politik könne die Verkehrswende nicht gelingen, schreibt der Verkehrsclub.

Der VCD kritisiert, dass auch im Kreisgebiet die wichtigsten Verkehrsprojekte noch immer auf einem Bundesverkehrswegeplan basierten, welcher die Klima-Ziele bei weitem verfehle. So werde die neue B31 zwischen Immenstaad und Meersburg als 28 Meter breite autobahnähnliche Fernstraße geplant, die mehr klimaschädlichen Kfz-Verkehr erzeuge und in die Erholungslandschaft am Bodensee lenken wird. Parallel dazu sei vom Kreis die zehn Meter breite Ortsumfahrung Markdorf geplant.

Nur fünf Meter Breite würden hingegen für den Bau eines zweiten Gleises für die Bodensee-Gürtelbahn benötigt. Damit könnte die Verkehrskapazität einer ganzen Autobahn geschaffen werden. Doch einem zweiten Gleis werde laut VCD von der Politik bislang keine Chance auf Realisierung eingeräumt. Nicht einmal die angedachte Elektrifizierung der Strecke mit kleineren Ausbaumaßnahmen sei in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Anders als bei der B31 seien Land und Kommunen somit gezwungen, 40 Prozent der Kosten selbst aufzubringen.

„Es ist unbegreiflich, dass im Zeitalter der absehbaren Klimakatastrophe noch bis zu sechs zusätzliche Fahrspuren für den Autoverkehr parallel zum See geplant werden, obwohl mehrere Studien belegen, dass die Klimaziele nur zu erreichen sind, wenn der Kfz-Verkehr deutlich reduziert wird“, wundert sich VCD-Sprecher Frieder Staerke. Die Investitionen müssen nach VCD-Auffassung stattdessen vorrangig in die Schiene, in attraktive Bussysteme und bessere Fuß- und Fahrradwege fließen. Besonders in den Städten könne eine höhere Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Anwohner geschaffen werden, indem die Straßenflächen umverteilt werden. Darauf hatte der VCD im September mit einigen plakativen Aktionen beim internationalen „Park(ing) Day“ hingewiesen.

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