Trauer um Hans Schleicher

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Hans Schleicher
Hans Schleicher (Foto: Archiv mw)

Die Trauerfeier für Hans Schleicher findet am kommenden Freitag, 7. September, um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Markdorf statt. Die Beisetzung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis.

Hans Schleicher ist gestorben. Der Unternehmer ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Alter von 83 Jahren verstorben. Er war Gründer mehrerer Firmen sowie Freund und Förderer von Vereinen, insbesondere der Historischen Narrenzunft der er das Obertor schenkte.

„Hans Schleicher ist einer der Markdorfer Unternehmer, die ganz typisch sind für die Entwicklung des Gewerbes in der Stadt“, sagt Bürgermeister Georg Riedmann. „Mit Kreativität, Risikobereitschaft, Optimismus und der Begabung, Menschen mitzunehmen, hat er aus dem Nichts heraus ein großes Unternehmen geschaffen.“ Hans Schleicher, gelernter Fein- und Elektromechaniker, gründete 1965 zusammen mit Albert Goldhammer die Firma Schleicher. Gemeinsam entwickelten und bauten sie Aktenvernichter, unter anderem ein Gerät namens „Intimus“. Sie wurden weltweit vertrieben. Benannt nach dem Aktenvernichter, trug der SC Markdorf sein Fußballturnier lange unter dem Namen „Intimus-Cup“ aus.

Schleicher ging mit seinem Unternehmen im Frühjahr 1994 an die Börse. Nachdem er es verkaufte, wechselte es mehrmals seinen Besitzer. Heute trägt das Unternehmen den Namen „Intimus International Group“, der Hauptsitz befindet sich nach wie vor in Markdorf. Später übernahm er die Mineralwasser-Firma „Alpenwasser“, deren Quelle sich bei Oberstaufen befindet. Auch diese Firma brachte Schleicher an die Börse, bevor er sich zurückzog. In seiner Freizeit ging er gerne golfen.

Eng verbunden war Schleicher mit der Markdorfer Fasnet. Schon in den 1950er-Jahren trat er in die Historische Narrenzunft ein und übernahm dort im Laufe der Jahre viele verschiedene Aufgaben. Als junger Bursche trat er bei der „Bunten Platte“ auf, einem Bühnenprogramm, das eine Woche lang in der Stadthalle vorgeführt wurde, zum Beispiel mit dem Männerballett. „Das war zu einer Zeit, als noch keiner einen Fernseher hatte. Da war die Halle immer voll“, erinnert sich Otto Gäng, ehemaliger Zunftmeister und Weggefährte von Hans Schleicher.

Später trat Schleicher in den Vermessungstrupp ein, in den Narrenrat, wurde Zunftmeister, engagierte sich im Präsidium der Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte (VSAN) und wurde später zum Ehrenzunftmeister der Historischen Narrenzunft ernannt. Er organisierte viele Jahre den Umzug, war zehn Jahre lang der Markdorfer Narrenvater und als Beisitzer aktiv.

Eine entscheidende Wende für die Historische Narrenzunft war das Jahr 1979, als Hans Schleicher ihr das Obertor schenkte. Er hatte es abbruchreif gekauft – eigentlich für private Zwecke. 1979 vermachte er es dann aber der Zunft. Otto Gäng hat noch heute Schleichers Worte im Ohr: „Das Obertor schenk’ ich euch. Nur umbauen müsst ihr es selber.“ Die Mitglieder der Zunft investierten 1,5 Millionen Deutsche Mark und unzählige Arbeitsstunden. Die Zukunft des Zunfthauses ist inzwischen dank der Zusammenarbeit von Zunft und dem Verein zur Erhaltung des Obertors gesichert. Sie gründeten die Stiftung „Obertor mit Scheublintisch“.

Otto Gäng schätzte Schleicher als freundlichen und ausgeglichenen Menschen. „Er hat sich mit jedem gerne unterhalten“, sagt er. Die einfache Geselligkeit in der Zunft habe ihm gutgetan. Bürgermeister Georg Riedmann lernte Hans Schleicher während seines Wahlkampfes kennen, seither verband sie ein freundschaftliches Verhältnis. „Ich habe ihn als unglaublich warmherzigen, optimistischen und loyalen Menschen kennengelernt, der zu seinen Entscheidungen steht“, sagt er.

Die Trauerfeier für Hans Schleicher findet am kommenden Freitag, 7. September, um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Markdorf statt. Die Beisetzung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis.

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