Standort der Grundschule steht zur Debatte

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Soll die Jakob-Gretser-Schule saniert und erweitert oder zugunsten eines Neubaus auf der „grünen Wiese“ abgerissen werden?
Soll die Jakob-Gretser-Schule saniert und erweitert oder zugunsten eines Neubaus auf der „grünen Wiese“ abgerissen werden? (Foto: Archiv: Julia Freyda)
bw

Die Kosten für den geplanten Turnhallenbau, den Anbau und die Sanierung der Jakob-Gretser-Grundschule (JGS) laufen der Stadt weg. Die aktuelle Kostenberechnung, die dem Gemeinderat am Dienstag vorgelegt wurde, geht von Baukosten von rund 28 Millionen Euro aus. Damit überschreitet sie die Prognose um acht und die Schätzung der Kosten um fünf Millionen Euro.

Die Höhe der Kostenberechnung liege in einem Bereich, der es erfordere, vor einem Baubeschluss nochmals sämtliche denkbaren Alternativen zu vergleichen und bewerten, sagte Bürgermeister Georg Riedmann. Neben den allgemeinen jährlichen Kostensteigerungen haben sich die Kosten für die Gründung des südlichen Anbaus und für die Sanierung deutlich erhöht. Da es nur etwa drei Millionen Euro Landeszuschüsse gebe, werde diese Investition die Stadt finanziell stark binden. Zudem sei mit einem Rückgang der Gewerbesteuer-Einnahmen zu rechnen, sagte er.

Für die aktuelle Planung mit Neubau, Umbau und Sanierung JGS und Erweiterung der Grundschule Leimbach, wird mit Gesamtkosten von 37 Millionen Euro gerechnet. Die Verwaltung hat drei Alternativen erarbeitet und dafür Kostenvergleiche erarbeitet. Die erste Option sieht die Sanierung der JGS mit Bewegungshalle und Sporthalle vor, die Grundschule Leimbach wird saniert und nur mit Mensa und Räumen zu Ganztagsbetreuung erweitert, zudem gibt es einen dritten, dreizügigen Standort auf der „grünen Wiese“ und eine Sporthalle. Gesamtkosten: etwa 40 Millionen Euro.

Neubau auf der „grünen Wiese“

Die zweite Option sieht einen vierzügigen Neubau auf der „grünen Wiese“ vor, den Abriss der JGS und die Erweiterung der Grundschule Leimbach auf zwei Züge, zudem den Bau einer Zweifeldsporthalle. Gesamtkosten bei diesem Szenario: rund 39 Millionen Euro.

Die dritte Option beinhaltet den Bau einer sechszügigen Grundschule auf der „grünen Wiese“ und einer Dreifeldsporthalle, beides in Markdorf-Süd. Die beiden vorhandenen Schulen werden abgerissen, Gesamtkosten: rund 46 Millionen Euro. Drei Schulstandorte wurden bisher von der Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt. Dabei wurden höhere Folgekosten bei drei Gebäuden angeführt, außerdem habe die Stadt derzeit kein geeignetes Grundstück für einen dritten Standort.

UWG für dritten Standort

Die Umweltgruppe habe sich immer für einen dritten Standort eingesetzt, sagte Christiane Oßwald. Eine Schule in Markdorf-Süd würde dem Quartier guttun, zudem sei die Vier- und Zweizügigkeit der beiden Grundschule auf Kante genäht. Die Zahl der Kinder steige, mit der ersten Option könne darauf reagiert werden. Die Verwaltung solle möglichst rasch ein entsprechendes Grundstück suchen. Die haben die Freien Wähler bereits mit der Fläche am Sportplatz im Auge, diese sei zu prüfen, wünschte Dietmar Bitzenhofer. Ferner sollte mit dem Landratsamt geklärt werden, was zukünftig für die Pestalozzi-Schule geplant ist.

Ganz anders sieht dies die CDU-Fraktion. Die bisherige Planung solle weiterverfolgt werden, die Kosten auf Einsparmöglichkeiten überprüft werden, sagte Fraktionssprecherin Susanne Sträßle. Auch Uwe Achilles wünschte für die SPD-Fraktion, das die aktuellen Pläne zeitnah und realistisch abgearbeitet werden. Es werde in Markdorf keinen Bedarf von 7,5 oder acht Zügen im Bereich der Grundschule geben, so seine Meinung.

Die Verwaltung werde die verschiedenen Alternativen überprüfen, erklärte Bürgermeister Riedmann, allerdings seien größere Einsparungen bei den Kosten nur möglich, wenn die Kubatur, also das Raumprogramm überarbeitet werde. Dem neuen Gemeinderat werden nach der Sommerpause die überarbeiteten Kostenermittlungen vorgelegt, damit er dann entscheiden kann.

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