Stadtkapelle Markdorf spielt berauschendes Frühjahrskonzert

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Ein glänzendes Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Markdorf, es dirigiert Gerhard Eberl.
Ein glänzendes Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Markdorf, es dirigiert Gerhard Eberl. (Foto: Helmut Voith)
Helmut Voith

Mit Charme und Schwung hat die Vorstandsvorsitzende Brigitte Waldenmaier die Gäste in der vollbesetzten Stadthalle durch das Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Markdorf geführt. Neben Bürgermeister Georg Riedmann, Gemeinderäten und Pfarrer Ulrich Hund begrüßte sie die Vorstände befreundeter Vereine samt einer Abordnung des Vorarlberger Bürgermusikvereins Mäder. Nach der Einzelvorstellung aller Aktiven marschierten die Mitglieder der Register auf die Bühne, auf der es recht eng wurde. Für den vor zwei Wochen erkrankten Reiner Hobe hatte Musikschulleiter Gerhard Eberl kurzfristig das Dirigat übernommen und die Stadtkapelle so umsichtig und dynamisch geführt, dass sie sich in gewohnter Hochform präsentieren konnte.

Vielversprechend war schon der Auftakt mit dem erfrischenden Konzertmarsch „Graciana“ von Bert Appermont. Das Blech stieg gleich voll ein, brachte dann sehr differenziert den herrlichen Marsch zum Klingen. Die verschiedenen Register durften ihr Können und ihren Spaß am Spiel zeigen und ernteten kräftigen Applaus. Gekonnt stellte Brigitte Waldenmaier die „frisch gepresste“ CD vor, auf der auch beliebte Titel seien, die diesmal nicht auf dem Programm standen.

Immer noch ein Klassiker ist die Musik aus dem „Jungle Book“, dem letzten Film unter der Regie von Walt Disney. Man spürte das pulsierende Leben im Dschungel und freute sich, wie hier einzelne Tiere porträtiert werden. Komödiantisch war Leroy Andersons Stück „The Typewriter“, ein Stück „für Solo-Schreibmaschine und Orchester“ im Arrangement von Marcel Peeters. Köstlich, wie Schlagzeuger Johannes Pittermann auf einer alten Maschine herumhackte und sie zum Klingeln brachte. Es folgte Alfred Bösendorfers „Bohemian Galopp“ – inspiriert vom Fluss der großen Ballade, so Waldenmaier. Es juckte einen richtig in den Füßen, so flott spielte die Stadtkapelle. Alle freuten sich, dass der Galopp am Ende als dritte Zugabe wiederholt wurde. Nach Ernst Urbachs schmissigem Marsch „Per Aspera ad Astra“ wurden die Zuhörer wohlgestimmt in die Pause entlassen.

Starken Beifall erntete Bill Contis Thema „Gonna fly now“ aus dem Boxerfilm „Rocky“, mit dem die zweite Hälfte etwas martialisch mit starkem Schlagzeug begann. Nachdem Sophia Waldenmaier in Dick Ravenals „Caucho“ bravourös als Solistin an der Posaune zu erleben war, stand das Trompetenregister im Mittelpunkt von „Alexander‘s Ragtime Band“. Filme aus den 60er Jahren leben noch immer von dem nostalgischen Charme. Hier lauschte man Mancinis „Pink Panther“ in der Begegnung mit der Filmkomödie „The Flintstones“. Brigitte Waldenmaier schwärmte zur Einführung von James Barnes‘ „Caribbean Hideaway“ vom Flair eines Landes, in dem man einfach den Urlaub auf herrlichen Sandstränden genießen kann, dazu die unbeschwerte Lebenshaltung und die typische Musik, die gleich darauf die Stadtkapelle servierte. Mit berauschendem Latin Rock „Tequila“ ging der offizielle Teil fetzig zu Ende.

Nach dem Dank an alle, die zu dem gelungenen Abend beigetragen hatten, erklang der Tölzer Schützenmarsch, dann Karel Kohouts Sehnsuchtspolka „Schöne Serenade“ und noch einmal der Böhmische Galopp. Ein Konzert, das sicher lange in bester Erinnerung bleiben wird.

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