Socialbit-Geschäftsführer melden Insolvenz an

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Socialbit meldet Insolvenz an

Knapp sieben Jahre nach der Firmengründung hat die Firma Socialbit aus Markdorf Insolvenz angemeldet

Schwäbische Zeitung

Beim Neujahrsempfang am 7. Januar hat Thomas Kekeisen für das Markdorfer Softwareunternehmen Socialbit noch eine Ehrung der Stadt Markdorf erhalten, nur vier Tage später musste der Geschäftsführer Insolvenz anmelden. „Die Gesellschaft wie sie derzeit noch besteht, wird es künftig nicht mehr geben“, bestätigt Insolvenzverwalterin Simone Kaldenbach auf Nachfrage der SZ.

 

Wie kam es zur Insolvenz?

Laut SZ-Informationen hat sich das Unternehmen Socialbit, das 2010 gegründet wurde, schlichtweg verkalkuliert und auch überschätzt. Die Firma habe über zu wenig Kapital und zu wenig Kredite verfügt, um die Aufträge stemmen zu können. Bereits im November 2016 hätten die Geschäftsführer erkannt, dass es für Socialbit kritisch würde und es finanziell bergab ginge. Am 11. Januar 2017 wurde beim Amtsgericht Freiburg schließlich Insolvenz angemeldet. Besonders unglücklich: Beim Neujahrsempfang am 7. Januar 2017 nahm Geschäftsführer Thomas Kekeisen eine Ehrung für die Kreativschmiede entgegen, da das Unternehmen den vierten Platz beim Landespreis für junge Unternehmen in Baden-Württemberg erhalten hat.

Beide Geschäftsführer waren für die Schwäbische Zeitung bis zum Redaktionsschluss am Mittwoch nicht erreichbar.

Was ist seit der Bekanntmachung der Insolvenz passiert?

„Zum Stichtag der Anordnung von Sicherungsmaßnahmen habe ich unverzüglich einen Besprechungstermin mit den Geschäftsführern abgehalten und die Fortführungsaussichten prüfen zu können“, erklärt Simone Kaldenbach. Ferner würden die Mitarbeiter ihre Löhne durch die Bundesagentur für Arbeit weiter erhalten. Über den weiteren Vorgang informiert wurden die 17 Angestellten von Socialbit bei einer Betriebsversammlung. Parallel hierzu nahmen die Insolvenzverwalterin und Socialbit Kontakt mit den Kunden auf, um bereits beauftragte, aber noch nicht abgeschlossene Projekte fertigstellen zu können. „Nachdem die IT-Branche allerdings eine sehr rasante Entwicklung durchläuft, war es mir nicht möglich, die zur Fertigstellung der Aufträge notwendigen Mitarbeiter zu halten“, sagt Kaldenbach.

Wie geht es weiter?

Derzeit sei man bemüht, für die Kunden eine sogenannte „Auffanglösung“ zu finden, „wonach Firmen mit den vorhandenen Quellcodes die Weiterbetreuung prüfen“, erklärt Kaldenbach. Gleichzeitig wird den Kunden angeboten, die Quellcodes, die sich bislang im Eigentum der Socialbit GmbH befinden, zu kaufen. So könnten die Kunden mit den bestehenden Quellcodes eine neue Agentur beauftragen, oder sogar mit denselben Programmierern, die nach der Insolvenz von Socialbit nun wieder auf dem Arbeitsmarkt sind, weiter zu arbeiten. „Die Entwickler sind begehrt“, sagt Kaldenbach. Nichtsdestotrotz sei die Insolvenz „wirklich schade. Bei Socialbit arbeiten viele junge und kreative Köpfe, aber es hat leider nicht gereicht“, sagt die Insolvenzverwalterin.

Was wird aus der Toolbox?

Die Macher von Socialbit sind auch Vereinsgründer: Die Toolbox Bodensee hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendlichen den passenden Raum zum kreativen Denken und Handeln zu bieten. Mit professionellem Equipment können Jugendliche in Markdorf verschiedene Projekte verwirklichen. Der Verein finanziert sich über Spenden und Sponsoren und scheint laut SZ-Informationen gerettet. Auch das Raumproblem der Toolbox sei bereits gelöst: Der Verein ist bereits aus der Bergheimer Straße, wo auch Socialbit angesiedelt war, umgezogen. Künftig wird bei Intimus – also praktisch gegenüber – getüftelt.

Socialbit hat Apps für Smartphones entwickelt. Unternehmen wie die Daimler AG sind Kunden. Dabei waren Applikationen für Großunternehmen genauso im Programm wie praktische Ratgeber für Angler. Auch die Gestaltung von Homepages war im Portfolio. So sind etwa die Internet-Auftritte von Jan Ullrich oder des Ausbildungslotsen der Sparkasse von Socialbit.

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