Riedmann: Ohne das DRK „funktioniert diese Gesellschaft nicht“

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Blumen für verdiente Mitglieder (von links): DRK-Kreisgeschäftsführer Jörg Kuon, Günter Schatz, Joachim Kruschwitz (Präsident DR
Blumen für verdiente Mitglieder (von links): DRK-Kreisgeschäftsführer Jörg Kuon, Günter Schatz, Joachim Kruschwitz (Präsident DRK-Kreisverband), Sandra Glapa, DRK-Kreisbereitschaftsleiter Manfred Sonntag, Herbert Dold, Peter Gutsch, Josefine Schlude, Siglinde Ryrich, Anita Meschenmoser und der Vorsitzende des gastgebenden DRK-Ortsvereins Markdorf, Bürgermeister Georg Riedmann. (Foto: drj)
Schwäbische Zeitung

Mit der Henry-Dunant-Medaille, der höchsten Auszeichnung der internationalen Rotkreuz-Bewegung, sind fünf langjährige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wird für besondere Leistungen vergeben.

Joachim Kruschwitz und DRK-Kreisbereitschaftsleiter Manfred Sonntag überreichten die Medaille an Josefine Schlude vom Ortsverein Deggenhausertal, Siglinde Ryrich vom Ortsverein Friedrichshafen, Herbert Dold und Günter Schatz, beide vom Ortsverein Heiligenberg, sowie Peter Gutsch vom Ortsverein Salemertal.

Die Henry-Dunant-Medaille für besondere Leistungen im Jugendrotkreuz erhalten Julia Erlewein und Nadine Weißhaar vom Ortsverein Friedrichshafen. Da beide bei der Versammlung nicht anwesend sein konnten, erhalten sie ihre Ehrung bei der Hauptversammlung des Ortsvereins. (sz)

Neue rechtliche Rahmenbedingungen und die weiter steigende Zahl älterer Menschen, die Unterstützung benötigen, um möglichst lange selbstständig in ihrem Zuhause leben zu können, haben die Arbeit des DRK-Kreisverbands Bodenseekreis im vergangenen Jahr bestimmt. Das wurde aus dem Jahresbericht deutlich, den Joachim Kruschwitz, Präsident des DRK-Kreisverbands, den Mitgliedern in der Stadthalle Markdorf vorstellte.

Georg Riedmann, Vorsitzender des gastgebenden DRK-Ortsvereins Markdorf und Bürgermeister der Stadt, dankte den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Roten Kreuzes für ihre Bereitschaft, sich in ihrer Freizeit für Mitmenschen zu engagieren. „Die scheinbar heile Welt und das Unglück liegen eng beieinander“, sagte Riedmann. Viele Menschen nähmen auch das Ehrenamt nur noch als Dienstleistung wahr, kritisierte Riedmann; „Aber ohne Sie hier und Ihren Einsatz funktioniert diese Gesellschaft nicht.“

In seinem Jahresbericht stellte Präsident Joachim Kruschwitz einen Bereich voran, in dem es 2017 etwas ruhiger war: die Flüchtlingssozialarbeit. 370 Flüchtlinge wurden dem Bodenseekreis zugeteilt, 2016 waren es noch 1000 gewesen. Zehn Mitarbeiter berieten die Flüchtlinge in den 17 Gemeinschaftsunterkünften und begleiteten sie auf ihrem Weg der Neuorientierung. Rund 400 Ehrenamtliche bieten Hilfestellungen wie Hausaufgabenbetreuung an.

Joachim Kruschwitz ging nochmals darauf ein, dass der Bodenseekreis die Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband im Bereich der Flüchtlingshilfe aufgekündigt hat – „zu unserem großen Bedauern“. Ursachen seien veränderte rechtliche Rahmenbedingungen gewesen, die unter anderem eine stärkere Einbindung der Kommunen vorsehen, sowie unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Aufgaben Sozialarbeiter im Bereich der Flüchtlingshilfe übernehmen können und sollen. „Wir bedauern diesen Schritt sehr, haben wir dadurch doch zehn sehr engagierte Sozialarbeiter verloren“, schloss Kruschwitz.

Der Kreisverband Bodenseekreis hat im Jahr 2017 aufgrund neuer gesetzlicher Grundlagen auf Landes- und Bundesebene seine organisierte Nachbarschaftshilfe neu strukturiert und das Projekt DRK-Service-Zeit realisiert. Etwa 140 Kunden nahmen das Angebot der DRK-Service-Zeit im vergangenen Jahr in Anspruch.

Immer mehr Menschen im Bodenseekreis setzen auch auf den DRK-Haus-Notruf, um sich zu Hause sicher zu fühlen. Per Knopfdruck können sie so im Notfall Hilfe herbeirufen. Die Zahl der Haus-Notruf-Kunden steigt seit Jahren kontinuierlich an, im vergangenen Jahr um 160 auf insgesamt 1258 Kunden.

Das Gesundheitsprogramm im DRK-Kreisverband Bodenseekreis wird von älteren Menschen rege genutzt: 44 ausgebildete Übungsleiterinnen erreichen mit ihrem Angebot an Gymnastik, Tanz und Gedächtnistraining für Senioren in vielen Gemeinden kreisweit regelmäßig fast 1000 Interessierte.

Geehrte wurden auch vier hauptamtliche Kräfte für je zehn Jahre Mitarbeit: Anita Meschenmoser (Geschäftsführerin des DRK-Ortsvereins Friedrichshafen), Sandra Glapa, (Buchhaltung des DRK-Kreisverbands), Bruna Wernet von der Beratungsstelle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige des Kreisverbands, sowie Klaus Groth, Mitarbeiter des Kreisverbands im Bereich Haus-Notruf.

Mit der Henry-Dunant-Medaille, der höchsten Auszeichnung der internationalen Rotkreuz-Bewegung, sind fünf langjährige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wird für besondere Leistungen vergeben.

Joachim Kruschwitz und DRK-Kreisbereitschaftsleiter Manfred Sonntag überreichten die Medaille an Josefine Schlude vom Ortsverein Deggenhausertal, Siglinde Ryrich vom Ortsverein Friedrichshafen, Herbert Dold und Günter Schatz, beide vom Ortsverein Heiligenberg, sowie Peter Gutsch vom Ortsverein Salemertal.

Die Henry-Dunant-Medaille für besondere Leistungen im Jugendrotkreuz erhalten Julia Erlewein und Nadine Weißhaar vom Ortsverein Friedrichshafen. Da beide bei der Versammlung nicht anwesend sein konnten, erhalten sie ihre Ehrung bei der Hauptversammlung des Ortsvereins. (sz)

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