Rat will Rücknahme des regionalen Grünzugs beantragen

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 Auch naturschutzrechtliche Belange, wie im Bereich Siechenwiesen, will der Gemeinderat beachten.
Auch naturschutzrechtliche Belange, wie im Bereich Siechenwiesen, will der Gemeinderat beachten. (Foto: Archiv/Barbara Baur)
bw

Die Stadt Markdorf will im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben die Rücknahme des regionalen Grünzugs im Bereich Konrad-Adenauer-Straße bis zur vorhandenen Bebauung in Wangen beantragen, das hat der Gemeinderat mit Mehrheit in der Sitzung am Dienstag beschlossen. Der Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans beinhalte nur minimale Veränderungen im Bereich der Stadt, erklärte Bürgermeister Georg Riedmann. Aufgrund ungenügender Informationen hatte die Umweltgruppe eine Vertagung dieses Beratungspunktes beantragt, doch dies wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt.

Zu Beginn der Beratung erläuterte Verbandsdirektor Wilfried Franke die wichtigsten Veränderungen im Rahmen der Fortschreibung. Der Regionalplan umfasst die drei Landkreise Sigmaringen, Ravensburg und Bodensee und legt die Entwicklung in den Bereichen Siedlung, Freiraum, Abbau von Rohstoffen und Straßenplanung bis zum Jahr 2035/2040 fest. „Uns geht es gut, alles wächst, die Bevölkerung, die Wirtschaft, die Mobilität, nur die Fläche nicht“, verdeutlichte Franke die Probleme der Planung. So wird mit einem Bevölkerungswachstum von etwa zehn Prozent gerechnet, das bedeute, das im Bodenseekreis 300 Hektar Fläche für Wohnungsbau benötigt werden. Zudem müsse Flächenvorsorge für den Strukturwandel der Wirtschaft getroffen werden. Im Bereich Freiraum gelte es regionale Grünzüge zu erhalten und Biotope zu vernetzen. Für Markdorf sei genügend Raum gelassen für weitere Flächen besonders im Bereich Wohnen, erklärte Franke. So sei eine Grünfläche an der B 33 Richtung Leimbach begradigt worden, so dass die Dorffläche in Möggenweiler vergrößert werden kann. Dies bedeute aber nicht, dass die Fläche bebaut werden könne, so müssen naturschutzrechtliche Belange, wie im Bereich Siechenwiesen, beachtet werden. Wie die Flächen genutzt werden, lege der Gemeinderat im Rahmen des Flächennutzungsplans und der daraus entwickelten Bebauungspläne fest.

Der Naherholungsbereich Panzerwiese solle verbessert werden, deshalb hatte die Verwaltung vorgeschlagen, in diesem Bereich die Möglichkeit zur Schaffung eines Kiosks oder einer Gastronomie zu erhalten, doch dies wurde von den Gemeinderäten abgelehnt. So wurde die Befürchtung geäußert, es könne dort ein Hotel entstehen. Kurz entschlossen zog Bürgermeister Riedmann diesen Vorschlag zurück.

Vom Ittendorfer Ortsvorsteher Bernhard Grafmüller wurde eine Verbindungsstraße von Bermatingen, die westlich von Ittendorf an die B 33 anbindet, kritisiert. Dies sei ein Vorschlag des Regionalverbandes, um den Verkehr von Salem und Bermatingen nach Friedrichshafen zu leiten. Im Textteil sei vermerkt, dass dies ein Vorschlag sei, der nicht rechtsverbindlich sei. Für die B 31-neu ist der Planfall 7.5 im Regionalplan festgehalten. Sollte es eine Veränderung in diesem Bereich geben, werde der neue Trassenverlauf aufgenommen, erklärte Franke.

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