Preisverdächtig: Stadtwerk würdigt Arbeit der Reittherapeuten

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Sebastian Dix, Leiter Unternehmenskommunikation Stadtwerk am See, Madleine, Anika Schneider, Vereinsvorsitzende „Therapeutisches
Sebastian Dix, Leiter Unternehmenskommunikation Stadtwerk am See, Madleine, Anika Schneider, Vereinsvorsitzende „Therapeutisches Reiten Markdorf“, Margret Beck, Reitpädagogin, und Mika in der Reithalle des Reitstalls Köhl in Hepbach. (Foto: Stadtwerk)
Schwäbische Zeitung

Beispielhaftes Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit – dafür hat das Stadtwerk am See den Verein „Therapeutisches Reiten Markdorf“ jüngst ausgezeichnet. Er hat beim Stadtwerk am See-Verantwortungspreis den dritten Platz belegt. Der Preis honoriert jedes Jahr Projekte in der Bodenseeregion mit vorbildlicher Jugendarbeit. Die Auszeichnung ist mit 500 Euro dotiert.

Mika, 14 Jahre, kommt gerne zum therapeutischen Reiten nach Hepbach. Der aufgeweckte Junge liebt die Stunden im Reitstall, genießt die Nähe zu den Tieren. Doch Mika ist nicht nur zum Spaß hier. Durch seine Entwicklungsverzögerung und ADS braucht er Unterstützung. Die heilpädagogische Förderung mit Pferden hilft ihm, sein Körperbewusstsein und seine Wahrnehmung zu schulen und Selbstvertrauen zu gewinnen. Dass er und 25 andere Kinder und Jugendliche die Chance auf eine solche Therapie haben, verdanken sie dem Verein „Therapeutisches Reiten Markdorf“. Der Verein sammelt Spenden, um den Kindern die Behandlung möglich zu machen.

Dieses Engagement wurde nun mit dem dritten Platz des Stadtwerk am See-Verantwortungspreises ausgezeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Sebastian Dix, Leiter der Unternehmenskommunikation bei dem regionalen Energieversorger, übergab den Preis und freute sich über einen Einblick in die Arbeit der Reitpädagoginnen. „Uns beeindruckt, welche vielfältige Wirkung der therapeutische Umgang mit Pferden hat.“

Hanno, Benny und Arina – so heißen die Pferde auf dessen Rücken die Kinder ihr Glück finden – leisten täglich wichtige Arbeit. Denn die acht- bis 16-jährigen werden dank der Pferde stark. So wie bei der „Hufnagelprüfung“. Bei dieser Prüfung können auch kleine Reiter mit Handicap ihr theoretisches und praktisches Wissen unter Beweis stellen. „Zur Prüfung müssen unsere Kinder viel Stärke, Kraft und Mut aufbringen,“ erzählt Margret Beck, die als eine von fünf Reitpädagoginnen die Kinder begleitet. „Danach strotzen sie nur so vor Stolz und neu gewonnenem Selbstbewusstsein“.

Die Vereinsvorsitzende Anika Schneider ist glücklich. „Die 500 Euro, die wir vom Stadtwerk am See bekommen, können wir gut gebrauchen – für den Unterhalt der Tiere und zur Unterstützung der Therapeutinnen. Die arbeiten überwiegend ehrenamtlich, werden aber für ihre Aufwendungen entschädigt“. Der Verein bietet neben der heilpädagogischen Förderung auch die sogenannte Hippotherapie an. Diese hilft vor allem bei neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Querschnittslähmung. Die Schwingungen, die über den Gang des Pferdes auf den Patienten übertragen werden, schulen Gleichgewicht, Bewegungsempfinden und die Koordination. „Mika hatte früher Angst vor Tieren. Seit der heilpädagogischen Förderung mit Pferden hat er sich gut weiterentwickelt.

Am Stadtwerk am See-Verantwortungspreis nahmen in diesem Jahr insgesamt 36 Vereine teil, berichtet das Stadtwerk. „Uns ist es wichtig, nachahmenswerte Projekte aus der Region zu fördern und so zu helfen, dass auch zukünftig aus guten Ideen gute Aktionen werden“, unterstreicht Dix das Engagement des Energieversorgers.

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