Neuer Geschäftsführer für den Spitalfonds

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Der neue Geschäftsführer des Spitalfonds Heinrich Lang.
Der neue Geschäftsführer des Spitalfonds Heinrich Lang. (Foto: Stadt)
Brigitte Walters

Der Spitalfonds Markdorf hat einen neuen Geschäftsführer. Der Gemeinderat wählte am Dienstag Heinrich Lang aus Herrenberg, befristet auf zwei Jahre, zum neuen Geschäftsführer. Aufgrund der langfristigen Erkrankung der bisherigen Geschäftsführerin und der offensichtlich schwierigen finanziellen Situation des Spitalfonds, hatte interimsweise Thomas Wieler im März diese Aufgabe übernommen. Seine Aufgabe endet zum 14. August und am nächsten Tag wird der neue Geschäftsführer die Arbeit aufnehmen.

Es sei eine etwas ungewöhnliche Lösung für das Management des Spitalfonds gefunden worden, sagte Bürgermeister Georg Riedmann. Ende Juni hätten sich zwei Unternehmen dem Gremium vorgestellt, die die Leitung des Spitalfonds übernehmen wollten, daraus habe sich dann die Bewerbung von Heinrich Lang ergeben. So müsse nun eine Entscheidung über die Zukunft des Altenpflegeheims St. Franziskus nicht unter Zeitdruck gefasst, sondern könne in Ruhe vorbereitet werden.

Der neue Geschäftsführer stellte sich während der Gemeinderatssitzung kurz vor. Lang ist gelernter Krankenpfleger, hat bereits mehrere Jahre im Interimsmanagement von Pflegeheimen gearbeitet und die Einrichtungen in schweren Situationen unterstützt. Zuletzt war er Leiter des Geschäftsfeldes Altenhilfe bei der Bruderhaus Diakonie. Sein Ziel sei es, die Lebensqualität der betreuten Menschen zu fördern, zu erhalten und zu gestalten. Ihre Zufriedenheit, die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Wirtschaftlichkeit, seien die drei Beine der Einrichtung. Es müsse eine Balance zwischen den Bedürfnissen der Bewohner, den Anliegen der Mitarbeiter und den betrieblichen Erfordernissen geschaffen werden. Vorrangig gelte es, die Personalsituation zu stabilisieren, die Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten, neue Mitarbeiter, auch aus dem Ausland, zu gewinnen.

Außerdem müsse die gesamtwirtschaftliche Situation stabilisiert, das Angebot für den Pflegebedarf der Bewohner sichergestellt und die Arbeitsplätze gesichert werden, erläuterte Lang. Zudem solle ein Konzept erarbeitet werden, wie die Auflagen der Landes-Heim-Bauverordnung erfüllt werden könnten. In der anschließenden Diskussion wünschten die Gemeinderäte regelmäßige Berichte über die Arbeit und die finanzielle Situation im Pflegeheim.

Bezüglich einer Kooperation solle nicht nur mit einem regionalen Pflegeheimbetreiber verhandelt werden, wünschten die Gemeinderäte. Zudem müsse der Standort Markdorf für das Pflegeheim sichergestellt werden. Ferner wünschten sie eine Vorausplanung, ähnlich dem jährlichen Kindergartenbedarfsplan. Eine Betriebsübernahme durch einen anderen Betreiber ist nur möglich, wenn dieser im Öffentlichen Dienst platziert ist. Grund dafür sei, dass eine Ablösung der betrieblichen Altersversorgung in Höhe von knapp sechs Millionen Euro nicht möglich sei, sagte Riedmann.

Bei der Beratung des Wirtschaftsplans 2018 für das Altenpflegeheim äußerten Gemeinderäte ihr Unverständnis darüber, dass im Januar 2017 ein Verlust von rund 500 000 Euro angekündigt wurde, inzwischen aber nur noch von 300 000 Euro die Rede sei. Genaue Zahlen konnte Thomas Wieler nicht nennen, es fehlten noch Zahlen von außerhalb des Pflegeheims, sagte er. Die Bilanz für 2017 werden der neue Geschäftsführer und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die bisher für den Spitalfonds gearbeitet hat, erstellen, kündigte der Bürgermeister an. Der Wirtschaftsplan 2018 wurde einstimmig beschlossen.

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