Neue Regelung für die Kreuzung am Bahnübergang

Lesedauer: 5 Min
 Auf der Kreuzung am Markdorfer Bahnübergang haben jetzt die Fahrer Vorrang, die auf der Achse Ensisheimer Straße/Gutenbergstraß
Auf der Kreuzung am Markdorfer Bahnübergang haben jetzt die Fahrer Vorrang, die auf der Achse Ensisheimer Straße/Gutenbergstraße unterwegs sind. (Foto: Sandra Philipp)

Die Sperrung der Kreuzung am Markdorfer Bahnübergang ist am späten Mittwochnachmittag wieder aufgehoben worden. Ab sofort haben die Fahrer auf der Achse Gutenbergstraße/Ensisheimer Straße Vorfahrt. Innerhalb einer knappen Woche haben Bauarbeiter die Markierungen und die Beschilderung im Kreuzungsbereich entsprechend geändert.

Am Mittwochvormittag trafen Vertreter der Markdorfer Stadtverwaltung, der Verkehrsbehörde des Landratsamts und der DB Netze AG am Bahnübergang zur Abnahme. Sie prüften an allen vier Seiten der Kreuzung, ob die neue Beschilderung und die Markierungen auf der Fahrbahn eindeutig sind. „Ein paar kleine Änderungen haben wir noch vor Ort abgestimmt“, sagt Dietmar Gutermann vom Stadtbauamt. Dazu gehörten Markierungsarbeiten an den Radwegen, die der städtische Bauhof noch am Mittwoch vorgenommen hat. Nachdem alle Arbeiten erledigt waren, wurde die Sperrung aufgehoben.

Wer auf die Kreuzung zufährt, sieht die Schilder, die darauf hinweisen, dass sich die Verkehrsführung geändert hat. Laut Straßenverkehrsordnung müssen sie mindestens drei Monate stehen bleiben. Bis dahin sollten sich die Fahrer an die neue Regelung gewöhnt haben. Anfangs werde es sicherlich etwas hakeln, sagt Gutermann. „Aber mit der Zeit werden die Fahrer sicherlich verinnerlichen, wer auf der Kreuzung Vorfahrt hat.“

Für mehr Klarheit sollte nicht nur die abknickende Vorfahrt, sondern auch die Ampelanlage sorgen – nachdem nun einige ihrer Lichtsignale abgedeckt wurden. Das sind die Lichtsignale, die die Fahrer betreffen, die bei geschlossener Schranke fahren könnten, weil sie den Bahnübergang nicht queren. Außerdem wurde die abknickende Vorfahrt auf der Achse Gutenbergstraße/Ensisheimer Straße eingerichtet, damit die Gleise nicht von Fahrzeugen versperrt werden können, die darauf warten, dass sie abbiegen dürfen.

Radler haben Vorfahrt

Rot hervorgehoben sticht der Radweg in der Ensisheimer Straße ins Auge, dessen rote Markierung in der Mitte der Kreuzung abbricht. Er ist für die Radfahrer, die geradeaus in die Bernhardstraße fahren oder nach links in die Heggelinstraße abbiegen wollen. Für die Autofahrer wurde die Geradeaus- und die Linksabbiegespur zusammengefasst. Wer nach rechts auf die Abbiegespur fährt, muss deshalb auf die Radfahrer achtgeben. Für Radler, die nach rechts über den Bahnübergang abbiegen wollen ändert sich nichts. Sie bleiben auf dem bisherigen Radweg.

Komplett abgeschlossen sind die Arbeiten an der Kreuzung allerdings noch nicht. „Es fehlen noch ein paar Pfeile und Fahrradpiktogramme“, sagt Gutermann. „Für die verkehrsrechtliche Freigabe sind sie aber nicht notwendig, weil die Verkehrsregelung auch ohne sie klar ist.“ Sie seien ein Zusatz und sollten die Autofahrer auf die Radfahrer aufmerksam machen. Wenn das Wetter gut ist, werden die restlichen Markierungen voraussichtlich am kommenden Montag aufgebracht.

Eine weitere Baustelle gibt es im Bereich der Kreuzung noch. Und zwar haben die Telekom und Netze BW den Gehweg geöffnet, um dort Kabel zu verlegen. Aus Platzgründen ist die Linksabbiegespur in die Gutenbergstraße noch für zwei bis drei Wochen gesperrt.

Die neue Verkehrsregelung soll Klarheit schaffen, denn die alte Ampel ist seit gut einem Jahr kaputt. Sie hatte jahrelang immer wieder Probleme gemacht, bis sie im Februar 2018 komplett ausfiel. Seither wird sie nur noch über ein Notprogramm gesteuert. Sobald sich ein Zug nähert, schalten alle Ampeln auf Rot und die Schranken schließen sich. Zu teilweise chaotischen Zuständen führte auch der Umstand, dass die Ampeln an allen Seiten der Kreuzung wieder gleichzeitig ausgingen, sobald die Schranken sich öffneten.

Die jetzige Lösung soll übrigens nur das Provisorium dienen. Denn der eigentliche Plan ist, die alte Ampelanlage zu ersetzen. Dafür ist aber ein bahnrechtliches Planfeststellungsverfahren notwendig, das mehrere Jahre dauert.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen