Musik hebt die Herzen zum Himmel

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Festliches Bläserkonzert der Musikkapelle Roggenbeuren unter ihrem neuen Dirigenten Herbert Mayer in der Pfarrkiche Untersigging (Foto: voi)
Schwäbische Zeitung
Christel Voith

Das festliche Bläserkonzert der Musikkapelle Roggenbeuren in der Pfarrkirche von Untersiggingen hat Tradition. Zum 36. Mal sind am Sonntagabend die Zuhörer in die Pfarrkirche „Maria Königin“ geströmt, um den vorweihnachtlichen Bläserklängen zu lauschen. Erstmals hat der neue Dirigent Herbert Mayer das Konzert geleitet.

Ein bezauberndes Harfensolo leitete das Konzert ein, mit perlenden Tönen ließ Myriam Kenzler an ihrem Instrument den märchenhaften Zauber der „fabelhaften Welt der Amelie“ entstehen. Die Musiker führten sich mit Händels „Largo“ ein, feierlich umfing die Zuhörer das berühmte Stück aus der Oper „Xerxes“. Und noch einmal hörten sie eine Opernmelodie, versteckt als „Solokonzert Nr. 1“. Komponist Franz Watz hat hier Papagenos Arie „Ein Mädchen oder Weibchen“ aus der „Zauberflöte“ zur Grundlage für vergnügliche Variationen gemacht. Immer neue Farben strömten aus Manuel Baurs Trompete, und die übrigen Instrumente tanzten dazu beschwingt und walzerselig oder bliesen jazzig zum Tanz. Mit Kees Vlaks „The Castle of Bray“ wurde die Musik zeremoniell, eine Festfanfare leitete ein, auf leichtfüßigen Aufmarsch der Gäste folgten höfischer Tanz und ein choralartiges Finale. Nur von gedämpftem Schlagzeug begleitet, spielte Christoph Baumgartner auf dem Vibraphon das Weihnachtslied „Away in a manger“, eine innige Melodie an der Krippe.

Die „Sinfonia per un Addio“, der Hit der Gruppe „Rondo Veneziano“, gab der Musikkapelle Raum, sich bald lebhaft und vital, bald getragen und wehmütig zu geben. Mit Paul McCartneys berühmtem Song „Yesterday“ glänzte ein Klarinettenquartett, klar strömte die Melodie in den Raum, immer von den übrigen umspielt, bis hin zur tiefen Bassklarinette.

Atmosphärisch wie zu großer Filmmusik hob die Musikkapelle an zu „Joshua fought the battle of Jericho“, mit elementarer Kraft und immer neuen Solostimmen erklang das berühmte Negro-Spiritual. Nun war die Zeit gekommen, mit einem farbigen Medley von Christmas Carols im Arrangement von Floyd Werle ganz in die Weihnachtszeit einzutauchen. Und da waren die bekannten Lieder von „In dulci jubilo“ über „Nowel, Nowel“ und „Good King Wenceslas“ bis „O come, all ye faithful“. Ein stimmiger Ausklang, nach dem Anton Rist, der Erste Vorsitzende des Musikvereins Roggenbeuren, seinen Musikern und ihrem neuen Dirigenten Herbert Mayer herzlichen Dank sagte für ein Konzert, das seinen Spruch bestätigte: „In der Musik erhebt Gott die Herzen zum Himmel.“ Man darf sich mit den Musikern auf ein Festjahr freuen, denn 2013 feiert die Musikkapelle ihren 100sten Geburtstag. Mit einem gemeinsamen „O du fröhliche“ und Glockengeläut klang das berührende Festkonzert aus.

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