Markdorfer Rathaus wird zum Millionenprojekt

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 Das Rathaus soll eine Klinkerfassade erhalten – angedacht ist die Farbe grau – und der Balkon zum Marktplatz soll entfernt werd
Das Rathaus soll eine Klinkerfassade erhalten – angedacht ist die Farbe grau – und der Balkon zum Marktplatz soll entfernt werden. (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Sanierungsstau und Platzprobleme

Das Markdorfer Rathaus beschäftigt schon seit einigen Jahren die Kommunalpolitik. Weil das bestehende Gebäude sanierungsbedürftig und zu klein ist, wurde zunächst Konzept für die Sanierung und Erweiterung erstellt und ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Allerdings befand die Jury 2015, dass der große Wurf fehlen und sie deshalb keinen ersten Platz vergeben würde. Die beste Bewertung erhielt der Entwurf des Büros Lieb und Lieb aus Freudenstadt, der den Altbau durch einen Neubau im Süden ergänzt hätte. Gleichzeitig brachte Bürgermeister Georg Riedmann mit dem Bischofsschloss eine neue Möglichkeit ins Spiel. Allerdings regte sich in Markdorf Widerstand gegen die Pläne, die bei einem Bürgerentscheid im Dezember 2018 schließlich mit knapper Mehrheit gestoppt wurden. Dadurch ist die Sanierung des alten Rathauses wieder in den Fokus gerückt. Wie das Platzproblem gelöst wird, ist momentan allerdings noch unklar. (bbb)

Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat am Dienstag den Beschluss zur Sanierung des Rathauses gebilligt. Bauliche und funktionale Mängel bei dem rund 60 Jahre alte Gebäude sollen behoben werden. Es ist die Dämmung der Außenwände geplant, ebenso wie eine neue Haustechnik, zudem soll der Brandschutz auf den aktuellen Stand gebracht werden. Derzeit rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten in Höhe von rund sechs Millionen Euro.

Wichtigste Veränderungen im Inneren: aus Brandschutzgründen ist ein zweites Treppenhaus erforderlich. Bedingt dadurch gibt es Veränderungen beim Aufzug und bei den Sanitärräumen. Für die Heizung soll ein Konzept zur Nutzung regenerativer Energien erstellt werden, ebenso muss die gesamte Elektro- und Medientechnik erneuert werden. Allerdings werden nach dem Umbau etwa 250 Quadratmeter Nutzfläche fehlen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Achilles kritisierte, dass eine Auflistung fehle, wie viele Arbeitsplätze durch den Umbau verloren gehen. Ferner fehle ein Nachweis, warum es vier Besprechungsräume geben soll, bisher sind es zwei. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, ein Raumkonzept für das Rathaus zu erstellen, aus der sich die Nutzung, die Bedarfe, die Wartebereiche und die Besprechungsräume ergeben.

Ebenso wurde über die Fenster diskutiert, die in einheitlicher Größe, dem Rathaus ein neues Gesicht geben sollen. In der August-Sitzung war die Tendenz bei den Gemeinderäten, die Fenstergröße beizubehalten, während Architekt Gerhard Lieb eine Vergrößerung favorisierte. Als Kompromiss empfahl er am Dienstag, die Leibung abzuschrägen, doch das gefiel den Gemeinderäten nicht. Mit großer Mehrheit beschlossen sie die Vergrößerung der Fenster.

Darüber hinaus diskutierte der Gemeinderat über das Für und Wider einer Putz- oder Klinkerfassade. Das Rathaus sei ein stadtbildprägendes Gebäude, stellte Architekt Lieb fest. Dies sollte durch eine Klinkerfassade verdeutlicht werden, zudem habe Klinker eine höhere Wertigkeit. Dem schloss sich eine Mehrheit der Gemeinderäte an. Damit ist auch eine weitere Veränderung verbunden: den Balkon zum Marktplatz wird es nicht mehr geben. Das Dach wird ebenfalls gedämmt und mit Schiefer-schindeln eingedeckt, sodass keine Verstärkung des Dachstuhls notwendig ist. Auf der Südseite des Daches soll eine Photovoltaik-Anlage montiert werden.

Kämmerer Michael Lissner rechnet mit einer Förderung aus dem Landessanierungsprogramm. Diese könnte seinen Angaben zufolge bei etwa 50 Prozent der Baukosten liegen. Da eine Sanierung des Gebäudes im Betrieb die Kosten deutlich steigern würde, sollen die Rathaus-Mitarbeiter während der Bauzeit übergangsweise in die Schlossscheuer des Bischofsschlosses umziehen. Für das Herrichten der Räumlichkeiten in sehr einfachem Rahmen wird mit Kosten in Höhe von etwa 250 000 Euro gerechnet.

Sanierungsstau und Platzprobleme

Das Markdorfer Rathaus beschäftigt schon seit einigen Jahren die Kommunalpolitik. Weil das bestehende Gebäude sanierungsbedürftig und zu klein ist, wurde zunächst Konzept für die Sanierung und Erweiterung erstellt und ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Allerdings befand die Jury 2015, dass der große Wurf fehlen und sie deshalb keinen ersten Platz vergeben würde. Die beste Bewertung erhielt der Entwurf des Büros Lieb und Lieb aus Freudenstadt, der den Altbau durch einen Neubau im Süden ergänzt hätte. Gleichzeitig brachte Bürgermeister Georg Riedmann mit dem Bischofsschloss eine neue Möglichkeit ins Spiel. Allerdings regte sich in Markdorf Widerstand gegen die Pläne, die bei einem Bürgerentscheid im Dezember 2018 schließlich mit knapper Mehrheit gestoppt wurden. Dadurch ist die Sanierung des alten Rathauses wieder in den Fokus gerückt. Wie das Platzproblem gelöst wird, ist momentan allerdings noch unklar. (bbb)

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