Markdorfer Parteien stellen ihre Positionen dar

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Unter der Leitung von Ernst Arnegger diskutieren Dietmar Bitzenhofer, Susanne Deiters Wälischmiller, Rolf Haas, Susanne Sträßle
Unter der Leitung von Ernst Arnegger diskutieren Dietmar Bitzenhofer, Susanne Deiters Wälischmiller, Rolf Haas, Susanne Sträßle und Uwe Achilles über die zukünftige Kommunalpolitik (von links). (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Dicht gedrängt saßen die Zuhörer am Donnerstag im Obertor in Markdorf um zu erfahren, welche Akzente und Ziele sich die Bewerber für den Gemeinderat für die nächsten fünf Jahre setzen. Die Gesprächsrunde „I mein’ halt“ war eine sachliche Diskussion, zu der Susanne Sträßle (CDU), Rolf Haas (FDP), Dietmar Bitzenhofer (Freie Wähler), Uwe Achilles (SPD) und Susanne Deiters Wälischmiller (Umweltgruppe) gekommen waren.

Kurz und knapp stellten die Kommunalpolitiker ihre Partei oder Gruppierung und deren Ziele für die Zukunft vor, Diskussionsleiter Ernst Arnegger hatte ein Zeitlimit von acht Minuten gesetzt, sodass noch genügend Zeit für die Diskussion mit den Zuhörern blieb. Die Reihenfolge der Referate wurde ausgelost – Susanne Sträßle, Fraktionssprecherin der CDU, machte den Anfang. Die CDU wolle eine Politik ohne Scheuklappen betreiben, die sich am Gemeinwohl der Bürger orientiere. Als wichtige Punkte für die Zukunft nannte sie den schnelleren Ausbau des Breitbands und die Digitalisierung der Verwaltung. Das Dosch-Haus solle Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Außerdem soll die Verkehrssituation in der Stadt verbessert werden und das Pflegeheim bei der Stadt verbleiben. Die Erarbeitung eines sinnvollen, realisierbaren Konzeptes für den Bereich Bischofsschloss, Hexenturm und Rathaus sei eine weitere wichtige Aufgabe.

Rolf Haas tritt für die FDP an, die seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr im Gemeinderat vertreten ist. Für die Zukunft der Stadt solle ein ganzheitliches Entwicklungskonzept erarbeitet werden. Dabei sei es wichtig, die Bürger, auch die jungen, einzubeziehen. Das kritische Hinterfragen von Vorlagen der Verwaltung fehle ihm bisher, einige Themen seien nicht zu Ende gebracht worden. Die bisherigen Planungen für die Jakob-Gretser-Grundschule seien zu wenig auf die Zukunft ausgerichtet, ebenso kritisierte er die Container-Lösung im Gewerbegebiet während der Bauphase. Er regte eine Bürger-App an, angelehnt an das Beispiel der Stadt Tübingen.

Wirtschaft und Handel stärken

Solide städtische Finanzen seien ein wichtiger Punkt für die Freien Wähler, sagte Dietmar Bitzenhofer. Die beiden größten Einnahmequellen der Stadt hängen von der wirtschaftlichen Entwicklung ab, deshalb gelte es, weiterhin Wirtschaft und Handel zu stärken. Deshalb müsse jetzt mit der Planung von weiteren Gewerbeflächen begonnen werden. Ebenso gelte es Flächen für bezahlbaren Wohnraum auszuweisen. Zudem haben die FW die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft angeregt. In Kindergärten und Schulen müsse weiterhin investiert werden, dabei gehe es auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Stadtentwicklung sei ein laufender Prozess, stellte Uwe Achilles (SPD) fest. Zukünftig sollten dabei Möglichkeiten der Begegnung für die Bürger geschaffen werden, ähnlich wie es bereits am Angerplatz in Markdorf-Süd geschehen ist. Beim bezahlbaren Wohnraum gebe es Nachholbedarf, zukünftig solle der Bau von Mehrfamilienhäusern Priorität haben. Die Trägerschaft des Seniorenheims solle ergebnisoffen diskutiert werden. Es sei zu überlegen, ob es weiterhin in Eigenregie oder im Verbund betrieben werden soll. Die Planungen für die Jakob-Gretser-Schule ermöglichen eine moderne Schule mit zwei Turnhallen.

Umweltverträgliche Entwicklung

Die UWG setze sich weiterhin für eine nachhaltige und umweltverträgliche Stadtentwicklung ein, sagte Susanne Deiters Wälischmiller. Die Bereiche Altschloss und Rutsche sollten als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Im Bereich Bauen sollte es einen Gestaltungsbeirat geben, zudem sollte bei Bebauungsplänen auf flächensparende Bebauung geachtet werden. Das Bischofsschloss solle in städtischer Hand bleiben, es gelte gemeinsam eine sinnvolle Nutzung zu finden. Die Planungen der Grundschule ermöglichen eine moderne Schule mit zwei Turnhallen, sagte sie. Beim Verkehr müsse es Veränderungen geben, etwa solle ein Stadtbus-System eingeführt werden. Weiterhin lehne die UWG den Bau der Südumfahrung ab.

In der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Themen angesprochen, sei es bezahlbarer Wohnraum, die Berücksichtigung der Ortsteile. Beim Thema Bischofsschloss waren sich die Referenten einig, dass jetzt nach Alternativen zur Nutzung gesucht und deren Realisierung geprüft werden müsse.

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