Markdorf will 21,2 Millionen Euro investieren

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 Die Sanierung des Bildungszentrums Markdorf belastet den städtischen Haushalt 2020.
Die Sanierung des Bildungszentrums Markdorf belastet den städtischen Haushalt 2020. (Foto: Barbara Baur)
bw

Erstmals ist der städtische Haushaltsplan nach dem neuen Doppik-Verfahren erstellt worden, der in der Gemeinderatssitzung am Dienstag von Kämmerer Michael Lissner eingebracht wurde.

Im Rahmen der Verwaltungstätigkeit wird im Jahr 2020 mit Einnahmen und Ausgaben von 37,2 Millionen Euro gerechnet, für Investitionen sind 21,2 Millionen Euro vorgesehen. Es sei schwierig gewesen, den Haushalt auszugleichen, berichtete Lissner, an einigen Stellen habe es Streichungen geben. Nach derzeitigem Stand werden die Haushalte 2021 und 2022 nicht ausgeglichen werden können. Ein Grund ist der Rückgang bei der Gewerbesteuer, für 2020 wird mit Einnahmen von 11 Millionen Euro gerechnet, im Vorjahr waren es zwei Millionen mehr. Dieser Ansatz gehe von einer gleichbleibend guten wirtschaftlichen Lage und erfolgreichen Markdorfer Betrieben aus. Das sei besonders wichtig, da acht Unternehmen rund 60 Prozent des jährlichen Gewerbesteuer-Aufkommens erwirtschaften.

Größter Ausgabeposten im Ergebnishaushalt sind die Personalkosten mit 10,6 Millionen Euro, die überwiegend im Bildungs- und Betreuungsbereich anfallen. Aufgrund des neuen Haushaltsrechts müssten zusätzlich rund 2,1 Millionen Euro für Abschreibungen erwirtschaftet werden, erklärte der Kämmerer. Die geplanten Investitionen werden geprägt von den Großprojekten: Kindergarten Markdorf-Süd, Sanierung Sportflächen, Sanierung Rathaus, Anteil am Umbau des BZM und Abschluss der Tiefbau-Maßnahmen Eisenbahnstraße, Kreuzgasse und Möggenweiler. Einige Projekte wurden nicht in die Finanzplanung aufgenommen, da sie die Belastbarkeit des Haushalts sprengen würden, erklärte Lissner. Dabei nannte er die Erweiterung und Sanierung der Jakob-Gretser-Grundschule, die Endfinanzierung der Südumfahrung, den Neubau des Bauhofs und die Umgestaltung des Bischofsschlosses.

Die Veränderung des Haushaltes soll die Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für den Gemeinderat besser darstellen, so dass er sich noch stärker auf die strategische Planung und Steuerung konzentrieren kann. Zukünftig werden die Erträge und Aufwendungen aus der laufenden Verwaltungstätigkeit im Ergebnishaushalt dargestellt. Alle Ein- und Auszahlungen und die Investitionen sind im Finanzhaushalt zu finden.

Im Ergebnishaushalt rechnet Lissner mit einem Überschuss von 2,3 Millionen Euro, aufgrund der Rekord-Summe bei den Investitionen, besteht ein Liquiditätsbedarf von 15,7 Millionen Euro. Zum Jahresende verfügt die Stadt über Rücklagen von rund 28 Millionen Euro, denen etwa 3,8 Millionen Euro an Schulden gegenüberstehen.

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