Kreuzgasse wird am Donnerstag freigegeben

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Kreuzgasse wird am Donnerstag freigegeben
Kreuzgasse wird am Donnerstag freigegeben (Foto: Barbara Baur)

Die Baustelle in der Kreuzgasse in Markdorf steht kurz vor der Fertigstellung. Wenn jetzt alles nach Plan läuft, wird der gut 300 Meter lange Straßenabschnitt am Donnerstagabend wieder für den Verkehr freigegeben. Eigentlich hätte die Kreuzgasse schon Ende Oktober 2017 fertig werden sollen. Doch aufgrund einiger Überraschungen auf der Baustelle und wegen des Wetters verzögerte sich der Zeitplan.

„Ein Problem war, dass wir nicht wussten, wo viele Bestandsleitungen und der Kanal verliefen“, sagt Dietmar Gutermann vom Markdorfer Stadtbauamt. Zusätzlich seien im Untergrund noch große Schächte aus Beton zutagegekommen, die zuerst abgebrochen werden mussten. Die Leitungen für Telefon, Internet und Strom seien im Gehweg verlegt gewesen – jedoch zu weit oben. „Sie mussten von Hand freigelegt, teilweise ausgetauscht und dann tiefergelegt werden“, sagt Gutermann. Doch nun befinden sie sich an der richtigen Stelle.

Kanal wird erneuert

Darüber hinaus hat den Bauarbeitern eine Stromleitung Schwierigkeiten bereitet. Sie verlief über einen Schacht und musste umgelegt werden. „Allein das hat die Arbeiten um etwa zwei Wochen verzögert“, sagt Gutermann. Hinzu kamen viele Hausanschlüsse ans Strom- und Kanalnetz, deren Position nicht bekannt war und die zunächst noch gesucht werden mussten, damit sie neu angeschlossen werden konnten. Auf den insgesamt 320 Metern, auf denen die Kreuzgasse nun saniert wurde, wurden auch die Wasserleitung und der Kanal komplett erneuert. Der alten Kanal war nicht nur in einem schlechten Zustand, sondern inzwischen auch zu klein. „Es gab hydraulische Probleme, etwa bei stärkerem Regen“, sagt Gutermann. „Die Kapazitäten haben dann nicht mehr ausgereicht.“ Deshalb ist der neue Kanal größer.

Auch das Wetter trug einen Teil zu den Verzögerungen bei. „Es muss mehr als fünf Grad haben, auch in der Nacht, damit der Asphalt eingebaut werden kann“, sagt Gutermann. „Sonst kühlt der Asphalt zu schnell aus und das würde Schäden erzeugen.“ Im März sei es aber dermaßen kalt gewesen, dass daran nicht zu denken war. In den vergangenen Tagen haben die Bauarbeiter die Kreuzgasse dann aber soweit vorbereitet, dass sie den Feinbelag jetzt auftragen konnten. „Der Asphalt wird in zwei Schichten eingebaut“, erläutert Gutermann. Zuerst kommt eine Tragschicht, die aus grobem Asphalt besteht. Darauf wird die drei bis vier Zentimeter dicke Deckschicht aus feinem Asphalt gebaut.

Schachtdeckel werden freigelegt

Am Dienstag sprühten die Arbeiter einen Haftkleber auf die Fahrbahn, trugen dann den Feinbelag auf und verdichteten ihn mit Walzen. „Der Kleber verbindet die beiden Asphaltschichten“, sagt Polier Alois Seliger von der Firma Strobel. Sobald der Straßenbelag fertig ist, werden die Schachtdeckel hergerichtet. Weil der Asphalt auch über die Schachtdeckel gebaut wurde, müssen sie zuerst wieder freigelegt werden. Damit sie mit dem Feinbelag bündig abschließen, werden sie hydraulisch hochgezogen. „Der Spalt wird mit einem speziellen Mörtel vergossen“, sagt Seliger. „Der muss eine Stunde trocknen und danach kann man wieder auf der Straße fahren.“ Anlieger können am Mittwoch schon wieder auf der Kreuzgasse fahren. Für den Verkehr freigegeben wird sie erst am Donnerstagabend.

Am Ende wird noch das Pflaster im Kreuzungsbereich an der Hauptstraße wiederhergestellt. Er war für die Sanierungsarbeiten provisorisch asphaltiert worden. Ende April sollen die Arbeiten komplett abgeschlossen sein.

Auch wenn der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, die Kosten werden sich mit rund 1,2 Millionen Euro im vorgesehenen Rahmen halten. Mit der Sanierung der Kreuzgasse geht es 2019 und 2020 weiter. Im zweiten Abschnitt müssen nur noch ein kleines Stück des Kanals saniert und die Wasserleitung erneuert werden. Im dritten Abschnitt ist nur die Erneuerung der Fahrbahn und der Gehwege geplant. „Die Bauzeiten werden dann entsprechend kürzer ausfallen“, sagt Gutermann.

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